Melanie Buhl

Autorin

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Rezension „Und dann ist alles anders“
von Nelly Fehrenbach

Ich muss zugegeben, dieses Buch hätte ich wohl nicht gelesen, wenn ich nur das Cover gesehen hätte. Das ist zwar hübsch anzusehen, aber es hätte mich nicht neugierig aufs Buch gemacht.
Aber wie es der „Zufall“ wollte, bin ich bei Facebook über einen Gewinn-Post der Autorin mit dem Klappentext gestolpert.
Eine Frau die seit Jahren unter Migräne leidet und bei der dann eine schlimme Diagnose gestellt wird. Das hat mich angesprochen. Wer selber Migräne hat, kennt vielleicht auch die Angst, dass etwas Ernsthaftes dahinterstecken könnte. Nelly Fehrenbach hat einige Exemplare über Facebook verlost und ich gehörte tatsächlich zu den glücklichen Gewinnern.

Klappentext:

Was machst du, wenn dir das Leben eine schwere Diagnose stellt?

Die Migräneattacken schiebt Charlotte auf ihre anstrengenden Hochzeitsvorbereitungen – bis sie aus heiterem Himmel einen schweren Krampfanfall erleidet. Sie, die sonst als Krankenschwester immer anderen hilft, muss nun selbst umsorgt werden, und eine verstörende Diagnose stürzt sie in eine tiefe Krise. Die Hochzeit mit ihrem Verlobten Jörg wird abgesagt, seine liebevolle Hilfe stürzt sie nur noch tiefer in ihre Verzweiflung. Doch als ihre Kraft nur noch zum Sterben reicht, begegnet ihr ein anderer Mann. Auch er ist gezeichnet von einer Krankheit, aber er hat eine ganz andere Art damit umzugehen als sie. Aufgeben ist keine Lösung! Auf einmal scheint Weiterleben möglich, wenn Charlotte lernt, ihre Krankheit zu akzeptieren.

 

Ich habe gleich nachdem das Buchpaket kam, voller Vorfreude und noch im Stehen, die ersten 4 Seiten gelesen. Bis Seite 20 ging es dann weiter auf dem Küchenstuhl. Dieses Buch hat mich sofort gepackt. Die Autorin schreibt flüssig und fesselnd. Mit eindringlichen Worten schildert sie, wie die Diagnose Hirntumor die Krankenschwester Charlotte aus ihren gewohnten Bahnen wirft. Es verändern sich ihre Sichtweisen auf ihre Krankheit und auf ihre Perspektiven. Was sie ganz sicher nicht will, wird zusehends klarer. Bei all dem verdrängt sie aber, dass sie auch Chancen hat, die sie nutzen könnte und dass viele Menschen es gut mit ihr meinen, auch wenn diese nicht immer alles richtig machen. Denn auch das Umfeld, Kollegen, Freunde und Familie von Charlotte ändern sich, haben Mitleid, wollen helfen. Aber all das will Charlotte nicht.
Charlottes Beziehung zu ihrem Verlobten Jörg wird auf manch harte Probe gestellt. Und dann, als alles im Chaos versinkt, als sie glaubt keinen Ausweg mehr zu sehen, trifft sie auf Paul. Durch ihn lernt sie wieder Mut zu fassen und sich für die Dinge zu entscheiden die sie selber will. Sie geht einen schweren, aber selbstbestimmten Weg durch ihre Krankheit, erfährt was es heißt hilflos zu sein und Hilfe annehmen zu müssen. Sie kämpft sich tapfer wieder zurück ins Leben. Bis sie zu einem Kontrolltermin ihres Arztes muss…

Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Es liest sich trotz aller Dramatik locker und leicht. Die Ängste und Rektionen von Charlotte sind nicht immer meins gewesen, aber ich konnte oft trotzdem verstehen, warum sie so handelte. Die meisten Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, bei einigen hätte ich mir etwas mehr Tiefgang gewünscht.

Eine sehr emotionale Geschichte die dazu anregt, sich über das kostbare und nicht selbstverständliche Gut „Gesundheit“ Gedanken zu machen. Wer sich nicht scheut, sich mit so schweren Themen wie Krankheit und Tod auseinanderzusetzen, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

„Und dann ist alles anders“ von Nelly Fehrenbach
Tinte & Feder Verlag, ISBN“: 978-1542045940
Taschenbuch: 252 Seiten, Preis: 9,99€

Rezension „His Dark Materials“
von Philip Pullman

Es ist eine sehr beeindruckende Trilogie, die Philip Pullman hier geschaffen hat. Oft wird sie erwähnt, wenn es um den Harry Potter-Hype geht und dass sie ein paar Jahre vor J.K. Rowlings Bestseller erschienen ist. Ich liebe die Harry Potter Reihe aber sie mit His Dark Materials zu vergleichen, passt meiner Meinung nach nicht. Gut – beide spielen in England. Beide spielen in Parallelwelten, aber dann hört die Ähnlichkeit schon auf.

Ich habe 2007 den ersten Teil Der goldene Kompass im Kino gesehen. Trotz des merkwürdig offenen Endes hat mir der Film gefallen. Vermutlich habe ich damals schon geahnt, was in dieser Geschichte für ein brisanter Inhalt steckt. Als ich erfuhr, dass es nur der erste von drei Teilen ist, habe ich lange auf die restlichen Filme gewartet. Heute bin ich froh, dass es nicht in der gleichen Weise fortgesetzt wurde, wie es in der Verfilmung mit Nicole Kidman und Dakota Blue Richards begann. Ich mag den Film nach wie vor, aber dem Buch wird er absolut nicht gerecht!

Die Trilogie ist sehr komplex, enthält mehrere Handlungsstränge, die besonders im dritten Teil erst auseinanderdriften, um dann in spannender Weise wieder zusammengeführt werden.

Es geht in His Dark Materials um Lyra Belacqua, die als Waisenkind im Oxforder Jordan-College aufwächst. Sie ist ein wildes und draufgängerisches Mädchen. Als ständigen Begleiter lernen wir gleich auf den ersten Seiten ihr Seelentier, ihren tierischen Berater Pantalaimon kennen. Jeder Mensch in dieser Welt hat solch einen Dֹæmon. Bei Kindern kann er seine Gestalt wechseln, bei Erwachsenen sind die Dæmonen nicht mehr wandelfähig. Mit den Dæmonen wird klar, dass Lyra nicht in unserer Welt lebt, sondern, dass es sich um eine fremde Welt handelt, die der unseren ähnlich, aber doch in einigen Dingen anders ist.
Als einzigen Verwandten hat Lyra ihren Onkel, Lord Asriel, der sie gelegentlich besucht und vom College bei seinen Forschungen unterstützt werden möchte. Bei diesen Forschungen geht es um Staub. Damit ist nicht der Hausstaub gemeint, sondern eine geheimnisvolle kosmische Substanz, die die Menschen umgibt und erst nach der Pubertät so richtig intensiv in Erscheinung tritt. Sie scheint irgendetwas mit der Erbsünde zu tun zu haben und wird von der sehr konservativen Kirche in Lyras Welt verteufelt.

Man kann leider keine Rezension schreiben ohne Details zu verraten. Bei der Komplexität der Trilogie wäre eine sehr kurze Fassung kaum verständlich. Daher habe ich mich entschlossen, so kurz wie möglich, aber doch hoffentlich verständlich zu schreiben, was in den einzelnen Bänden passiert. Viele Nebenhandlungen habe ich weggelassen und einiges nur kurz angerissen. Daher erhebt diese Inhaltsangabe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wer sich die Spannung aber komplett erhalten möchte, sollte ab hier nicht weiterlesen, sondern meinem Urteil vertrauen und sich schnellstens auf die Reise mit Lyra zu begeben. Es lohnt sich!

 

Zum Inhalt

Im ersten Teil Der Goldene Kompass (Northern Lights, 1995) wird Lyras Freund, der Küchenjunge Roger, von den geheimnisvollen Gobblern entführt. Sie macht sich auf die Suche nach ihm und anderen verschwundenen Kindern. Der Rektor des Jordan Colleges gibt Lyra heimlich ein Alethiometer, ein einem Kompass ähnliches geheimnisvolles Gerät.
Zuerst reist Lyra mit der scheinbar freundlichen aber im Inneren eiskalten Mrs Coulter nach London. Dort bemerkt Lyra, dass Mrs Coulter selbst etwas mit den Gobblern zu tun hat und flieht von ihr zu den Gyptern, dem Volk von Billy Costa, einem ebenfalls entführten Freund Lyras. Diese leben auf Hausbooten und ihre Anführer John Faa und Farder Coram versprechen Lyra, ihr bei ihrer Suche behilflich zu sein. Bei ihnen erfährt Lyra auch, dass ihre Eltern nicht tot, sondern Lord Asriel und Marisa Coulter sind.
Lyra lernt das Alethiometer zu lesen, welches ihr Antworten auf all ihre Fragen gibt.

Auf der Reise in den Norden trifft Lyra auf den Panzerbären Iorek Byrnison und den Aeronauten Lee Scoresby. Diese beiden stehen ihr durch alle drei Bände hindurch immer wieder bei, selbst als Lee tot ist hilft er ihr. Nachdem sie Iorek wieder zu seinem rechtmäßigem Platz unter seinesgleichen verholfen hat, begeben sich die Freunde nach Bolvangar. Dort sollen die Gobbler die gefangenen Kinder eingesperrt haben. Unterstützt werden die Abenteurer von den Hexen und einer ihrer Anführerinnen, Serafina Pekkala.
In Bolvangar angekommen findet Lyra Roger und die anderen entführten Kinder. Sie sollen alle durch Intercision, einer Art Guillotine, von ihren Dæmonen getrennt werden, damit sich der kosmische Staub nicht an ihnen festsetzen kann. Die Kirche hat dieses Verfahren in Auftrag gegeben, um den Staub und seine Wirkung einzudämmen Allerdings sterben alle Dæmonen und einige der Kinder bei der Prozedur. Lyra wird kurz vor ihrer Intercision von Mrs Coulter gerettet. Lyra traut ihr trotzdem nicht und flieht mit den anderen Kindern.

Mit Roger und Iorek begibt sich Lyra nun auf die Suche nach ihrem Vater Lord Asriel. Sie will ihm das Alethiometer bringen. Sie finden ihn auch in einer Festung nahe des Nordpols. Zu ihrem Entsetzen stellt Lyra fest, dass Asriel nicht das Alethiometer haben möchte, sondern das Leben eines Kindes braucht, um einen Zugang in eine andere Welt zu erschaffen. Seine Tochter will er nicht dafür opfern, aber Roger scheint ihm geeignet. Lyra kann Roger nicht retten, folgt aber ihrem Vater heimlich in die fremde Welt.

 

Im zweiten Teil Das magische Messer (The Subtle Knife 1997) lernen wir zuerst Will Parry kennen. Er lebt mit seiner kranken Mutter in unserer Welt und entdeckt durch Zufall ein Fenster in eine Parallelwelt. Dort, in der Stadt Cittàgazze, trifft er Lyra. Die Stadt ist fast menschenleer nur einige verstörte Kinder leben dort. Die Erwachsenen wurden von Gespenstern angegriffen und sind erstarrt oder tot. Gemeinsam gehen Lyra und Will durch das Fenster zurück in Wills Welt und versuchen etwas über Staub und Wills verschwundenen Vater, John Parry herauszufinden. Das Alethiometer führt sie zu Mary Malone einer Wissenschaftlerin die an Staub oder wie es in ihrer Welt heißt, Dunkler Materie forscht.
Will und Lyra treffen auf den geheimnisvollen Lord Boreal, den Lyra noch von früher aus ihrer Welt kennt. Er stiehlt das Alethiometer und will es nur gegen ein Magisches Messer aus Cittàgazze herausgeben. Unter abenteuerlichen Bedingungen ergattern Will und Lyra das Magische Messer mit dem man Fenster in fremde Welten schneiden kann und erobern auch das Alethiometer zurück. Will verliert dabei zwei Finger, wird dadurch aber zum rechtmäßigen Besitzer des Magischen Messers. Obwohl Will nun schwer verletzt ist, machen sich die beiden Kinder auf die Suche nach Wills Vater. Will findet ihn auch, aber sein Vater stirbt kurz darauf. Als Will wieder zum Treffpunkt mit Lyra zurückkommt, ist diese verschwunden. Nur ihr Rucksack mit dem Alethiometer ist noch dort.

 

Der dritte Teil Das Bernstein-Teleskop (The Amber Spyglass 2000) beginnt damit, dass Lyra von ihrer Mutter, Mrs Coulter, in einer Höhle gefangen gehalten wird. Sie hat Lyra mit einem Gift in einen tiefen Schlaf versetzt, weil sie weiß, das Lyra nicht freiwillig bei ihr bleiben würde. Die Vertreter der Kirche aus Lyras Welt wollen Lyra finden, da es eine Prophezeiung über sie gibt. Sie soll verantwortlich für einen erneuten Sündenfall werden, deshalb will die Kirche sie umbringen lassen.

Will trifft unterdessen auf die beiden Engel Balthamos und Baruch sowie den Panzerbären Iorek Byrnison, die ihm helfen Lyra zu finden. Er befreit sie mithilfe des Magischen Messers. Die beiden fliehen in eine weitere Parallelwelt. Begleitet werden sie dabei von den beiden Gallivespier-Spionen Chevalier Tialys und Lady Salmakia. Das sind Wesen, die auf Libellen reiten und nur eine Handbreit groß sind. Sie haben Giftstachel zu ihrer Verteidigung und stehen auf der Seite Lord Asriels. Sie sollen die Kinder zu ihm bringen. Tialys und Salmakia begleiten Lyra und Will vorher, auf deren Wunsch hin, jedoch noch in die Welt der Toten. Lyra will dort ihren Freund Roger um Verzeihung bitten, da sie sich für seinen Tod verantwortlich fühlt. Will möchte seinen Vater treffen.
Um in die Welt der Toten Einlass zu finden, müssen sich Lyra und Will, nach einigen anderen Schwierigkeiten, von ihren Dæmonen trennen. Auch wenn Will keinen sichtbaren Dæmon hat, spürt er den Schmerz, als er einen Teil von sich in der Welt der Lebenden zurücklassen muss. Die beiden finden Roger und John Parry und öffnen, nach langer und nervenaufreibender Reise, für die Toten ein Fenster in eine weitere Parallelwelt. Dorthin können diese hinübergehen, zu Staub werden und sich so wieder mit ihren Dæmonen vereinigen. Auch Will und Lyra verlassen die Totenwelt und suchen nun nach ihren verlassenen Dæmonen.

Pantalaimon und Wills inzwischen sichtbarer Dæmon befinden sich in der Nähe der Schlacht von Lord Asriel, der eine Republik des Himmels gründen will. Er hat dazu Krieger aus vielen Welt zu sich gerufen. Er muss als erstes den Engel Metatron besiegen, den Regenten des Allmächtigen. Der Allmächtige ist auch ein Engel. Nur eben schon sehr alt und nicht mehr in der Lage sein Reich zu regieren. Diese beiden leben im Wolkenberg. Es kommt zum Showdown zwischen Asriel und Metatron. Auch Marisa Coulter ist dabei und gemeinsam stürzen sie Metatron in einen Abgrund. Sie bezahlen dafür mit ihren Leben. All das in dem Glauben ihrer Tochter damit Zeit zu verschaffen, um zu überleben und vor der Kirche zu fliehen.

Zwischen diesen ganzen Geschehnissen erlebt man mit Mary Malone, der Forscherin, eine ganz andere, friedlichere Welt. Diese Welt, mit dem Fenster durch welches die Toten kommen und zu Staub aufgehen, ist bevölkert von den Mulefa. Dort heißt der Staub Sraf und es ist klar, dass er aus ihrer und auch aus allen Welten allmählich verschwindet. Mary baut sich ein Bernstein-Teleskop mit dem sie das Sraf sehen kann. Die Mulefa können das ohne Hilfsmittel. Sie forscht mit ihren primitiven Mitteln immer weiter. Eines Tages stehen Lyra und Will auf der Suche nach ihren Dæmonen vor ihr. Sie erklärt ihnen, was sie herausgefunden hat und dass alle Lebewesen untergehen werden, wenn der Staub gänzlich verschwunden sein wird. Die Kinder wandern auf ihrer Suche weiter, finden ihre Dæmonen und kommen zurück zu Mary und den Mulefa.

Lyra und Will hören von Mary noch eine weitere Geschichte aus deren Leben. Diese Liebesgeschichte bewegt die beiden so, dass sie sich bei einem Picknick am Meer ebenfalls ineinander verlieben.
Sie müssen nun von Mary erfahren, dass der Staub durch die unzähligen Fenster verschwindet, die im Laufe der Zeiten nicht wieder geschlossen wurden. Und, das jedes Mal beim Öffnen eines Fensters, ein neues Gespenst in Cittàgazze entsteht. Ebenso erfahren sie, dass die Menschen nur in ihrer eigenen Welt länger leben können. Das bedeutet, dass die beiden frisch verliebten ihr Leben nicht gemeinsam verbringen können, oder dass einer von beiden in der Welt des anderen nur wenige Jahre hat. Die Fenster müssen alle geschlossen werden, damit der Staub in der Welt bleibt, somit können sie nicht mehr hin- und herwandern. Nun stehen sie vor der schweren Entscheidung für eine kurze Zeit ihre Liebe zu leben, allerdings auf Kosten aller anderen Welten oder auf ihre Liebe zu verzichten und alle Welten zu retten!

Sie widerstehen der Versuchung, anders als Eva damals im Paradies und entgegen der Prophezeiung, und trennen sich schweren Herzens. Nachdem Will das letzte Fenster geschlossen hat, zerstört er das Magische Messer, damit niemals wieder ein Fenster geöffnet werden kann.

Lyra wird in ihrem Oxford wieder zur Schule gehen und Will macht sich in seiner Welt auf die Suche nach seiner Mutter. Mary wird ihn unterstützen und Serafina Pekkala ist für Lyra da.

 

Nach dem traurigen Ende musste ich lange über dieses Buch und seine Bedeutungen, die nicht immer sofort zu erkennen waren, nachdenken. Es hat auch etwas gedauert bis diese Rezension so war, wie sie nun ist und ich zufrieden war. Es ist eines der Bücher/Reihen, die ich in ansehbarer Zeit noch einmal lesen muss und ich vermute, dass ich noch ganz andere Aspekte darin finden werde.
Die Geschichte ist spannend, erfordert aber eine gewisse Portion an Aufmerksamkeit beim Lesen. Die verschiedenen Welten, die zahlreichen Personen und Namen müssen sich erst einmal einprägen. Aber die Charaktere sind sehr gut beschrieben, die Entwicklung von Lyra und Will von Kindern zu Erwachsenen verläuft schlüssig. Die Spannung wurde für mich dadurch immer erhalten, dass man bei einigen Personen nie wusste, sind sie gut oder böse. Auch welche Seite gut oder böse ist, war mir nicht immer klar. Vordergründig schon, aber ich hatte an einigen Zweifel. Manche haben sich bestätigt, andere nicht.
Es bleiben leider nach dem dritten Band noch einige Fragen offen. Zum Beispiel der Name des Magischen Messers, Æsahættr. Es bedeutet Gottesvernichter. Aber es wurde kein Gott damit vernichtet. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?
Einige Handlungsstränge wurden recht schnell zum Ende gebracht und haben dadurch etwas an Glaubwürdigkeit verloren. Was ist zum Beispiel aus Asrieles Republik des Himmels geworden? Wer übernimmt die Regentschaft nach dem Tod des Allmächtigen? Ist er wirklich Gott gewesen und wenn ja, wie kann seine Schöpfung nun weiterbestehen? Der Titel His Dark Materials, bedeutet ja eigentlich Seine dunkle Materie. Wessen Materie? Gottes Materie?
Nach mehr als 1400 Seiten hätte es sicher nichts geschadet, noch weitere Seiten für eine schlüssigere Auflösung zu verwenden.

Aber nun gut, so bleibt der eigenen Fantasie noch Raum.

Als Kinderbuch würde ich His Dark Materials nicht empfehlen, als Jugendbuch schon. Das liegt aber nicht an der vielzitierten Kirchenkritik, sondern an der Komplexität der Geschichte. Ich meine, ab 13 Jahren kann man das Buch getrost lesen. Auch die blutigen und gruseligen Stellen sind ab diesem Alter sicher kein Problem mehr.

Die Kirchenkritik finde ich nicht schlimm, schließlich ist auch die Kirche unserer Realität nicht ohne Kritik anzusehen. An einigen Stellen gab es aber Kritik am Glauben und Christentum an sich. Das war dann nicht so meins, aber es ist ja auch nur Fantasy, spielt in einer Parallelwelt und muss daher nicht so ernst genommen werden.

Heute denke ich, wenn Der Goldene Kompass von den Wachowski Geschwistern (Matrix, Cloud Atlas, Jupiter Ascending) verfilmt worden wäre, hätte es ein grandioser Erfolg werden können. Sie können sehr gut mit solch komplexen Geschichten und verwirrenden Handlungssträngen umgehen.

Von mir also 5 Sterne für eine außergewöhnliche Trilogie!

Nachtrag: Nach neuesten Informationen soll es eine weitere Trilogie über Lyra geben, der erste Band erscheint im Herbst 2017 auf Englisch.
Titel: The Book of Dust
Ich hoffe, dass darin einige der noch offenen Fragen geklärt werden. Ich bin sehr gespannt!

 

„His Dark Materials“ von Philip Pullman
Schuber vom Carlsen-Verlag, ISBN: 978-3551357205
1456 Seiten in drei Bänden, 19,99€

Rezension „Das Leben ist kein ruhiger Fluss“ von Brigitte Isensee

Zwischen Zweifel und Gottvertrauen den richtigen Weg finden

In „Das Leben ist kein ruhiger Fluss“ beschreibt die Autorin Brigitte Isensee sehr anschaulich und mit klaren Worten ihren ganz persönlichen, spirituell geprägten Lebens-Weg. Sie schildert ihre anfänglichen Ängste und Zweifel, ob das alles wohl „normal“ ist, was sie erlebt. Später spricht unbedingtes Gottvertrauen aus jeder Seite.
Engel und Geistwesen begegnen ihr, lehren sie Dinge zu sehen und zu tun, die fast unglaublich scheinen. Anhand von Beispielen schildert sie spannende, traurige und manchmal auch lustige Begebenheiten.
Man mag das Buch, einmal angefangen, nicht wieder aus der Hand legen.
Diese vielen kleinen, wundersamen Begebenheiten, die jeder von uns kennt, die unglaubwürdig oder nur wie Zufall erscheinen, sieht man nach dem Lesen dieses Buches mit anderen Augen. Dabei ist es keineswegs abgehoben oder zu esoterisch.
Besonders haben mir die Lebensnahheit der Geschichten und die Ehrlichkeit der Autorin gefallen.

 

Klappentext:

Bis zu meinem 45. Lebensjahr führte ich mit meinem Mann und meinen beiden Kindern ein ganz normales Leben, mit allen Höhen und Tiefen.
Nach dem Tod meiner Eltern, und ganz besonders nach dem Tod meines Mannes wurde ich von der geistigen Welt aufgefordert einen neuen Weg zu beschreiten.
Dieser Kontakt intensivierte sich mit der Zeit immer mehr. Ich fing an Dinge zu sehen, die für andere Augen nicht sichtbar waren. Meine Engel und mein Geistführer begleiteten mich.
Mir begegneten verstorbene Menschen, deren Seelen erdgebunden waren, und die ins Licht wollten.
Ich absolvierte in den vielen Jahren eine regelrechte „Ausbildung“ mit immer größer werdenden Anforderungen. Die Geistige Welt stand und steht mir stets lehrreich und hilfreich zur Seite.

Taschenbuch: 218 Seiten; Erschienen im Fabuloso Verlag 2011
Preis: 12,80€
ISBN: 978-3935912631

Rezension
„Spock und ich – Mein Freund Leonard Nimoy“ von William Shatner

Gerade eben habe ich dieses wunderbare Buch über eine besondere Freundschaft zu Ende gelesen und war sehr beeindruckt. Und das nicht nur weil ich ein großer Star Trek Fan bin!
Sollte es tatsächlich jemanden geben, der William Shatner und Leonard Nimoy nicht kennt – das sind die Darsteller von Captain Kirk und Mr. Spock aus der Star Trek Originalserie von 1966-1969 und den sechs Kinofilmen mit der Original Crew der USS Enterprise.

Geschrieben von William Shatner, berichtet das Buch zuerst darüber, wie sich die Karrieren der beiden Schauspieler ziemlich ähnlich entwickelten, bis sie sich dann bei den Dreharbeiten zu Star Trek kennenlernten. Nach anfänglicher Skepsis auf Seiten Shatners, er konnte es zuerst nicht verstehen, dass Nimoy als Spock mehr Aufmerksamkeit von den Zuschauern erhielt, als er selbst in der Hauptrolle des Draufgängers Kirk, wuchs eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden jungen Schauspielern.

Von da an standen sie sich, ähnlich wie Kirk und Spock, in den Abenteuern des Lebens bei. Scheidungen, Schicksalsschläge und manch andere Lebenskrise schweißten sie immer fester zusammen. Shatner bezeichnete Nimoy gern als „Brother from another mother“ und unterstrich damit, wie wichtig sein Freund stets für ihn war.

Die Jahre gingen mit gemeinsamen und einzelnen Projekten dahin. Sie traten beispielsweise gegenüber den Verantwortlichen bei Paramount gemeinsam auf und kämpften um eine höhere Gage für sich selbst und die restlichen Star Trek-Schauspieler. Leonard Nimoy hatte eine Zeitlang schwer damit zu kämpfen in der Öffentlichkeit nicht als Nimoy, sondern überwiegend als Spock erkannt zu werden. Irgendwann gestand er sich ein, wie viel Spock in Nimoy steckte und umgekehrt und dass eine strikte Trennung nicht möglich wäre. Shatner kam mit dem Ruhm besser klar. Er war nicht so nachdenklich und tiefgründig wie sein Freund Leonard.

Shatner schildert mit ehrlichen Worten die Höhen und Tiefen ihrer beider Leben. Er lässt nichts aus, auch die Alkoholprobleme seines Freundes werden thematisiert. Eines Tages erfuhr William Shatner von Leonards Krankheit. Nimoy hatte COPD, eine schwere Lungenkrankheit.
Wie die beiden und ihre Familien damit umgegangen sind, schildert Shatner sehr eindrucksvoll.
Unterstützt wurde er beim Schreiben dieses Buches von Weggefährten aus der Filmbranche aber auch von Adam Nimoy, Leonards Sohn. Am Ende berichtet Shatner, sehr traurig, über einen Zwist den die beiden nicht mehr beilegen konnten.

Wie wir ja alle 😉 wissen, starb Leonard Nimoy am 27. Februar 2015. Er hinterlässt eine große Lücke bei seiner Familie und seinen Freunden. Auch die Fans werden ihn und seine Interpretation des emotionslosen Vulkaniers Spock niemals vergessen. William Shatner schließt das Buch mit:

LLAP, mein Freund, mein lieber, lieber Freund.

Dieses Buch ist eine wunderbare Hommage an einen bemerkenswerten Menschen und eine besondere Freundschaft.
Es ist absolut lesenswert! Nein – es ist, um es mit Spocks Worten zu sagen – faszinierend!

„Spock und ich – Mein Freund Leonard Nimoy“ ist 2016 im Heyne Verlag erschienen und hat 301 Seiten.
ISBN 978-3-453-201439

Rezension
„Nimm dich vor den Muurspöök in Acht!“
von Michaela Schreier, Fabuloso Verlag

Schaurig schön!

Wer schaurig schöne Geschichten mag, der sollte dieses Buch unbedingt lesen. Die zehn Geschichten lassen die Gänsehaut so richtig schön kribbeln. Dabei sind alle von ganz unterschiedlicher Art. Jede Geschichte ist zusätzlich mit einer kleinen Zeichnung der Autorin stimmig illustriert.

Die titelgebende Geschichte „Nimm dich vor den Muurspöök in Acht“ spielt in einem gespenstischem Moor mitten im Emsland. Die Moorgeister – von den Einheimischen Muurspöök genannt, treiben dort ihr Unwesen. Sie sollen verantwortlich dafür sein, dass so viele Menschen spurlos verschwunden sind. Das weiß die Besucherin der alten Käthe auch. Trotzdem muss sie sich im Dunkeln auf den Heimweg machen, der mitten durch das Moor führt. Wird sie ihren Weg finden oder den gefürchteten Muurspöök begegnen?

„Die untoten Raubritter vom Vogelsberg“
Eine Klassenfahrt zum Landschulheim „Schneckenhengst“ nimmt ungeahnte Formen an. Ist etwa die alte Sage um den Schneckenhengst wahr und lebt der alte Ritter heute noch im Wald um Bleicherode? Eine Gruselei mit regionalem Bezug.

„Der Mädchensammler“
„Was finden die Mädchen nur an diesem Zirkusjungen?“, ärgert sich Simon. Als seine Freundin Nele dann auch noch spurlos verschwindet, hat er gleich einen Verdacht. Doch liegt er damit richtig? Oder ist die Wahrheit noch gruseliger, als er zuerst glaubte?

Ein Geschenk des Himmels“
Ein abgelegenes Farmerhaus in der Nähe eines verschlafenen amerikanischen Dorfes, ist Schauplatz der Geschichte. Die Freundschaft, des aus dem Tierheim aufgenommenem Hundes Cody ist für eine Familie ein Segen. Dass eines Tages auch Codys Opferbereitschaft auf die Probe gestellt wird, damit hat niemand gerechnet. Wird er es schaffen seinem kleinen Herrchen gegen ein merkwürdiges Wesen zu helfen, das unter seinem Bett lebt?

„Die Seelenjägerin“
Ben liegt mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus. Sein Bettnachbar Leonard ist zwar ein netter Kerl, nur dass der immer blasser und scheinbar kränker wird, das beunruhigt Ben sehr. Bens Schwester Lina, eine Verschwörungstheoretikerin, glaubt an einen Komplott und Hexerei. Sie vermutet, dass jemand für Leonards Zustand verantwortlich ist. Eines Nachts macht Ben eine merkwürdige Beobachtung und wird schnell selbst zum Opfer. Wird er es schaffen, sich und seinen Freund aus den Fängen der Seelenjägerin zu befreien?

„ES wird dich finden“
Eine Waldwanderung endet für eine Gruppe verirrter Jugendlicher spät am Abend in einer Schutzhütte. Aber wird diese auch Schutz gewähren? Was hat es mit den merkwürdigen Bewohnern dieser Hütte auf sich? Kann man ihnen trauen? „ES wird dich finden“ ist sozusagen eine Hommage an Stephen King und kann sich mit den Geschichten des Gruselmeisters durchaus messen.

In „Das Waisenhaus des Schreckens“ wird der Psychiater Jake Carrington im Jahre 1863 in ein Londoner Waisenhaus gerufen, um den zehnjährigen Maxwell zu behandeln, der schlafwandelt und danach immer wieder von blutigen Albträumen berichtet. Was der Arzt und Exorzist Carrington dabei herausfindet, lässt einem die Haare zu Berge stehen! Aber er lässt Maxwell nicht mit seinen Albträumen allein, sondern stellt sich mutig an die Seite des Jungen und kämpft für Gerechtigkeit und eine sichere Zukunft der Waisenkinder.

„Alienalarm“
Die Freunde Matze, Uli und Dirk begeben sich beim Gotcha-Spiel auf ein verbotenes Militär-Gelände. Dort finden sie eine geheimnisvolle Klappe im Boden. Abenteuerlustig brechen sie diese auf und klettern, ohne groß zu überlegen, in das dunkle Loch welches sich darunter auftut. Hier entdecken sie ein geheimes Lager. Es ist vollgestellt mit militärischer Ausrüstung und einigen merkwürdigen, ziemlich großen Kisten. Was in diesen Kisten steckt, lässt ihnen das Blut in den Adern gefrieren. Nur mit ihren Paintball-Gewehren ausgerüstet müssen sie nun um ihr Leben kämpfen. Werden sie den rettenden Ausgang erreichen?

In der Geschichte „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“ begegnet Lisa einem merkwürdigen Mann, der es scheinbar gut mit ihr meint und angeblich helfen will. Erst nach und nach merkt Lisa, was es mit ihm wirklich auf sich hat. Als sie plötzlich merkwürdige Dinge sieht, gerät sie in Panik. Sie versucht dem dunklen Fremden zu entkommen. Aber wird sie es allein schaffen? Kann sie sich ihrer Freundin Clara anvertrauen?

„Zwischen den Welten“
Jacob ist todunglücklich. Sein geliebter Hund Rocky ist bei einem Verkehrsunfall gestorben. Er gibt sich selbst die Schuld daran, was den Schmerz noch unerträglicher macht. Auch Jacobs Mutter ist so traurig, dass sie kaum mit ihrem Sohn spricht. Plötzlich hört Jacob das vertraute Bellen seines vierbeinigen Freundes im Garten. Er rennt hinaus und schließt seinen Rocky überglücklich in die Arme. Aber irgendetwas ist merkwürdig!

All diese Geschichten sind für Leser ab 10 Jahren geeignet. Viele Szenen hat die Autorin mit Schülern ihrer Lesepatenklasse entwickelt. Einige davon mögen Erwachsenen zu gruselig erscheinen, sind aber dennoch kindgerecht verpackt und von den Schülern der vierten Klasse als geeignet abgesegnet. Sie treffen genau den Geschmack von Kindern dieser Altersklasse. Aber auch für Erwachsene, die sich gern mal gruseln, denen aber Erwachsenenhorror oft zu heftig ist, sind die Geschichten super geeignet.

„Nimm dich vor den Muurspöök in Acht“ ist 2015 im Fabuloso Verlag erschienen. Es hat 220 Seiten und kostet 10,80€.
Erhältlich ist es im Buchhandel, bei Amazon, über den Verlag und natürlich bei der Autorin selbst. ISBN 978-394346-04-4

Rezension
„Älter als die Sonne“ von Hartmut Grosser

Bibeltexte mit Science-Fiction zu verbinden ist eine äußerst spannende Sache.
Hartmut Grosser hat in seinem Buch „Älter als die Sonne“ genau dieses getan und damit ein Buch geschrieben, was seinesgleichen sucht.
Erich von Däniken hat in seinen Sachbüchern viele Thesen aufgestellt, in denen es um die Götter als Astronauten geht.
Hartmut Grosser hat sich nun die Rolle der Engel vorgenommen. Die Erzengel, die Seraphine und Cherubine erscheinen in einer Sichtweise, die spannender nicht sein könnte.
Ich möchte nicht zu viel verraten, aber diese Sci-Fi Geschichte beeindruckt mit enormem Bibelwissen und zieht Schlüsse die einerseits logisch und trotzdem unglaublich erscheinen. Alles natürlich als Roman, aber – wo verläuft die Grenze zwischen Realität und Fiktion? Lest es selber und bildet euch eine eigene Meinung!

Klappentext:

Ein Forschungsraumer der Solaren Föderation wird kurz nach seinem Start als uraltes Wrack jenseits der Plutobahn entdeckt. Aus den Speichern des Bordcomputers erfahren die irdischen Wissenschaftler, dass im Zentrum der Galaxis eine unbekannte Macht Sonnen manipuliert und sie in einer bestimmten Konstellation anordnet.
Um herauszufinden, ob es sich bei dem künstlichen Phänomen um eine Bedrohung handelt, wird das neuste irdische Schlachtschiff, die TIU, ausgesandt, die Angelegenheit zu überprüfen.
Die Besatzung kommt in Kontakt mit einer humanoiden Zivilisation, deren Vertreter ebenfalls die Manipulationen untersuchen. Dabei treffen die Menschen auf Mächte, die seit Urzeiten aktiv sind und bereits in den Chroniken aller galaktischen Völker, wie auch in der Bibel, namentlich erwähnt werden.
Unversehens befindet sich die Crew der TIU in einer Auseinandersetzung, die Jahrmilliarden alt ist und mit ihren Auswirkungen alle Lebewesen der Galaxis bedroht.

Die Neuerscheinung unseres Creativo-Kollegen Hartmut Grosser ist im Buchhandel, beim Fabuloso Verlag und bei ihm selbst zu erwerben.
Das Buch hat 420 Seiten und kostet 14,80€
ISBN: 978-3-935912-90-7

Rezension
„Die Philosophie bei Star Trek“ von Henrik Hansemann

Als Trekkie der allerersten Stunde – ich bin sozusagen geboren, als auch Star Trek das Licht der Fernsehgeräte erblickte, musste ich dieses Buch unbedingt lesen.
Schon als Kind und Jugendliche hat mich die Serie dermaßen fasziniert, dass ich keine Folge verpasst habe. Für Mädchen eine damals durchaus ungewöhnliche Vorliebe, über die ich mit meinen Freundinnen nicht diskutieren konnte. Meine Eltern haben in den frühen Siebzigern, wahrscheinlich aus Mangel an Auswahl, jeden Sonntag eingeschaltet und ich saß dabei! Am Ende einer jeden Folge lehnte mein Vater sich zurück und kommentierte das Gesehene mit: PB – patentierter Blödsinn! Das habe ich nicht wirklich verstanden, aber Blödsinn war Star Trek für mich nie! Im Gegenteil, ich fand immer etwas zum Nachdenken, etwas Tiefgründiges, etwas dass mit meiner Welt und mit meinem Leben zu tun hatte. Und habe ich nach Jahren eine Folge erneut gesehen, sagte sie mir etwas anders, oder verstand ich sie anders. So bin ich von James T. Kirk und Jean-Luc Picard zu Benjamin Sisko und Kathryn Janeway und schließlich bis Jonathan Archer, sowie sämtlichen Kinofilmen „meinen Freunden“ treu geblieben.

Über vieles ließ mich Star Trek nachdenken, zum Beispiel: Was bedeutet Menschlichkeit? Wo liegen die Grenzen für moralische und ethische Werte? Wie weit darf man sich in fremde Kulturen einmischen ohne sie in ihrer eigenen Entwicklung zu beeinflussen? Übernehmen die Charaktere Verantwortung für sich und ihr Handeln, und wenn ja – wie und warum? Was hat das alles mit uns hier auf der Erde im 20. bzw. 21. Jahrhundert zu tun? Was können wir von Star Trek lernen?
Wie gehen die Ferengis mit Geld um – wo sind hier die Parallelen zum heutigen Kapitalismus und dem Verhalten der Banker? Was bedeutet den Klingonen ihre Ehre – und wo finden wir heute solch ein ehrenhaftes Verhalten? Wie leben die Bajoraner ihre Spiritualität? Was können wir daraus lernen?
Und vor allen Dingen, wo sind die Grenzen all dieser verschiedenen Verhaltensweisen?

In dem Buch „Die Philosophie bei Star Trek“ von Henrik Hansemann fand ich viele meiner Fragen wieder. Er hat sehr zielsicher die auch für mich wichtigsten Themen herausgearbeitet und gekonnt analysiert. Die meisten Dinge über die er schreibt, sehe ich ganz genauso und könnte stundenlang „mitphilosophieren“. Am meisten Freude bereiteten mir beim Lesen jedoch einige neue Denkanstöße, manche Feinheiten die ich so noch nicht betrachtete hatte. Es erwartet mich daher sicher noch das ein oder andere Vergnügen, wenn ich die entsprechen Serienfolgen das nächste Mal sehe.

Als großer Star Trek Kenner hat Herr Hansemann sehr schön die Verweise zu den betreffenden Folgen aufgelistet, sodass auch jemand der die Folgen nicht auswendig kennt, die entsprechenden Stellen wiederfinden kann.
Vermutlich wird das Buch überwiegend Leser ansprechen, die dem Star Trek Fieber ohnehin schon erlegen sind. Womöglich sind deshalb einige unter Trekkies gängige Abkürzungen wie TOS oder TNG nicht erklärt. Was in anderen Rezensionen zu Kritik führte, hat mich beim Lesen absolut nicht gestört!

Henrik Hansemann beleuchtet in Kapitel gegliedert die Fragen nach der Ethik, nach der Sprachenvielfalt, nach der Logik der Vulkanier, nach den technischen und moralischen Seiten des Beamens, nach der Menschlichkeit von Data und anderen Androiden, nach dem Holodeck und den daraus resultierenden moralischen Feinheiten, nach der Allmacht von Q, nach dem Sinn einer Verschmelzung von Mensch und Maschine wie bei den Borg, nach den Grauzonen des hippokratisches Eids heute und in der Star Trek Zukunft, nach Tod und Jenseits, nach anderen Realitäten und Spiegeluniversen, nach den allseits beliebten Zeitreisen und gönnt schließlich dem Leser einen kurzen Ausblick in die Zukunft von Star Trek.
Einige dieser Kapitel erklären, bevor sie die Philosophie des jeweiligen Themas behandeln, physikalische und astrophysikalische Phänomene. Dies ist zum Verständnis für den Physik-Laien sehr interessant und schmälert keinesfalls den philosophischen Anteil.

Was am Ende des Buches noch nicht so deutlich war (Erscheinungstermin 2013), kann man aber schon heute (2014) getrost sagen: das neue Star Trek schafft es eine neue Generation zu berühren und auch jenseits des heute deutlich höheren Anteils an Actionszenen noch Tiefgründiges zu transportieren.
So wird dann in absehbarer Zeit hoffentlich genügend Material vorhanden sein, um eine Fortsetzung dieses Buches zu schreiben – ich würde mich darüber sehr freuen!

Alles in allem fand ich es ein wunderbares und unterhaltsames Buch, abseits des alltäglichen Einerlei und langweiligen Mainstreams! Wenn auch gelegentlich der Inhalt etwas komplizierter war, sodass ich einige Absätze zweimal lesen musste, las es sich trotzdem sehr flüssig und ist durchaus verständlich – auch für den philosophischen Laien.

Melanie Buhl

„Die Philosophie bei Star Trek – Mit Kirk, Spock und Picard auf der Reise durch unendliche Weiten“ von Henrik Hansemann, erschienen 2013 im Wiley-VCH Verlag, 252 Seiten,
ISBN 978-3-527-50728-3, 14,95€

Rezension von Michaela Schreier
„Melodie der Ewigkeit“

Diese Rezension hat Michaela Schreier geschrieben und auf Facebook veröffentlicht. Sie ist so schön und ergreifend, dass ich sie hier gern mit allen teilen möchte, die keinen Zugriff auf Facebook haben. Ich bin ganz überwältigt, wie gut Michaela verstanden hat, was ich ich mit diesem Buch sagen wollte….

Wer beschäftigt sich schon gern mit dem Tod? Im Kindes- und Jugendalter hatte ich eine regelrecht lähmende Angst vor dem Sterben. Diese Angst hat sich heute in einen gehörigen Respekt verwandelt. Außerdem hilft mir der Glaube, dass es nach dem körperlichen Tod mit der Seele irgendwie weitergeht. Aber wie???

Genau dieser Frage ist auch Melanie Buhl auf den Grund gegangen. Mit dem Roman „Melodie der Ewigkeit“ hat sie eine spirituelles Werk geschaffen, das sich mit dem Thema Reinkarnation auseinander setzt und eine Möglichkeit beschreibt, wie das Leben nach dem Tod aussehen könnte. Doch wer nun an ein glückseliges Dahingeplänkel denkt, der wird schnell eines Besseren belehrt. Frau Buhl hat es geschafft, die Reinkarnations-These in eine spannende und eindrucksvolle Geschichte zu verpacken.

Die vielen Leben der Maline

Maline, Jeanne, Myra, Marleen, Maja – die Protagonistin aus Melodie der Ewigkeit hat viele Namen. Jeder steht für ein Leben, dass die Frau in unterschiedlichen Zeitaltern durchlebt hat. Nach ihren, teilweise gewaltvollen, Ableben findet sie sich jedes Mal in einer traumhaften Zwischenwelt wieder, die von engelsgleichen Wesen bewohnt wird. Diese helfen ihr, immer mehr zu verstehen, dass die Seele des Menschen Teil der göttlichen Unendlichkeit ist. Die irdischen Leben dienen lediglich dem Zweck, die Entwicklung der Seele voranzutreiben, so dass diese eine höhere, göttliche Ebene erreicht. Doch dafür muss sich Maline ihren mal schmerzvollen, mal schönen Erinnerungen stellen. Sie durchlebt im Gedanken ihr Sein als Jeanne, die im Mittelalter Opfer des Hexenwahns wird, als Myra, die Indianern Schutz vor den Weißen bot und dafür mit dem Leben bezahlen musste und als Marleen, deren beschauliches Erdendasein von ihrer liebevollen Großmutter und den Wundern der Natur geprägt wurde. Im letzten Kapitel entschließt sich Maline für ein neues, aufregendes Leben in der Zukunft, um an der Seite ihres geliebten Mannes und Seelenverwandten die Menschheit zu retten.

Tiefgründig, fantasievoll und eine gehörige Portion Science-Fiction

Die Autorin schafft es, den Leser augenblicklich mit ihrer phantastischen Geschichte in den Bann zu ziehen. Die stimmig ausgewählten Namen der Romanfiguren, die gelungenen Ortsbeschreibungen und die ansprechende und gut lesbare Schreibweise zaubern greifbare Bilder im Kopf des Lesers. Die Erklärungen der friedvollen Lichtwesen sind einleuchtend und glaubhaft und regen zum Nachdenken und Träumen an. Neben der spirituellen Sichtweise überrascht Frau Buhl im letzten Kapitel mit einer spannenden Weltraumgeschichte, die mit detaillierten Daten der Astronomie und Raumfahrertechnik ausstaffiert ist und dem Werk zum Schluss ein Science-Fiction-Sahnehäubchen aufsetzt.

Fazit

Mir hat „Melodie der Ewigkeit“ unheimlich gut gefallen! Ich wünsche mir wirklich, dass die Autorin mit ihrer Idee Recht hat. Der traumhaft schöne Roman ist für alle Menschen, die tiefgründige Antworten über das Leben und den Tod suchen, eine echte Bereicherung. Für alle anderen ist er eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Lektüre, die den geistigen Horizont und festgefahrene Denkweisen erweitert.

Erschienen ist „Melodie der Ewigkeit“ im Fabuloso Verlag, Bilshausen. 144 Seiten Pb, ISBN 978-3-935912-54-9. Leseprobe und Bestellmöglichkeit auf der Website der Autorin: www.melanie-buhl.de

Rezension
„Die Tribute von Panem“
von Suzanne Collins

Besonders bewegt hat mich auch die Trilogie „Die Tribute von Panem“ von Susanne Collins. Nachdem ich im Kino die Verfilmung des ersten Teils „Hunger Games“ gesehen hatte, war mir klar, dass ich nicht auf den zweiten Kinoteil warten konnte, um zu wissen, wie es weitergeht. Umgehend besorgte ich mir also alle drei Bücher.

Lange hat mich kein Buch oder keine Reihe mehr so beeindruckt. Auch „Harry Potter“ habe ich geliebt und meistens innerhalb der ersten drei Tage nach Erscheinen verschlungen. Und ich halte es für ein außergewöhnliches Werk! Aber die „Panem-Reihe“ hat es auf eine andere Weise in sich. Erschreckend, spannend und dystopisch halten die Bücher einem einen Spiegel vor, den sicher manch einer nicht so gern sehen möchte.

Gerade in Zeiten, in denen die Themen Überwachung und Kontrolle an der Tagesordnung sind – wo die Darstellungen von Leid, Krieg und Gewalt zu einer Selbstverständlichkeit geworden sind, die uns oft nicht – oder nur wenig berührt. Manch einer ist schon abgestumpft, genauso wie die Menschen im Panemer Kapitol. Vieles von dem, was in diesen Büchern beschrieben ist, zeigt erschreckend deutlich, wie nah wir an dieser eiskalten Realität schon dran sind.

Aber wie sollte ich nun eine Rezension schreiben, ohne zu viel zu verraten? Wie sollte ich eine ergreifende Geschichte beschreiben, ohne dem potenziellen Leser die Spannung zu nehmen? Lieber möchte ich empfehlen, die Bücher zu lesen und sich mittragen zu lassen durch die Geschichte. Gemeinsam mit Katniss und Peeta in die Arena gehen, ohne zu wissen, was passieren wird.
Gemeinsam mit den Protagonisten erleben, was die totale Kontrolle eines Regimes bedeutet.
George Orwell lässt grüßen! Ich habe manchen Endzeit-Film gesehen oder Buch gelesen aber „Panem“ ist mit Abstand das Beste seit Orwells „1984“.

So wie sein Buch viele Jahre auch an Schulen gelesen wurde, sollte Panem heute Pflichtlektüre werden. Es ist natürlich sprachlich moderner, sehr viel leichter zu lesen und zeigt noch einige Aspekte, die bei Orwell aufgrund des Erscheinungsjahres (1948), nicht berücksichtigt werden konnten.

Wer nicht so gern liest, sollte sich zumindest die Filme ansehen. Der zweite Teil startet im November 2013 in den deutschen Kinos.

Ganz klare Leseempfehlung mit voller Punktzahl und Sternchen.

Und für alle, die trotzdem mehr wissen möchte verrate ich nun hier etwas über die Handlung. Achtung Spoiler, nicht weiterlesen, wenn man sich die Spannung erhalten möchte.

„Die Tribute von Panem“ spielt in der Zukunft. Diese Zukunft scheint uns aber sehr nah zu sein, da die technischen Möglichkeiten den unseren in vielen Dingen gleichen. Nordamerika ist durch nicht näher erklärte Kriege und katastrophale Ereignisse zerstört. Die wenigen überlebenden Menschen leben in 12 Distrikten und werden aus dem dekadenten Kapitol heraus von einem grausamen Präsidenten regiert. Ein dreizehnter Distrikt wurde nach einem Aufstand zerschlagen. Als Strafe für diesen Aufstand und als Mahnung sich nie wieder aufzulehnen, müssen die zwölf verbleibenden Distrikte nun jedes Jahr einen Jungen und ein Mädchen zu den Hungerspielen senden. Dort werden die sogenannten Tribute in einer riesigen Arena aufeinandergehetzt. Dort müssen sie sich gegenseitig umbringen, bis nur noch einer von ihnen übrig bleibt. Dieser Sieger darf dann in der Art des reichen Kapitols im Überfluss leben.

Panem-1Das erste Buch „Hunger Games/Tödliche Spiele“ beginnt damit, dass sich Katniss freiwillig zu den Spielen meldet, um ihre kleine Schwester Primrose, die eigentlich in diesem Jahr auserwählt wurde, zu schützen. Mit ihr geht Peeta der Sohn des Bäckers. Beide werden trainiert von Haymitch, einem ehemaligen Sieger der Spiele. Die Tribute sind in der Kampfarena der Willkür der Zuschauer ausgesetzt, diese entscheiden oft über Hilfen, die gewährt werden oder eben auch nicht. Im ganzen Land werden die Spiele mit ihrer ganzen Brutalität und Grausamkeit auf riesigen Leinwänden gezeigt. Zum Spaß für die Bewohner des Kapitols und zum Schmerz der Angehörigen in den Distrikten.
Mit unendlich viel Glück gelingt es Katniss und Peeta zu überleben. Beide gehen schließlich als Sieger aus der Arena.

Panem-2Im zweiten Buch „Catching Fire/ Gefährliche Liebe“ müssen aufgrund der Jubiläumsfeiern zu den 75. Hungerspielen je zwei ehemalige Sieger in die tödliche Arena einziehen. Es trifft für Distrikt 12 erneut Katniss und Peeta die ohne ihr Wissen zu Symbolen eines erneuten Aufstandes avanciert sind. Besonders Katniss wird von den Bewohnern einiger Distrikte als Hoffnungsträgerin angesehen. In der Arena treffen die beiden auf Menschen, die die Auflehnung gegen das Kapitol mitgeplant haben. Die Tribute können die Arena zerstören und die Überlebenden fliehen gemeinsam mit Katniss nach Distrikt 13. Entgegen der Propaganda des Kapitols haben dessen restliche Bewohner unterirdisch überlebt und sich militärisch weiterentwickelt. Peeta jedoch wird vom Kapitol gefangen genommen.

Panem-3Im dritten Buch „Mockingjay/Flammender Zorn“ lebt Katniss mit ihrer Mutter und Schwester in Distrikt 13. Eigentlich möchte sie mit ihrer Familie und ihrem Freund Gale nur in Ruhe leben, wird aber von den Rebellen in eine Art Symbolfigur für den Aufstand gedrängt. Sie ist nun der siegreiche „Spotttölpel/Mockingjay“, dem alle folgen. Peeta wird zwar aus dem Kapitol befreit, ist aber nicht mehr derselbe wie vorher. Durch Nervengift und eine Gehirnwäsche steht er nun auf Seiten des Kapitols und kämpft gegen Katniss und die Rebellen. Der Kampf um die Vorherrschaft im Kapitol ist äußerst spannend, zerrt mitunter an den Nerven des Lesers aber verdeutlich ungeschminkt die Grausamkeit eines Krieges, die wir verwöhnten und oft kapitolähnlichen Zuschauer und Leser meistens verdrängen. Am Ende siegen jedoch die Rebellen nach schweren Verlusten. Auch Katniss muss enorme persönliche Verluste hinnehmen, die sie wohl niemals verwinden wird.

Durch alle drei Bände zieht sich neben der dystopischen Handlung auch die Geschichte um Katniss und Gale. Am Anfang des ersten Bandes glaubt man an eine innige Freundschaft der beiden und ist stets in der Erwartungshaltung, es würde sich eine Liebesgeschichte entwickeln. Mit dem Auftreten von Peeta und einer Freundschaft die durch lebensbedrohliche Situationen mehr und mehr gefestigt wird gerät Katniss’ Gefühlswelt aus dem Gleichgewicht. Eigentlich liebt sie beide, muss sich aber entscheiden. Aber das soll nun wirklich jeder selbst lesen!

Die einzigen Kritikpunkte sind für mich leider die deutschen Übersetzungen der Titel.

Was beim ersten Band noch einigermaßen passt, geht beim zweiten und dritten für mich gar nicht mehr. Deshalb habe ich auch für diese Bewertung zusätzlich den englischen Originaltitel gewählt. Bleibt als Überlegung noch, ob ich vielleicht alle drei Bücher noch einmal im Original lesen sollte?

Übrigens laut Wikipedia leitet sich der Name „Panem“ vom Ausspruch „Panem et circenses“ (lat. „Brot und Spiele“) des römischen Dichters Juvenal ab. Mit Brot und Spielen sollten die Römer davon abgehalten werden, gegen den Staat aufzubegehren.

Melanie Buhl

Rezension
„Krokolines Geschichten-Ei“
von Michaela Schreier, Fabuloso Verlag

Obwohl es ein Kinderbuch ist, habe ich dieses Buch sehr gern gelesen. Es ist auch für Erwachsene manchmal schön in die kindliche Fantasie und Vorstellungswelt einzutauchen.

Zum Inhalt:

Das Stoffkrokodil Krokoline liebt Geschichten und sammelt diese in ihrer Vorstellung in einem großen Ei. Immer wenn sie mag, holt sie sich eine heraus.

In diesem Buch sind fünfzehn ihrer Geschichten aufgeschrieben. Von spannenden Abenteuergeschichten bis hin zu nachdenklich machenden und Fantasie anregenden Erzählungen ist alles dabei. Untermalt ist das Hardcoverbuch in einigen Kapiteln mit Zeichnungen einer zweiten Klasse in der die Autorin als Lesepatin fungiert. Mehrere der Geschichten sind in Zusammenarbeit mit diesen Kindern entstanden.

Mir persönlich am Besten gefallen haben die Geschichten „Emmas mutiges Geheimnis“ und „Das Fabelwesentreffen“.

In „Emmas mutiges Geheimnis“ geht es um ein schüchternes kleines Mädchen, dass sich selbst nicht viel zutraut und auch von anderen nicht richtig anerkannt wird. Nur ihre Oma weiß, was wirklich in ihr steckt und hilft Emma ihren inneren starken Löwen zum Vorschein zu bringen. Einfühlsam und mit viel Liebe erzählt – werden sich viele Kinder darin wiederfinden. Aber auch Erwachsene können sich durch diese Geschichte an sich selbst als Kind oder an Freunde erinnern, denen es vielleicht ähnlich ergangen ist wie Emma.

Bei „Das Fabelwesentreffen“ geht es um Joshua, der einen Werwolf als Freund hat. Nun könnte man meinen, das wäre zu gruselig für Kinder – ist es aber gar nicht, denn der Werwolf ist auch verwandelt keine Bedrohung, zumindest nicht für seine Freunde. Dafür ist er aber ein ganz besonderer Freund, mit dem man Dinge erleben kann, die mit menschlichen Freunden so nicht möglich wären.

Zum Vorlesen und selber Lesen geeignet, kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen.
Das Hardcoverbuch ist im Fabuloso Verlag erschienen, hat 156 Seiten und kostet 12,80€.
ISBN 978-3-935912-79-2

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