Melanie Buhl

Autorin

Kategorie: Allgemein (Seite 1 von 9)

Im Lesecafé des Theaters der Nacht in Northeim

Am Freitag war ich mit meinen lieben Kolleginnen Barbara Merten und Michaela Schreier im Lesecafé des Theaters der Nacht in Northeim zu Gast.
Das wunderschöne und anheimelnde Café war, wie immer, bis auf den letzten Platz besetzt.
Wir haben die neue Anthologie unserer Autorengruppe Creativo Freiheit hier und anderswo vorgestellt und ich habe aus meiner Ruma eine Kostprobe gegeben.
Eine rundum gelungene Veranstaltung, die uns wieder einmal riesigen Spaß gemacht hat. Herzlichen Dank an Frau Gottschalk und ihr Team🤗

Hier gibt es einige Bilder der Lesung. Für eine größere Ansicht, einfach klicken:

Ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende

Wie ihr wisst, hat im Mai mein dritter Roman Ruma das Licht der Bücherwelt entdeckt.
Ruma hat mich danach mit auf eine aufregende Reise genommen. Sie hat ihre heimatliche Quelle verlassen und ist in Buchform um die Welt gezogen. Viele Leserinnen und Leser haben mir Bilder geschickt, wo sie Ruma gelesen haben. Ich habe diese Bilder gesammelt.
Hier könnt ihr sie, wenn ihr mögt ansehen.

Eine stattliche Reihe von Lesungen folgte. Auf meiner Website findet ihr Bilder und Berichte zu den einzelnen Events.

Die beiden aufregendsten Ereignisse waren für mich die Lesung im Rahmen des Quellenkonzerts und die beiden Besuche bei den Radios. Zuerst bei Radio ffn und dann beim Stadtradio Göttingen.
Beide kann man auf meiner Website nachhören.

Die letzte Lesung war am 18. Dezember in der Grundschule Rhumspringe. Dort habe ich meine neueste Weihnachtsgeschichte „Wie das Christkind durchs Fenster entkam“ gelesen.
Meine Newsletterabonneten haben diese Geschicte mit den Weihnachtsnewsletter erhalten.
Wer möchte, kann mir eine E-Mail schreiben und die Geschichte auch jetzt noch bekommen.

Nach einer kurzen Pause geht es im Januar gleich weiter. Am 17. Januar bin ich mit meinen lieben Kolleginnen Michaela Schreier und Barbara Merten im Theater der Nacht in Northeim zur Lesung. Weitere Lesungen sind für 2020 in Planung.

Ja und dann habe ich im nächsten Jahr Jubiläum. Mein erster Roman Melodie der Ewigkeit ist 2010 erschienen und somit sind das Buch und meine Autorinnentätigkeit 10 Jahre alt.
Für all das, was ich in diesen Jahren erlebt und gelernt habe, bin ich unendlich dankbar. Vieles wäre ohne die tatkräftige Hilfe lieber Menschen nicht möglich gewesen. Danke an euch und natürlich an meine zahlreichen Leserinnen und Leser.
Zu diesem Anlass werde ich mir etwas Schönes für meine Leserinnen und Leser überlegen. Seid gespannt …

Ich hoffe, ihr habt ein paar schöne und besinnliche Weihnachtstage im Kreise eurer Lieben gehabt und wünsche euch allen ein gesundes, glückliches und erfolgreiches neues Jahr.

Melanie Buhl

P.S.: Wer über Neuigkeiten aus meiner Bücherwelt und Lese-Termine auf dem Laufenden bleiben möchtest, kann sich hier in meinen Newsletter eintragen.

Wie das Christkind durchs Fenster entkam

Wie das Christkind durchs Fenster entkam

von Melanie Buhl

 

Erwachsenengeheimnisse – wie Tilda dieses Wort hasste! Ständig tuschelten die Eltern und Großeltern über irgendetwas, scheinbar hochspannendes und nutzten das verhasste Wort, wenn Tilda neugierig nachfragte. Jetzt in der Weihnachtszeit wurde es besonders schlimm.

Tilda war ja kein Kleinkind mehr und wusste, dass es den Weihnachtsmann und den Osterhasen nicht gab. Das konnten die Erwachsenen einfach mal begreifen!

Der Osterhase war Oma Marga. Tilda hatte ihre Oma ertappt, wie sie auf einem Spaziergang immer hinter den anderen her schlenderte und die Schoko- und Zuckereier direkt vor ihre Füße warf. Dann rief sie ganz erstaunt: „Habt ihr die hier nicht gesehen?“

Tilda und ihr kleiner Bruder Jonas waren gerade erst vor Sekunden an der Stelle vorübergelaufen und hatten, trotz aufmerksamer Suche, keine der heißbegehrten Süßigkeiten gefunden. Kein Wunder, wenn Oma Marga die erst danach hinwarf! Tilda hatte bei dieser Entdeckung erst laut protestieren wollen, schwieg dann aber beleidigt. Sie kam sich veräppelt vor. Was sollte das? Trotzig hatte sie sich von da an geweigert, weiter an der Suche teilzunehmen. Jonas störte das nicht, so konnte er alle Ostereier in seinen eigenen Korb sammeln.

Dass es den Weihnachtsmann nicht gab, hatte Tildas Freund Ben im letzten Jahr lauthals durch die Klassenräume der ersten Klasse posaunt. Die Lehrerin hatte das damals als Anlass genommen, um mit den Kindern über Bräuche, zu den verschiedenen Festen zu sprechen. Okay, der Weihnachtsmann war also eine Erfindung der Industrie. Wenig spektakulär, fand Tilda. Trotzdem schien alle Welt an ihn zu glauben, wenn man der Werbung im Fernsehen und der Auslage in den Geschäften trauen konnte.

Nur das mit dem Christkind, das blieb ein Rätsel. Wenn Tilda ihre Lehrerin richtig verstanden hatte, dann war Jesus das Christkind und an Weihnachten wurde sein Geburtstag gefeiert. Dass es Jesus gegeben hatte, daran bestand scheinbar kein Zweifel. Allerdings fragte sich Tilda, wie Jesus wirklich ausgesehen haben mochte. Auf den Kreuzwegbildern in der Kirche war er ein Mann mit dunklen und glatten Haaren. Bilder vom Christkind zeigten aber ein blondgelocktes Mädchen.

Jedoch war es schon immer das Christkind gewesen, das bei ihnen die Geschenke unter den Christbaum legte. Also musste es das Christkind geben, wie auch immer es aussah, war Tildas Überzeugung. Der Weihnachtsmann war in all den Jahren nie bei Tildas Familie gewesen.

Ben hatte jahrelang Stein und Bein geschworen, dass der gute alte Mann, mitsamt seinem großen schweren Sack stets an Heilig Abend zu ihnen nach Hause kam und die Geschenke überreichte. Im letzten Jahr hatte sich aber herausgestellt, dass sein Onkel Johann unter dem weißen Bart und dem roten Mantel gesteckt hatte. An der Stimme hatte Ben ihn erkannt und sofort entlarvt! Was für eine grandiose und zugleich dramatische Entdeckung!

In diesem Jahr wollte Tilda besonders acht geben, ob sie das Christkind einmal sehen könnte und damit seine Existenz endlich bestätigt wäre.

Der Heilige Abend verlief wie in jedem Jahr. Der Tannenbaum wurde in die Stube getragen und von den Kindern mit Begeisterung geschmückt. Als Letztes klemmte Vater die Bienenwachskerzen in ihren goldenen Haltern an die Zweige. Auch ohne dass sie brannten, verströmten sie schon ihren weihnachtlichen Duft.

Dann gingen sie gemeinsam in die Kirche. Da Jonas noch so klein war, besuchte die Familie die Kinderchristmette, mit dem jedes Jahr wiederkehrenden Krippenspiel. Tilda liebte das Krippenspiel, obwohl sie es schon in- und auswendig kannte. Es war einfach eine wunderbare, fast magische Geschichte.

Als sie nach dem Stille Nacht – Heilige Nacht nach draußen gingen, hatte es angefangen zu schneien. Leise schwebten die winzigen Flocken zur Erde. „Fast wie ein Gruß vom Himmel – oder vom Christkind?“, fragte sich Tilda. Sie war mächtig aufgeregt und wollte schnell nach Hause. Ob das Christkind schon da gewesen war?

In den vergangenen Jahren war es immer gerade dann weggeflogen, wenn sie nach Hause kamen. Oft stand das Fenster noch einen Spalt offen und die Weihnachtsmusik hatte gerade erst angefangen zu spielen. Einmal mussten sie etwas länger vor der Stubentür warten. Das Christkind war scheinbar noch nicht fertig und es war ganz still hinter der Tür. Die beiden Kinder hatten aufmerksam an der Tür gelauscht, um vielleicht etwas vom Christkind zu hören. Tilda hatte dann auch gemeint, ein leises Klicken und ein Surren gehört zu haben, bevor die Musik anging. Diese Musik war immer das Zeichen dafür, dass das Christkind fertig war und die Kinder reinkommen durften.
Mit großen erwartungsvollen Augen ging es dann in die Stube. Stets lagen einige hübsch verpackte Geschenke unter dem Baum. Vater zündete die Kerzen an und jedes Kind sagte ein kleines Gedicht auf. Vom Christkind war zu diesem Zeitpunkt nichts mehr zu sehen, außer, dass manchmal das Fenster noch angekippt war. Tilda fragte sich allerdings, wie das Christkind durch diesen Spalt passte. Es musste sehr klein sein.

In diesem Jahr würde Tilda genau aufpassen. Sie hatte sich vorgenommen, nicht mit Jonas an der Tür zur Stube zu lauschen bis die Musik anging, sondern am Fenster im Treppenhaus stehen zu bleiben. Von dort aus könnte sie sehen, wenn das Christkind durchs Stubenfenster nach draußen flog.

Tilda drängelte ihre Eltern doch schneller zu gehen. Aber die ließen sich Zeit und erzählten noch ausgiebig mit den Eltern von Ben, die fast den gleichen Weg hatten. Ben berichtete Tilda von seinen Wünschen und der Hoffnung, möglichst viele erfüllt zu bekommen. Tilda hatte nur den einen Wunsch: endlich das Christkind zu sehen!

Erst als Jonas anfing zu niesen, verabschiedeten sich die Erwachsenen voneinander, wünschten sich ein frohes Fest und beide Familien gingen nach Hause.

Jetzt wurde es spannend, befand Tilda. Nachdem sie alle die Jacken und Schuhe ausgezogen hatten, standen ihre Mutter und ihr kleiner Bruder voller Erwartung vor der Stubentür. Vater lehnte etwas abseits am Garderobenschrank. Tilda hatte sich gleich ans Fenster gestellt und spähte hinaus. Das Schneetreiben wurde dichter und dichter, aber das Fenster zur Stube konnte sie trotzdem gut erkennen.

„Willst du nicht zu uns kommen, um zu hören, wenn die Musik angeht?“, fragte Mutter.

„Nööö … “, entgegnete Tilda, „ich lasse euch vorgehen!“ Dabei lehnte sie sich an die Wand neben dem Treppenhausfenster.

Vater und Mutter tauschen einen merkwürdigen Blick. Vater nickte leicht und Mutter zucke fast unmerklich mit den Schultern. Tilda sah das, konnte sich aber keinen Reim darauf machen. Sie drehte sich zum Fenster um und spähte angespannt wieder hinaus.

Genau in dem Moment hörte sie wieder das vertraute leise Klicken und ein Surren, dem sogleich die Weihnachtsmusik folgte. Jonas stürmte sofort in die gute Stube. Tilda hatte das Stubenfenster die ganze Zeit im Blick gehabt. Dort war ganz sicher niemand herausgeflogen.

Sie drehte sich um und konnte gerade noch sehen, wie Vater eine kleine schwarze Fernbedienung auf den Garderobenschrank zurücklegte! Ihr stockte der Atem. Sie verstand sofort, dass Vater die Stereoanlage in der Stube eingeschaltet hatte und damit die Musik zu spielen begann!

Dann gab es also gar kein Christkind, auch das war nur eine Erfindung der Erwachsenen. Tilda war empört!

Vater bemerkte sofort, dass seine Tochter ihn ertappt hatte. Er legte den Zeigefinger an die Lippen und machte „Psssst …“

Tilda blickte ihn wütend an. „Dann gibt es also das Christkind auch nicht?“, zischte sie.

„Nicht so laut. Natürlich gibt es das Christkind. Es ist ja Jesus, wie du weißt. Nur das Bild von dem blonden Kind im weißen Kleid, das ist nicht ganz richtig.“

„Aber dann lügt ihr Erwachsen uns Kinder doch an. Kein Christkind und kein Weihnachtsmann legen die Geschenke unter den Baum. Das seid ihr!“ Tilda standen Tränen der Enttäuschung in den Augen.

Vater nahm sie tröstend in den Arm. „Das stimmt. Wir Eltern und Großeltern machen das. Aber es stimmt auch wieder nicht. Denn jeder der an Jesus Christus glaubt, ist ein Christkind und darf anderen Menschen, zu Jesu Ehren, an dessen Geburtstag etwas schenken. Und wenn manche das in eine schöne mystische Geschichte verpacken, um den Zauber der Weihnacht zu verstärken, dann ist das nicht böse gemeint, sondern liebevoll.“

Tilda dachte darüber nach. Ja es war immer schön und spannend gewesen, als sie noch an all die erfundenen Gestalten geglaubt hatte. Wenn ihre Eltern diese Geschichten nicht erzählt hätten und für Tilda immer klar gewesen wäre, dass es keinen Osterhasen und keinen Weihnachtsmann gegeben hätte, dann hätte viel von der mystischen Stimmung gefehlt, die die Feste so besonders machte.
Aber nun wusste sie es. Würde sie Weihnachten noch so feiern können, wie bisher? Würde ihr der besondere Zauber nicht fehlen? Fragend schaute sie ihren Vater an. „Und jetzt?“

„Jetzt schauen wir mal, was Jonas unter dem Baum gefunden hat. Für ihn werden wir das Weihnachtsritual noch einige Jahre aufrecht halten. Du bist nun groß und kennst das Geheimnis. Lass deinen Bruder noch ein bisschen in dem Glauben an das kleine Christkind!“

Tilda nickte tapfer. Ja, Jonas würde es noch früh genug erfahren. Dann folgte sie ihrem Vater in die Stube. Der zündete die Kerzen am Baum an. Die funkelnden Lichter spiegelten sich in den Augen der ganzen Familie. Da spürte Tilda, dass gerade ein anderer Zauber geboren wurde. Einer, der ein Leben lang anhalten würde.

***

Wer mag, kann die Geschichte  hier über den „Download“ Button als PDF kostenlos runterladen:

Herbstlesung der Creativo zum Thema „Freiheit … hier und anderswo“

Am Donnerstag den 28.11.2019 waren wir, die Creativo, erneut Gäste der Stadtbibliothek Duderstadt. In diesem Jahr fand die Lesung im großen Rathaussaal statt.

Anlässlich des 30. Jahrestages der Grenzöffnung, haben wir uns mit dem Thema „Freiheit“ auseinandergesetzt. Die sehr unterschiedlichen Texte sind in unserer inzwischen 8. Anthologie mit dem Titel „Freiheit … hier und anderswo“ veröffentlicht.

Hier ein paar Bilder von der sehr gelungenen Lesung. Für eine größere Ansicht, einfach auf das Bild klicken:

Lesung bei den Flores de Colores im JUFI

Am 21. Oktober 2019 war ich von den Duderstädter „Flores de Colores“ ins Mehrgenerationhaus „JUFI“ eingeladen worden, um aus meiner Ruma zu lesen.
Es war eine von den kleinen, aber feinen Lesungen, die ich so liebe. 13 Zuhörerinnen die erst aufmerksam meiner Geschichte lauschten und dann viele Fragen stellten📚.
Danach ergab sich ein toller Austausch über das Thema unserer neuen Creativo-Anthologie „Freiheit … hier und anderswo“, aus der ich zum Abschluss meine Geschichte „Susi“ gelesen habe.

Vielen Dank für die Einladung! Ihr wart ein tolles Publikum 😍

Diese Lesung war nicht öffentlich, deshalb nur zwei Bilder von mir.

 

 

StadtRadio Göttingen: Meine Geschichte für Martina

Am 13. Oktober 2019 war ich beim StadtRadio Göttingen in der Sendung

„Meine Geschichte für Martina“

zu Gast.

Mit der Moderatorin Martina Frigge-Filbir durfte ich eine ganze Stunde über mein Autorinnenleben plaudern. Wie bin ich zum Schreiben gekommen? Wo finde ich meine Inspirationen ? Welche Projekte sind gerade aktuell und was ist in Planung? Wie ist das mit der Verlagssuche und dem Vernetzen mit Autorenkolleginnen und -kollegen?

Es war eine sehr schöne und kurzweilige Stunde.
Wer die Sendung nicht live hören konnte, hier der Mitschnitt auf meinem YouTube Kanal. Natürlich ohne die eingespielten Songs …

Wer mag, kann die Audio-Datei hier über den „Download Audio“ Button kostenlos runterladen und das Interview  über Handy oder ein anderes beliebiges Abspielgerät in Ruhe nachhören:

Und hier noch ein paar Erinnerungsfotos. Zum Vergrößern klicken:

Lesung in der Eichsfelder Genussmanufaktur in Hilkerode

Es war eine kleine, aber feine und seehr gut besuchte Lesung.
Alle Karten waren im Vorfeld verkauft worden und ich konnte sozusagen vor „vollem Haus“ lesen.
Vanessa Müller hatte ihren Laden mit Kerzenlicht mystisch passend in Szene gesetzt😍
Zuerst gab es für die Zuhörerinnen und Zuhörer einige Einblicke in Ruma und ihre Welt. Danach habe ich aus unserer brandneuen Creativo-Anthologie „Freiheit … hier und anderswo“ meine Geschichte von Susi gelesen. Das gab manchen Lacher und bildete einen schönen Abschluss der Lesung.
Im Anschluss gab es einige Snacks und Getränke aus dem Sortiment der Eichsfelder Genussmanufaktur. Sehr lecker, kann ich euch sagen!
Wir haben noch lange gequatscht über Ruma, Susi und Vanessa s leckere Snacks. Ein rundum gelungener Abend.

Schaut mal in die Bilder. Zum Vergrößern klicken:

Freiheit … hier und anderswo

Anthologie
Herausgeber: Creativo – Initiativgruppe für Literatur, Wissenschaft und Kunst

Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 2019
228 Seiten
Preis: 9,80 €
ISBN: 978-3-945346-75-4

Verlag: Fabuloso Verlag, Bilshausen

Bestellungen: Direkt bei mir oder bei Amazon.

Freiheit – für uns ein fast alltägliches Wort. Für andere Menschen ein gewaltiges Wort, ein unerreichbarer Zustand. Wir leben heute in einem freien Land. Aber das ist keine Selbstverständlichkeit. Vor 30 Jahren fiel die innerdeutsche Grenze und die Mauer in Berlin. Tausende Menschen strömten von Ost nach West und umgekehrt.

Viele suchten die Freiheit. Haben sie sie gefunden?

In besonderem Maße waren Berlin als geteilte Stadt und das Eichsfeld als geteilte Landschaft von der Teilung betroffen. Ist nach all den Jahren der Einheit die Freiheit noch das, was die Menschen heute suchen?
Die Autorinnen und Autoren der Creativo erzählen in diesem Buch in vielfältiger Weise wie sie Freiheit erlebt haben und noch erleben. Die Geschichten handeln von Menschen, die nicht frei sind, erzählen von Träumen, die vom Wunsch nach Freiheit geprägt sind. Oder beleuchten in humorvoller Weise die kleinen Unfreiheiten des Alltags.

Nehmen Sie sich die Freiheit einer Pause, lehnen sich zurück und lassen sich entführen in die Freiheit der Gedanken.

Hier geht´s zur Leseprobe

Susi
von Melanie Buhl

Heute waren wir wieder gemeinsam unterwegs. Keine lange Strecke, aber in der Stadt, wo ich etwas zu erledigen hatte, kannte ich mich nicht so gut aus und hatte darum um Susis Hilfe gebeten. Widerwillig – aber es schien mir das kleinere Übel zu sein.

Susi fuhr gelangweilt aber bereitwillig mit. Einerseits war ich froh, nicht völlig allein unterwegs zu sein, andererseits ging mir meine gelegentliche Mitfahrerin mächtig auf die Nerven. Ständig kommandierte sie herum, fahr links, fahr rechts. Es war manchmal kaum auszuhalten!

Besonders nervig war es, wenn Susi meinte, einen besseren Weg als ich zu kennen, obwohl ich in der Gegend aufgewachsen war und mich bestens auskannte. Manchmal nahm ich eben lieber einen Umweg in Kauf, als durch ein Waldstück zu fahren, das mir zu düster erschien oder im Winter womöglich nicht ordentlich geräumt oder gestreut war. Susi hatte für solche Sentimentalitäten kein Verständnis. Sie kannte sich hervorragend aus, das gestand ich ihr zu, aber diese ständige Besserwisserei trieb mich in den Wahnsinn. Wie oft hatte ich den Impuls unterdrückt, einfach anzuhalten und sie an die frische Luft zu setzen? Nein, das tat ich natürlich nicht. Manchmal war sie ja doch hilfreich und hatte gute Tipps.

Und dann Susis strikte Weigerung, nach all den Jahren zu einem vertrauten Du zu kommen. Ihre ganze unterkühlte Art nervte. Gute Freunde würden wir sicher nie werden. Es war eher eine Zweckgemeinschaft. Die heutige Fahrt lief anfangs noch gut, Susi war freundlich und gab sinnvolle Hinweise.

Dann kam die erste Kreuzung, an der ich mich anders entschied, als es Susi für richtig gehalten hätte. Nachdrücklich verlangte Susi zu wenden. Als ich mich weigerte, bestand sie bockig darauf, spätestens an der nächsten Kreuzung wieder ihrem Rat zu folgen. Als ich, dort angekommen, ein zweites Mal meinen Kopf durchsetzte, verharrte Susi in beleidigtem Schweigen. Ebenso bei meinem drittem Auflehnen gegen Susis Rat. Danach folgte ich brav den Anweisungen meiner Mitfahrerin und es schien Frieden eingekehrt zu sein.

Bis wir die fremde Stadt fast erreicht hatten.

Ich wusste, dass wir an der Tankstelle abbiegen mussten. Susi meinte wieder, einen besseren Weg zu kennen, und protestierte lautstark. Als wir dann kurz vor meiner bevorzugten Abfahrt waren, hatte Susi wohl die Schnauze voll. Vielleicht dachte sie sich: Was soll ich hier, wenn Tabea sowieso nicht auf mich hört?…

Ruma on Tour

Von wegen, Ruma ist gefangen in ihrer Quelle! Sie geht auf weite Reisen in die ganze Welt!

Einige Leserinnen und Leser haben mir Bilder geschickt,  an welchen Orten sie Ruma gelesen haben.
Das am weitesten entfernte Foto ist bislang* aus Abu Dhabi. Ruma ist mit der amtierenden Rhumenixe Lena Marie Diederich dort gewesen.
(*Nachtrag Januar 2020: Mit P. in die Karibik ist es deutlich weiter, als nach Abu Dhabi)
Ich bin begeistert zu sehen, wo Ruma hingereist ist😍. Aber schaut selbst  …

Zum Vergrößern klicken.

Wer weitere Fotos für meine Sammlung hat, kann sie mir gern schicken.

Ruma bei radio ffn

Was für ein aufregender Vormittag😎
Ich war heute mit Ruma zum Interview bei radio ffn im Studio Göttingen.
Die liebe Nina Maria hat mir allerhand Fragen zu Ruma, zur Sage selbst und zur Entstehungsgeschichte meines Buches gestellt.
Ich war ganz schön aufgeregt aber es hat total viel Spaß gemacht. Das Radio Team ist echt toll und Jan Fragel hat ein wunderbares Erinnerungsfoto von Nina Maria, Ruma und mir gemacht.

***

Am 29. und 30. August 2019 wurden dann zwei kurze Beiträge aus dem Interview gesendet.
Für alle die es verpasst haben, haben wir die Beiträge zusammengefasst.
Ihr könnt sie hier anhören:

 

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