Melanie Buhl

Autorin

Kategorie: Aktuelles (Seite 2 von 6)

Rezension
„Spock und ich – Mein Freund Leonard Nimoy“ von William Shatner

Gerade eben habe ich dieses wunderbare Buch über eine besondere Freundschaft zu Ende gelesen und war sehr beeindruckt. Und das nicht nur weil ich ein großer Star Trek Fan bin!
Sollte es tatsächlich jemanden geben, der William Shatner und Leonard Nimoy nicht kennt – das sind die Darsteller von Captain Kirk und Mr. Spock aus der Star Trek Originalserie von 1966-1969 und den sechs Kinofilmen mit der Original Crew der USS Enterprise.

Geschrieben von William Shatner, berichtet das Buch zuerst darüber, wie sich die Karrieren der beiden Schauspieler ziemlich ähnlich entwickelten, bis sie sich dann bei den Dreharbeiten zu Star Trek kennenlernten. Nach anfänglicher Skepsis auf Seiten Shatners, er konnte es zuerst nicht verstehen, dass Nimoy als Spock mehr Aufmerksamkeit von den Zuschauern erhielt, als er selbst in der Hauptrolle des Draufgängers Kirk, wuchs eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden jungen Schauspielern.

Von da an standen sie sich, ähnlich wie Kirk und Spock, in den Abenteuern des Lebens bei. Scheidungen, Schicksalsschläge und manch andere Lebenskrise schweißten sie immer fester zusammen. Shatner bezeichnete Nimoy gern als „Brother from another mother“ und unterstrich damit, wie wichtig sein Freund stets für ihn war.

Die Jahre gingen mit gemeinsamen und einzelnen Projekten dahin. Sie traten beispielsweise gegenüber den Verantwortlichen bei Paramount gemeinsam auf und kämpften um eine höhere Gage für sich selbst und die restlichen Star Trek-Schauspieler. Leonard Nimoy hatte eine Zeitlang schwer damit zu kämpfen in der Öffentlichkeit nicht als Nimoy, sondern überwiegend als Spock erkannt zu werden. Irgendwann gestand er sich ein, wie viel Spock in Nimoy steckte und umgekehrt und dass eine strikte Trennung nicht möglich wäre. Shatner kam mit dem Ruhm besser klar. Er war nicht so nachdenklich und tiefgründig wie sein Freund Leonard.

Shatner schildert mit ehrlichen Worten die Höhen und Tiefen ihrer beider Leben. Er lässt nichts aus, auch die Alkoholprobleme seines Freundes werden thematisiert. Eines Tages erfuhr William Shatner von Leonards Krankheit. Nimoy hatte COPD, eine schwere Lungenkrankheit.
Wie die beiden und ihre Familien damit umgegangen sind, schildert Shatner sehr eindrucksvoll.
Unterstützt wurde er beim Schreiben dieses Buches von Weggefährten aus der Filmbranche aber auch von Adam Nimoy, Leonards Sohn. Am Ende berichtet Shatner, sehr traurig, über einen Zwist den die beiden nicht mehr beilegen konnten.

Wie wir ja alle 😉 wissen, starb Leonard Nimoy am 27. Februar 2015. Er hinterlässt eine große Lücke bei seiner Familie und seinen Freunden. Auch die Fans werden ihn und seine Interpretation des emotionslosen Vulkaniers Spock niemals vergessen. William Shatner schließt das Buch mit:

LLAP, mein Freund, mein lieber, lieber Freund.

Dieses Buch ist eine wunderbare Hommage an einen bemerkenswerten Menschen und eine besondere Freundschaft.
Es ist absolut lesenswert! Nein – es ist, um es mit Spocks Worten zu sagen – faszinierend!

„Spock und ich – Mein Freund Leonard Nimoy“ ist 2016 im Heyne Verlag erschienen und hat 301 Seiten.
ISBN 978-3-453-201439

Cosplayer unerwünscht?

Leider konnte ich in diesem Jahr nicht zur Leipziger Buchmesse fahren. Umso wichtiger war es mir, in den Medien und Sozialen Netzwerken zu verfolgen, was sich so tat.
Es gab interessante Videos von Preisverleihungen und Lesungen zu bestaunen, jede Menge tolle Bilder und Berichte. Sie waren zwar nur ein schwacher Trost für einen begeisterten Messebesucher wie mich, aber besser als nichts!

Und dann – nach der Messe, gab es plötzlich andere Töne. Es ging ein empörter Aufschrei durch die Cosplayer-Gemeinde! Der SWR-Literaturredakteur Carsten Otte wetterte in seinem Nachlese-Artikel darüber, dass die Cosplayer nicht zu der „neuen Ernsthaftigkeit im Literaturbetrieb“ passten und damit in Zukunft von der Messe ausgeschlossen werden sollten!
In seinem Artikel bezeichnet Herr Otte die Manga-Convention, die seit Jahren zeitgleich mit der LBM stattfindet, als „Klamauk und kulturindustriellen Hokuspokus“.

Nun kann man sich über Geschmack ja bekanntlich streiten, aber ist das reine Geschmackssache? Ich denke nicht!
Cosplayer sind Menschen die ihre Liebe zu fantastischen Geschichten dadurch ausdrücken, dass sie sich aufwendige Kostüme schneidern, faszinierende Masken basteln und mit weiteren Utensilien bestückt in die Rollen ihrer liebsten Protagonisten und Antagonisten schlüpfen. Ich meine, das ist gelebtes Fan-Sein und eine besondere Form von Kunst!

Mangas und Animes als Klamauk zu bezeichnen zeugt von Intoleranz einer anderen Kultur gegenüber. Es sind japanische Comics, bzw. Animationsfilme, die man mag oder auch nicht. In Japan gehören sie zum Kulturgut und haben sich in den letzten Jahren zum kulturellen Exportgut entwickelt. Sie haben bestimmte Stilelemente und Erzählformen und sind weit entfernt von Klamauk!

Aber es sind nicht nur Mangafiguren die von den Cosplayern dargestellt werden. Ich bin auch schon Gandalf dem Grauen aus dem „Herrn der Ringe“ auf der Messe begegnet. Dieses Werk von J.R.R. Tolkien ist zwar keine „ernsthafte Literatur“ aber dennoch ein anerkannter Klassiker. Star Trek Fans (Trekkies) sind seltener, aber auch sie habe ich schon angetroffen, genauso wie einige Aliens oder Rotkäppchen. Die Liste ist lang und bunt!

Nun stößt sich Herr Otte besonders an den „nackten Hasen“.
Ganz ehrlich? Ich finde die Verkleidungen faszinierend, manches sehr gewagt, aber nackt war noch niemand den ich gesehen habe. Im Sommer in der Fußgängerzone sieht man mindestens genau so viel Haut wie auf einer Manga-Convention. Leider nicht immer so hübsch verpackt, wie bei einem Cosplayer. Da scheint Herr Otte eine recht verklemmte Ansicht zu haben.

Herr Otte hat zudem vergessen, dass Mangas und andere Comics auch Bücher sind! Zwangsläufig müssen Cosplayer auch Leser sein!
Er scheint in einer hochtrabenden Weise zu glauben, es gäbe richtige und falsche Literatur!

Bessere und schlechtere mag es geben, aber was gefällt liegt doch im Auge des Betrachters.
Ich habe schon Bücher gelesen, die eine tolle Geschichte erzählten, aber voller Rechtschreibfehler waren. Und es gibt unzählige Bücher, die annähernd (100% fehlerfrei gibt es nicht) korrekt geschrieben und professionell hergestellt wurden und mich trotzdem kalt ließen. Im Zweifel würde ich mich immer für die bessere Geschichte entscheiden.
Für mich ist ein Buch ein gutes Buch, wenn es mich fesselt, wenn ich darin in fremde Welten entführt werde. Am besten ist, wenn ich noch etwas Tiefgründigkeit und Weisheit darin finde.
Andere lieben Anderes. Gut so!

Ich finde das Leben und die momentane politische Lage sind schon ernst genug. Da mag ich, zumindest zur Entspannung und Unterhaltung, nicht auch noch etwas Ernsthaftes lesen.
Wenn ich mich über spezielle Dinge informieren will, lese ich zwar auch die entsprechenden (Sach-)Bücher, aber richtige und falsche Literatur gibt es für mich nicht.

Leben und leben lassen, das ist wahre Toleranz! Wenn es nur noch ernsthafte Literatur gäbe, und wenn die Cosplayer von der LBM verbannt würden, was wäre das für eine traurige und einseitige Bücherwelt!

Der Artikel von Carsten Otte kann hier nachgelesen werden.

Es gibt im Netz noch viele Antworten auf Herrn Ottes Bericht, hier eine kleine Auswahl:

Die Arroganz der grauhaarigen alten Männer – von Lena Falkenhagen

Auch nackte Hasen sind politisch – von Margarete Stokowski

Nachtrag:

Die Veranstalter der Leipziger Buchmesse haben inzwischen auch ein Statement dazu abgegeben.

Hier könnt ihr es nachlesen!

Dem kann ich nur beipflichten. Und es bleibt zu hoffen, dass sich an dieser Meinung der Veranstalter nichts ändert!

Krimi-Lesung im Literaturcafé des Theaters der Nacht in Northeim

Am Freitag den 10. Februar 2017 waren Michaela Schreier und ich eingeladen im Literaturcafé des Theaters der Nacht in Northeim aus unseren „Mordsgeschichten aus dem Eichsfeld und anderswo“ zu lesen.

Wir hatten ja in den letzten Jahren schon so einige sehr gut besuchte Lesungen, aber diese war von den Besucherzahlen her (nur beim Creativo-Herbstlesefest hatten wir schon mehr) die beste!

Wir waren total überwältigt davon, wie viele Zuhörerinnen und Zuhörer wir hatten. Über 40 Personen drängten sich in das heimelige Literaturcafé. Sie saßen zum Teil auf der Treppe, weil alle Plätze belegt waren
Trotzdem herrschte, während wir gelesen haben, aufmerksame Stille. Unsere Kurzkrimis aus dem Eichsfeld kamen sehr gut an! Da kommen wir doch gern mal wieder

 

 

Michaela hat nach der Begrüßung durch Frau Gottschalk ihren Duderstädter Kurz-Krimi „Schatten der Vergangenheit“ gelesen und damit für ordentlich Gänsehaut gesorgt.

 

 

 

 

Danach habe ich meinen Rüdershäuser Kurz-Krimi „Blutmond“ zum Besten gegeben.

Auch wenn wir hier außerhalb des Eichsfelds lasen, kannten doch viele unsere schöne Heimat. Es fanden sich sogar einige ehemalige Eichsfelder unter den Zuhörern und Zuhörerinnen.

 

 

Es war wirklich ein superschöner Nachmittag! Ein dickes Dankeschön geht an Frau Gottschalk vom Theater der Nacht für die Einladung und die tolle Unterstützung.
Das Theater der Nacht ist wirklich toll. Schaut doch mal auf deren Homepage.

Krimi-Lesung beim Kath. Frauenbund in Bilshausen

Der Frauenbund Bilshausen hatte Michaela Schreier, Gudrun Strüber (unsere Verlegerin) und mich am 6. Februar 2017 eingeladen aus unseren „Mordsgeschichten aus dem Eichsfeld und anderswo“ zu lesen.
Das haben wir natürlich sehr gern gemacht.

 

Wir sind also voller Vorfreude angereist und wurden von Sabine Kreis und Anita Engelhardt ganz herzlich begrüßt!
Als erstes haben wir unseren Büchertisch bestückt.
Nach und nach trudelten die Gäste ein und der Raum füllte sich zusehends.

Als fast alle Plätze belegt waren, eröffneten Sabine und Anita die Veranstaltung und wir legten los.

 

 

Als erstes las Gudrun Strüber ihren Kurz-Krimi „Hundewetter“.
Der Krimi spielt in Bilshausen und kam sehr gut an. Die Zuhörerinnen erkannten natürlich die „Tatorte“ und haben oft gelacht.
Danach nahm Michaela Schreier uns mit auf eine spannende Reise in die „Schatten der Vergangenheit“.
Ihr Duderstädter Kurz-Krimi sorgte für ordentlich Gänsehaut unter den Zuhörerinnen.

 

Als letztes las ich meinen Kurz-Krimi „Blutmond“. Es ist eine Geschichte über einen unbescholtenen Rüdershäuser Bürger der auf merkwürdige Art und Weise in kriminelle Machenschaften verstrickt wird und dabei dem berüchtigten Rüdershäuser Mahnehund begegnet.

Zum Abschluss lasen Michaela und ich noch das Eichsfeld-Krimi-Gedicht von unserer lieben Kollegin Barbara Merten.

Auch dieser Beitrag kam, wie schon so oft, sehr gut an und sorgte für einen tollen Applaus.

Ein herzliches DANKESCHÖN an Anita und Sabine und den Kath. Frauenbund für die Einladung. Uns hat die Lesung sehr viel Spaß gemacht – wir kommen gern mit unserem neuen Projekt, in dem es auch eine Bilshäuser Geschichte geben wird, 😉 wieder!

Lesung beim Landfrauenverein Rhumetal

Nachden die Baumpark-Lesung beim Landfrauenverein Rhumetal im September so gut angekommen ist, hatten  mich die Landfrauen eingeladen auch bei ihrer Adventsfeier etwas Passendes zu lesen.
Der Abend stand unter dem Motto „Engel und Himmlische Boten“.
Ich war natürlich gern dabei und habe meine Kollegin Michaela Schreier mitgebracht.

Nach der Begrüßung und einem Weihnachtslied haben wir erst einmal etwas gegessen.

Die Landfrauen hatten sehr Leckers vorbereitet und auch für wunderschöne Tischdeko gesorgt.

Dann gabs noch ein Weihnachtslied und im Anschluss daran habe ich meine brandneue Kurzgeschichte „Wintersterns Ewigkeit“ gelesen. Sie ist etwas traurig, geht unter die Haut, kam aber gut an.

 

 

Nachdem wir noch ein Weihnachtslied geträllt haben, las dann Michaela ihre ebenfalls neue Geschichte „Der blaue Saal – eine Leihgabe Gottes“. Die Geschichte und wurde in der Farbspiel-Anthologie „BLAU“ von Karina Pfolz veröffentlicht. Auch sie gefiel den Zuörerinnen sehr gut. Oft mussten wir lachen, da der Protagonist eine deutliche Sprache spricht und einige Dinge auf seine sehr spezielle Weise auf den Punkt bringt.

 

Zum Abschluss lasen wir dann gemeinsam aus unseren Mordsgeschichten das Gedicht „Ein Dieb“ von Barbara Merten. Viele der Eichsfelderinnen er kannten sich und ihre Landsleute darin wieder und alle lachten am Ende und spendeten und großartigen Applaus!
Dafür ein herzliches DANKESCHÖN! Es war wieder sehr schön bei euch!
Mit einem weiteren Weihnachtslied ließen wir den Abend ausklingen…

Krimi-Lesung auf der „Wehnder Warte“

Mit meinen lieben Kolleginnen Michaela Schreier und Barbara Merten war ich zur Lesung aus unseren Mordsgeschichten aus dem Eichsfeld und anderswo auf der Wehnder Warte eingeladen.

Es war ein gemütlicher, aber spannender Abend in einem sehr schönen Ambiente!

Danke an alle Gäste fürs Zuhören und den Applaus.
Danke auch an die Wehnder Warte Wolf für die Einladung und gelungene Organisation! Wir kommen gern wieder …

 

Buchpremiere „Mordsgeschichten aus dem Eichsfeld und anderswo“

stand-unter-arkadenDie Buchpremiere unserer neuen Creativo Krimi-Anthologie

„Mordsgeschichten aus dem Eichsfeld und anderswo“

fand am 5. und 6. November 2016 auf dem Duderstädter Wurstmarkt statt.

Wir hatten einen Stand unter den Arkaden des schönen Fachwerk-Rathauses.
dscf0196Der Ortsbürgermeister Hubertus Werner warnte in seiner Eröffnungsansprache die Mettwursttester vor, dass einer von ihnen in dem Krimi von Barbara Merten gemeuchelt werden würde.
Stadtbürgermeister Wolfgang Nolte wies ebenfalls auf unser Buch mit seiner Regionalität und Tagesaktualität hin.

Da bereits seit Ende Oktober Flyer auslagen, und viele schon sehnsüchtig auf das Erscheinen des Krimis gewartet hatten, stürmten die Besucher gleich darauf unseren Stand.
Zum Glück hatten wir genügend Exemplare dabei und stießen mit den ersten Käufern bei einem Schlückchen Sekt darauf an.

Es gab viel Lob für die Idee einer Krimisammlung mit Lokalkolorit und für das sehr gelungene Cover.
Das Lob für das Cover habe ich bereits an unseren Mediengestalter weitergegeben 😉

scharfrichter-hans-zinke-claus-ludwikowskiManch prominente Größe der regionalen Politik und Gesellschaft sowie befreundete Autorenkollegen aus dem Harz kamen zu uns.
Besonders erheiternd war der Besuch von Scharfrichter Hans Zinke, dem unsere mörderischen Geschichten hoffentlich auch gefallen 😉

Barbara Merten las am Samstag und Sonntag jeweils um 15 Uhr ihren Krimibeitrag aus der Anthologie: „Der Mettwursttester“ im Kophus.
Die realen Mettwursttester haben aber zum Glück alle überlebt.

Für den Markt-Sonntag mussten wir dann all unsere Buchreserven herankarren, denn der Verkauf lief außergewöhnlich gut.
Nachdem wir inzwischen auch die regionalen Buchhandlungen mit einigen Exemplaren beliefert haben, müssen wir schon in den Nachdruck gehen!

Mordsgeschichten aus dem Eichsfeld und anderswo

Anthologie
Herausgeber: Creativo – Initiativgruppe für Literatur, Wissenschaft und Kunst

Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 2016
240 Seiten
Preis: 9,80 €
ISBN: 978-3-935912-48-8

Verlag: Fabuloso Verlag, Bilshausen

 

Die 6. Creativo-Anthologie „Mordsgeschichten aus dem Eichsfeld und anderswo“ ist die erste Anthologie die ich mit meiner lieben Kollegin Michaela Schreier ins Leben gerufen und bis zur Erscheinung und darüberhinaus betreut habe. Natürlich wurden wir von weiteren Creativos bei der Auswahl der Texte, der Gestaltung und dem Lektorat unterstützt, aber irgendwie ist es „unser Projekt“ geblieben.
Die Mordsgeschichten sind bei den Eichsfeldern, ehemaligen Eichsfeldern, Freunden und Besuchern unserer schönen Heimat sowie auch in anderswo sehr beliebt. Sie eignen sich übrigens sehr gut als Geschenk!

 

Hier geht´s zur Leseprobe

Blutmond
von Melanie Buhl

Riesengroß schien der Mond am Nachthimmel über Karls Heimatort Rüdershausen zu stehen. Er tauchte den kleinen Ort vor ihm in ein mystisches Spiel aus Licht und Schatten. Karl schritt zügig über den neuen Radweg, der die beiden Orte Rhumspringe und Rüdershausen verband. In der Ferne leuchtete das Firmenschild des Malers Stahl und wies ihm den Weg. Viel zu lange hatte er mit seinen Freunden beim Kartenspiel gesessen. Der Neue in der Runde, Franz, kam ihm sonderbar vor. Süffisant lächelnd hatte er über den ganzen Abend gewonnen und den Gewinn großspurig eingestrichen. Immer wieder fielen Bemerkungen, die Karl zusammenzucken ließen. Er habe den einen oder anderen Job zu vergeben, aber nur an mutige Männer, die keine Angst vor der Polizei hätten. Nein, natürlich nichts Illegales. Franz bot sogar an, dass die Freunde sich ihren Spielverlust locker mit einem kleinen Job ausgleichen könnten. Die anderen lachten arglos über diese dubiosen Angebote. Karl, den der Verlust der heutigen Pokerrunde arg schmerzte, hatte kurz darüber nachgedacht, ob er genauer nachfragen sollte, dann aber doch geschwiegen. Er wollte in seiner Situation nicht noch mehr Ärger. Seit Jahren ging alles schief. Seine Frau Hilde war seit einem Autounfall ein Pflegefall. Teilnahmslos lag sie in ihrem weiß bezogenen Bett. Wenn Karl sie im Pflegeheim besuchte, starrte sie wie durch ihn hindurch. Manchmal hatte sie Tränen in den Augen und Karl wünschte, dass sie ihn erkennen möge. Die Ärzte nannten es Wachkoma und machten ihm keine Hoffnung auf Besserung. Der Unfallverursacher hatte sich einfach aus dem Staub gemacht, ohne sich um die schwer verletzte Frau zu kümmern. Ein zufällig vorbeikommender Arzt leistete damals Erste Hilfe, sonst wäre Hilde noch an Ort und Stelle verblutet. Einziger Hinweis war, dass das Unfallfahrzeug von extrem grellgrüner Farbe gewesen sein musste. Laut Polizeiaussage war es keine Standardfarbe irgendeines Herstellers, sondern nachlackiert. Spuren davon konnten an Hildes Wagen sichergestellt werden. Kinder hatten die beiden nicht und in seiner Trauer und Einsamkeit hatte Karl Trost im Alkohol gefunden. Seinen Job als Taxifahrer hatte er dadurch verloren und das Pflegeheim verschlang die letzten Ersparnisse. Mit Gelegenheitsjobs hielt er sich über Wasser. Manchmal stahl er ein paar Lebensmittel – Mundraub, so entschuldigte er sich vor seinem aufkeimenden Gewissen. Die Bestohlenen sahen das leider nicht so locker. Einige Anzeigen gegen ihn liefen schon. Das sprichwörtliche Wasser stieg höher und höher. Es stand ihm bereits bis zum Hals. Hatte er beim Pokern ganz ansehnliche Gewinne gemacht, konnte er davon eine ganze Woche leben. Heute aber hatte ihm dieser dubiose Franz das letzte Hemd ausgezogen und Karl schlich mit leeren Taschen nach Hause. „Es muss was passieren. Irgendwie muss ich zu Geld kommen!“, murmelte er. Im fahlen Mondlicht glitzerte der Tau auf den Wiesen vor Rüdershausen, die als Mahnte bekannt waren. Das lang gezogene Geheul eines Hundes ließ Karl erschrocken zusammenfahren. ,Man könnte meinen, der berüchtigte Mahnehund sei unterwegs um die Bewohner seines Dorfes vor Bösem zu schützen.’ Bei dem Gedanken musste er grinsen. Wen interessieren schon alte Sagen? In den nächsten Wochen ging es mit Karl immer mehr bergab. Schließlich ließ er sich doch auf einen Handel mit Franz ein. Die Spielschulden, die er inzwischen bei ihm angehäuft hatte, ließen ihn zusehends schlechter schlafen. Franz hatte ihm großspurig einen Job besorgt. „Nichts Schwieriges“, hatte er gesagt. Er solle nur zur Rhumebrücke an der kleinen Verbindungsstraße nach Lütgenhausen kommen, ein Päckchen von einem Kurier annehmen und dieses einige Zeit aufbewahren. Dann würde er einen neuen Ort und Termin genannt bekommen, an dem er das besagte Päckchen an einen weiteren Kurier übergeben sollte. Auf Karls neugierige Frage, was denn in dem Päckchen sei, antwortete Franz von oben herab: „Es ist besser, wenn du das nicht weißt!“ „Aber es ist doch nichts Illegales, oder?“, erkundigte sich Karl vorsichtig. Franz lachte schallend: „Nein, natürlich nicht!“ Spöttisch blickte er hinter Karl her. „Wie kann man nur so naiv sein!“ ….

Lesung bei den Florisi Kolores im Jufi Duderstadt

Eine Unterabteilung der Organisation „Café Grenzenlos“ in Duderstadt ist das „Florisi Kolores“.
Alle 14 Tage Montags treffen sich Frauen aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern um sich bei einem Kaffee auszutauschen, Vorträge zu hören und gemeinsame Aktionen zu machen.

dscf0166Zu ihrem Treffen am 17. Oktober 2016 hatten sie mich eingeladen bei ihnen eine meiner Geschichten zu lesen.

Als ich eintraf wurde ich sehr herzlich begrüßt.
Die Frauen kochten Kaffee und Tee, deckten gemeinsam den Tisch und man spürte die gute Laune und das herzliche Miteinander der Frauen.
Bald waren alle mit Waffeln und Getränken versorgt.
dscf0182Nach einer kurzen Vorstellung von mir und meiner Autorinnentätigkeit, begann meine Lesung.
Ich trug ihnen meine neueste Kurzgeschichte „Einhörner weinen nicht“ vor.
In der Geschichte geht es um Frieden und Toleranz zwischen den verschiedenen magischen Geschöpfen.

Ich glaube, es hat den Florisi-Frauen gut gefallen.

Auch mir hat diese Lesung viel Spaß gemacht. Mein herzlicher DANK  geht an Frau Rexilius und ihre Florosi-Frauen für die Einladung!

Ich stelle immer wieder fest, dass sich nach kleineren Lesungen die Zuhörer eher trauen, Fragen zu stellen und es ergibt sich meist eine rege Diskussion. Nach großen Lesungen wagt meist niemand etwas zu fragen oder zu sagen. So ist es schön, das sich die verschiedenen Arten von Lesungen immer wieder abwechseln.

Meine liebe Kollegin Michaela Schreier war, wie so oft, an meiner Seite und hat die Fotos gemacht. Auch ihr ein herzliches DANKE!dscf0164

Burglesung – Dem Himmel so nah

Am 30. September 2016 waren wir Creativos zu Gast auf der Burg Scharfenstein-Eichsfeld.
Es war eine sehr schöne Lesung in einem besonderen Ambiente. Auch wenn wir das vielleicht von jeder Lesung sagen 😉 war diese wirklich etwas besonderes!

p3750478Die Stimmung war außergewöhnlich, das kleine Standesamt bis an den Rand mit Gästen gefüllt, die Geschichten glänzten in einer sehr guten Mischung aus Spannung, Humor, Mystik und Grusel.

Die Moderation des Abend lag in den Händen von Michaela Schreier und mir. Ich war wie immer ganz schön aufgeregt. Ich glaube, ich kann noch tausend Lesungen halten und/oder moderieren, das Lampenfieber bleibt! Aber vielleicht ist das auch ganz gut so. Dann verliert man nicht den Respekt vor der Situation und bleibt in der nötigen Anspannung!

Unser Dank gilt Frau Lagemann vom Burgmanagement für die tolle Organisation und das nette Miteinander, Cornelia Schmidt für ihre passende Bilderausstellung und Richard Erren für die musikalische Gestaltung.

DANKE auch an unsere Zuhörerinnen und Zuhörer – Sie waren ein tolles Publikum!
p3750484Und nicht zuletzt möchten wir uns bei unserem Gast Klaus Hegenwald bedanken, der die hier gezeigten Bilder gemacht hat, und sie uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat!

Auf dem unteren Bild von links nach rechts: Martina Lagemann, Maria Göthling, Cornelia Schmidt, Melanie Buhl, J.G. Lenz, Gudrun Strüber, Michaela Schreier, Barbara Merten, Richard Erren und Werner Heinemann.

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