Melanie Buhl

Autorin

Kategorie: Was mich bewegt (Seite 1 von 2)

Geheimnis gelüftet

Jetzt ist es endlich raus! Das Geheimnis, um wen oder was es in meinem neuen Roman geht, habe ich nun endlich gelüftet!

Nachdem ich ungefähr vier Jahre an der Idee gefeilt, seitenweise Notizen gemacht und wieder verworfen habe, durfte ich vor einigen Wochen sagen: das Manuskript von 200 Normseiten ist fertig!
Naja … fertig soweit, dass momentan einige Testleser damit beschäftigt sind, mir ein Feedback zu geben, sowie Schwachstellen und Plot-Fehler aufzuzeigen. Und dann geht’s selbstverständlich noch zu meiner Lektorin …

Ja, aber worum geht es?

Wie ich schon einige Male angedeutet habe, geht es um eine regionale Sagengestalt. Eigentlich um mehrere 😉

Es ist … tadadaaaa …
die Rhumenixe
Ruma.
Und in weiteren Hauptrollen: der Riese Romar und der Rüdershäuser Mahnehund mitsamt seinem Herrn.

Inspiriert wurde ich bei einem der unzähligen Spaziergänge an der Rhumequelle. Dort hängt eine kleine Tafel, auf der mit wenigen Sätzen die Geschichte der traurigen Nixe, die der Quelle den Namen gab, zu lesen ist.

Diese Geschichte ist sehr kurz und ließ mir vieeel Platz für eigene Gedanken, Fantasien und Inspirationen. Warum ist das alles so gekommen? Warum nicht anders? Was passierte danach? Alles Fragen, die mich zum Schreiben motivierten.

Immer wieder bin ich zum Ort des Geschehens, der Rhumequelle gepilgert und hab Ruma nachgespürt. Wie hat sie gelebt? Hatte sie Eltern, Geschwister, Freunde? Wie hat sie die einzelnen Geschichten und Begebenheiten erlebt?

Wenn ich an der Quelle saß und ganz still war, dann kamen die Ideen ganz von allein, als würde Ruma mir dort ihre eigene Geschichte erzählen … es ist ein sehr mystischer Ort. Voller Magie …

Wer die Rhumequelle noch nicht kennt, sollte einmal dort hin wandern. Es lohnt sich, wie man auf dem Bild oben sieht!

Ja ­ und vor ein paar Tagen habe ich dann bei einer Lesung in Rhumspringe, den Landfrauen vom Rhumetal aus meiner Ruma vorgelesen. Sie, die die Originalgeschichte der Ruma in und auswendig kennen, haben aufmerksam meiner Geschichte gelauscht. Sie sind sehr gespannt wie es weiter geht und möchten informiert werden, sobald das Buch erscheint.

Das wird aber leider noch ein bisschen dauern.
Wenn meine Lektorin fertig ist, dann geht das Exposé an einige Verlage. Ich hoffe, dass ein größerer Verlag Gefallen an Ruma findet und ihr damit den Weg öffnet von vielen Menschen gelesen zu werden.
Und wer weiß … vielleicht kommen diese Leser dann in unsere schöne Heimat, ins Eichsfeld, um selber auf den Spuren von Ruma zu wandeln …

Ich würde mich sehr darüber freuen, und Ruma auch!

Wer gern informiert werden möchte, wenn Ruma erscheint,
kann mir hier, ganz unverbindlich, eine Nachricht schreiben.
Ich melde mich dann, wenn ich Preis und Erscheinungsdatum kenne …

Die Zeit – wie sie uns in Geschichten begegnet und welche Möglichkeiten sich uns als Autoren auftun

Hier zum Nachlesen mein Beitrag zur Creativo Herbstlesung
in der Stadtbibliothek Duderstadt am 5. Oktober 2018:

Zeit – sie kann quälend langsam vergehen, bis zum gefühlten Stillstand und in einer anderen Situation rasend schnell an uns vorbeirauschen. Jeder kennt das!

Aber was genau ist denn nun die Zeit? Albert Einstein, der große Experte für Zeit und Raum, sagte ganz pragmatisch: Zeit ist das, was man an der Uhr abliest.
Aber ist es so einfach? Ich hab mal versucht, dem Phänomen Zeit auf den Grund zu gehen.

Bei Wikipedia steht: Die Zeit ist eine physikalische Größenart…. Die Zeit beschreibt die Abfolge von Ereignissen, hat also im Gegensatz zu anderen physikalischen Größen eine eindeutige, unumkehrbare Richtung.

Wenn man der Relativitätstheorie folgt, dann ist auch das zu kurz gegriffen, denn Zeit ist nicht nur eine Abfolge, sondern bildet mit dem Raum eine vierdimensionale Raumzeit.

Albert Einstein erklärte die Relativität so: Wenn man zwei Stunden lang mit einem Mädchen zusammensitzt, meint man, es wäre eine Minute. Sitzt man jedoch eine Minute auf einem heißen Ofen, meint man, es wären zwei Stunden. Das ist Relativität

Zeit definiert sich also darüber, was man macht und wie man sein Tun gerade empfindet. Zeit vergeht für jeden und in jeder Situation anders.

Steigt man noch tiefer in die moderne Physik ein und beschäftigt sich mit der Quantenmechanik, dann wird es noch verwirrender. In diese Bereiche möchte ich jetzt aber nicht eintauchen, da ich es selbst, wenn auch sehr interessant finde, nicht völlig verstehe.

Ich möchte mich bei der Betrachtung der Zeit auf die Ebenen beschränken, die uns Autorinnen und Autoren zur Verfügung stehen. Denn Francis Bacon, ein englischer Philosoph, sagte: Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.

Oder um es mit Thomas Carlyles (schottischer Essayist und Historiker) Worten zu sagen: In Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit.

Wir haben in unseren Geschichten, Gedichten und Romanen eine schier unendliche Fülle an Möglichkeiten mit der Zeit zu spielen.
Wir können unsere Leser in vergangene und zukünftige Welten entführen, wir können mühelos hin und her springen und je nach Erzählperspektive von Geschehnissen, die an vielen verschiedenen Orten gleichzeitig ablaufen, berichten.

Die Protagonisten, die wir erschaffen und die Welten in denen sie leben, können nahezu unsterblich werden. Zumindest so lange sie von Menschen gelesen werden. Für sie spielt Zeit keine Rolle.
Nehmen wir als Beispiel Karl Mays Winnetou. Ihn kennt fast jeder, auch wer die Bücher nie gelesen hat. Ich hab so manche Träne vergossen, als er im letzten Band starb! Aber – ich kann seine Zeit zurückdrehen und seine Geschichte wieder und wieder von vorn lesen. Er stirbt nicht wirklich, denn in meinem Kopf bleibt er stets lebendig und somit zeitlos.
Auch seine Welt geht nie unter, mögen die Weißen in den Büchern noch so hart mit den Indianern umgehen.
Ebenso ist Tolkiens Welt Ea, in der auch Mittelerde liegt und in der wiederum Der Herr der Ringe, Der kleine Hobbit oder Das Silmarillion spielen, für Leser und Fans unvergänglich. Hogwarts, Avalon, Tatooine, phantastische Welten aller erdenklichen Arten, die Liste der Beispiele könnte jeder für sich endlos fortsetzen.
Die Zeiten, in denen diese Geschichten spielen, empfinden wir, wenn wir in die Geschichten eintauchen, für eine Weile auch als unsere Zeiten. Selbst wenn die betreffende Zeit nicht näher definiert ist. Bei Star Wars heißt er nur: Vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis. Obwohl lediglich der Ort fremd ist, empfinden wir auch die Zeit als fremd. Und auch wenn es heißt: vor langer Zeit, meinen doch die meisten, das Sci-Fi-Weltraummärchen würde in der Zukunft spielen.

Gerade in der Science-Fiction haben wir grandiose Möglichkeiten mit der Zeit zu spielen. Wir können nicht nur unsere Leser in verschiedene Zeiten und an ferne Orte führen, sondern auch unsere Protagonisten auf Zeitreisen schicken. In die Zukunft, in die Vergangenheit und auch immer wieder hin und her. Die sich hier ergebenden Verwirrungen und wie vielfältig Autoren sie lösen, finde ich sehr spannend. Zum Beispiel: was könnte passieren, wenn jemand in die Vergangenheit reist, seine eigene Großmutter heiratet oder seinen Urgroßvater umbringt?
Oder anders herum, wenn jemand in die Zukunft reist und die Lottozahlen von der nächsten Woche erfährt? Ganz knifflig wird es, wenn jemand in die Zukunft nach seinem eigenen Tod reist, seine Todesursache erfährt, dann wieder ein Stück zurückreist und seinen Tod verhindert?
Ich muss aber manchmal auch Star Treks Captain Janeway vom Raumschiff Voyager recht geben: Solche Zeitparadoxien können zu Kopfschmerzen führen.

Was bedeutet das für uns Autorinnen und Autoren?
Wir haben eine gewisse Verantwortung gegenüber unseren erschaffenen Figuren und Welten. Wir müssen sehr darauf achten, dass sie und ihre Handlungen im Rahmen ihrer eigenen Zeit und physikalischen Gesetze logisch sind. Unrealistische bzw. unlogische Handlungsstränge machen beim Lesen keinen Spaß.
Nehmen wir als Beispiel Harry Potter. Die Zauberer in seiner Welt, die ja eigentlich nur eine Welt innerhalb unserer Welt ist, sind trotz Magie nicht allmächtig. Alle Zauber, die sie verwenden, folgen ihren eigenen, ich nenne sie mal: Rowling’schen Gesetzen. Tote können nicht wieder lebendig werden und manche Dinge, wie Rons Zauberstab, lassen sich einfach nicht reparieren.

Logische und realistische Figuren und Welten bleiben den Lesern in deutlicherer Erinnerung und können auch reale Zeiten überdauern.
Dabei ist es unerheblich, ob der Protagonist leidet, stirbt oder sogar seine Welt untergeht. Ja, es führt mitunter zu einem sehr viel bleibenderen Eindruck, wenn die Geschichten kein Happy-End haben!

Einige Protagonisten spekulieren selbst über das Wesen der Zeit. Als Abschluss möchte ich hier erneut aus Star Trek zitieren. Captain Jean-Luc Picard von der Enterprise D und E sagte: Jemand hat mir mal gesagt, die Zeit würde uns wie ein Raubtier ein Leben lang verfolgen. Ich möchte viel lieber glauben, dass die Zeit unser Gefährte ist, der uns auf unserer Reise begleitet und uns daran erinnert, jeden Moment zu genießen, denn er wird nicht wiederkommen. Was wir hinterlassen ist nicht so wichtig wie die Art, wie wir gelebt haben. Denn letztlich … sind wir alle nur sterblich.

 Melanie Buhl, zur Herbstlesung der Creativo 2018

Weil wir in diesem Jahr eine Anthologiepause eingelegt haben,
haben wir die Texte der Herbstlesung in einer kleinen Broschüre zusammengefasst.
Sie konnte nach der Lesung für 2,-€ erworben werden.

Es gibt noch ein paar Restexemplare!
Wer alle Beiträge, Geschichten und Gedichte noch einmal lesen möchte,
der kann die Hefte zzg. Versand bei mir bestellen.
Nur solange der Vorrat reicht!

Pseudonyme für Autoren

Jeder von uns kennt Bücher, die nicht unter dem echten Namen des jeweiligen Autors oder der Autorin veröffentlich wurden. Mark Twain zum Beispiel hieß in Wahrheit Samuel Langhorne Clemens. Habt ihr das gewusst?
Manchmal lassen die Namen nicht gleich erkennen, ob die Bücher von einer Frau oder einem Mann geschrieben wurden. Bekanntes Beispiel ist J.K. Rowling.
Warum nutzen manche also ein Pseudonym? Ist es sinnvoll und welche Dinge muss man dabei beachten, wenn man selber unter Pseudonym schreiben möchte?

Die Gründe für ein Pseudonym

Die Gründe um ein Pseudonym zu nutzen sind sehr vielfältig. Vielleicht klingt der Realname nicht besonders gut, ist langweilig oder passt nicht zum Genre. Wer kauft denn Thriller von Gretchen Müller?
Oder der Autor möchte sich und sein Umfeld schützen. Wer möchte schon mit blutigen Metzeleien in Horrorgeschichten in Verbindung gebracht werden, wenn man im wahren Leben eine sanfte Krankenschwester ist?
Oder die erotikschreibende Erzieherin? Auch sie passt oft nicht in die Vorstellung der Menschen.
Manchmal sind Namen einfach zu lang oder schwer zu merken.
Auch gezieltes Marketing ist oft ein Grund für ein Pseudonym oder zu mindestens für eine Abwandlung des Namens. Mit dem Pseudonym J.K. Rowling wurde versucht, die Zielgruppe nicht einzuschränken. Der Bloomsbury-Verlag wollte damals verhindern, dass nur Mädchen die Harry Potter Bücher lesen würden.
Dann gibt es noch die Autoren die Ausflüge in andere Genres machen und nicht mit ihren anderen Werken verwechselt werden möchten. Zum Beispiel die Kinderbuchautorin, die auch Horrorgeschichten schreibt. Oder der seriöse Sachbuchschreiber, der neben der trockenen Physik auch fantastisches Sci-Fi verfasst. Beide schützen mit dem Pseudonym ihre ursprüngliche Arbeit.
Die Liste der Gründe ließe sich noch lang fortsetzen.

Was für Arten von Pseudonymen gibt es?

Es gibt geschlossene und offene Pseudonyme.
Bei einem geschlossenen Pseudonym weiß niemand, wer sich dahinter verbirgt. Mit Ausnahme vom Verlag, dem Finanzamt usw. Diese Personenkreise sind meistens zu strengem Stillschweigen verpflichtet. Es gibt Promis die gerichtlich gegen die Nennung ihres wahren Namens vorgehen – Atze Schröder ist ein bekanntes Beispiel.
Es ist jedoch sehr schwer ein geschlossenes Pseudonym für immer geschlossen zu halten. Irgendwann findet immer jemand heraus, wer sich dahinter verbirgt.

Bei offenen Pseudonymen, ist der reale Mensch dahinter bekannt. Auch wenn man mit dieser Information sparsam umgeht, können Interessierte den Namen und die Identität erfahren. Die meisten wissen heute, unter welchem Pseudonym Norma Jean Baker bekannt wurde.

Das Pseudonym kann man sich prinzipiell einfach ausdenken und etwas wählen, dass einem gefällt oder zum Genre passt. Aufpassen sollten man allerdings, dass es den Namen, auch in einer ähnlichen Schreibweise, nicht schon gibt. Als „Astrid Lundgren“ oder „K.J. Rowling“ sollte man es lieber nicht versuchen. Das könnte Probleme geben.

Die rechtliche Sache

Ein anderes Problem mit Pseudonymen ist, dass in Deutschland eine Impressumspflicht besteht. In einem Buch, auf einer Website oder in Sozialen Medien muss eine „ladungsfähige Adresse“ angegeben sein. Wenn man über einen Verlag veröffentlicht, kann das der Name des Verlages sein. Denn dort muss man ja die wahre Identität des Autors ohnehin kennen. Beim Selfpublishing ist das schon schwieriger. Es gibt aber Pseudonym-Services die in diesem Fall weiterhelfen können.

Neueste Änderung: Im Februar 2018 entschied ein deutsches Gericht, dass Facebook auch die Nutzung eines Pseudonyms zulassen muss. Es soll damit die Privatsphäre der Menschen geschützt werden. Facebook gibt nämlich die Daten seiner Nutzer an andere Institutionen in den USA weiter, und das ist nicht im Sinne der deutschen Datenschützer. Hoffen wir, dass Facebook in diesem Punkt keinen Widerspruch einlegt und womöglich noch recht bekommt.

Nicht verwechseln sollte man das Pseudonym mit einem Künstlernamen, der steht nämlich auch im Personalausweis. Mit einem eingetragenen Künstlernamen kann man auch Verträge unterzeichnen oder ein Konto eröffnen.

Fazit

So, nun schreibt unter eurem realen Namen oder unter eurem Pseudonym; Hauptsache ihr schreibt!
Ich selber nutze seit einiger Zeit auch ein Pseudonym, weil ich nebenbei noch in einem gänzlich anderen Genre schreibe. Ich habe allerdings noch nichts davon veröffentlicht und überlege noch, ob ich es offen oder geschlossen handhaben werde.

Babylon 2017

Inspiriert vom Song „Bible“ von der Band „Ghost“

Babylon 2017

Wir sprechen und verstehen meist mehr als nur unsere Muttersprache. In der Grundschule und im Kindergarten lernen die Jüngsten bereits Englisch. Später kommen oft Französisch, Spanisch, Latein oder andere Sprachen hinzu.

 Aber wir verstehen unsere Mitmenschen nicht!

Wir nutzen E-Mail, WhatsApp, Facebook, Instagram, Snapchat und Twitter und Co.
Wir vernetzen uns mit der ganzen Welt.

 Aber wir kennen unseren Nächsten nicht!

Wir haben Autos, Motorräder, Züge, Flugzeuge und sogar Weltraumbehörden mit Raumschiffen.

 Aber wir erreichen unsere Nachbarn nicht!

Wir haben die besten Wissenschaftler. Wir hören wie sie uns mahnen, Mutter Erde nicht zu zerstören und achtsam mit dem Erbe kommender Generationen umzugehen.

Aber wir handeln nicht!

Wir leben in unserem Land in relativem Wohlstand. Die meisten haben genug Geld zum Leben und ein Dach über dem Kopf. Nicht jeder im Überfluss, aber mehr als manch armer Mensch auf der Welt und viel mehr, als jemand der im Kriegsgebiet lebt.

Aber wir schließen die Grenzen!

Wir haben so viel Freizeit wie nie zuvor in der Geschichte.

Aber wir haben oft keine Zeit für die Menschen um uns herum!

Wir bauen die höchsten Gebäude, Wolkenkratzer mit schwindelerregender Höhe.

Aber wir kommen unserem Schöpfer nicht näher!

Babylon fiel, als die Herzen der Menschen sich nicht mehr verstanden – als sie sich immer weiter voneinander entfernten!

Lassen wir es nicht so weit kommen!
Nutzen wir die Adventszeit um unsere Augen und Ohren zu öffnen:
Für die Menschen, für Mutter Erde und für unsere eigene Zukunft.

Lasst nicht zu, dass wir wie Babylon untergehen!

Melanie Buhl, November 2017

Cosplayer unerwünscht?

Leider konnte ich in diesem Jahr nicht zur Leipziger Buchmesse fahren. Umso wichtiger war es mir, in den Medien und Sozialen Netzwerken zu verfolgen, was sich so tat.
Es gab interessante Videos von Preisverleihungen und Lesungen zu bestaunen, jede Menge tolle Bilder und Berichte. Sie waren zwar nur ein schwacher Trost für einen begeisterten Messebesucher wie mich, aber besser als nichts!

Und dann – nach der Messe, gab es plötzlich andere Töne. Es ging ein empörter Aufschrei durch die Cosplayer-Gemeinde! Der SWR-Literaturredakteur Carsten Otte wetterte in seinem Nachlese-Artikel darüber, dass die Cosplayer nicht zu der „neuen Ernsthaftigkeit im Literaturbetrieb“ passten und damit in Zukunft von der Messe ausgeschlossen werden sollten!
In seinem Artikel bezeichnet Herr Otte die Manga-Convention, die seit Jahren zeitgleich mit der LBM stattfindet, als „Klamauk und kulturindustriellen Hokuspokus“.

Nun kann man sich über Geschmack ja bekanntlich streiten, aber ist das reine Geschmackssache? Ich denke nicht!
Cosplayer sind Menschen die ihre Liebe zu fantastischen Geschichten dadurch ausdrücken, dass sie sich aufwendige Kostüme schneidern, faszinierende Masken basteln und mit weiteren Utensilien bestückt in die Rollen ihrer liebsten Protagonisten und Antagonisten schlüpfen. Ich meine, das ist gelebtes Fan-Sein und eine besondere Form von Kunst!

Mangas und Animes als Klamauk zu bezeichnen zeugt von Intoleranz einer anderen Kultur gegenüber. Es sind japanische Comics, bzw. Animationsfilme, die man mag oder auch nicht. In Japan gehören sie zum Kulturgut und haben sich in den letzten Jahren zum kulturellen Exportgut entwickelt. Sie haben bestimmte Stilelemente und Erzählformen und sind weit entfernt von Klamauk!

Aber es sind nicht nur Mangafiguren die von den Cosplayern dargestellt werden. Ich bin auch schon Gandalf dem Grauen aus dem „Herrn der Ringe“ auf der Messe begegnet. Dieses Werk von J.R.R. Tolkien ist zwar keine „ernsthafte Literatur“ aber dennoch ein anerkannter Klassiker. Star Trek Fans (Trekkies) sind seltener, aber auch sie habe ich schon angetroffen, genauso wie einige Aliens oder Rotkäppchen. Die Liste ist lang und bunt!

Nun stößt sich Herr Otte besonders an den „nackten Hasen“.
Ganz ehrlich? Ich finde die Verkleidungen faszinierend, manches sehr gewagt, aber nackt war noch niemand den ich gesehen habe. Im Sommer in der Fußgängerzone sieht man mindestens genau so viel Haut wie auf einer Manga-Convention. Leider nicht immer so hübsch verpackt, wie bei einem Cosplayer. Da scheint Herr Otte eine recht verklemmte Ansicht zu haben.

Herr Otte hat zudem vergessen, dass Mangas und andere Comics auch Bücher sind! Zwangsläufig müssen Cosplayer auch Leser sein!
Er scheint in einer hochtrabenden Weise zu glauben, es gäbe richtige und falsche Literatur!

Bessere und schlechtere mag es geben, aber was gefällt liegt doch im Auge des Betrachters.
Ich habe schon Bücher gelesen, die eine tolle Geschichte erzählten, aber voller Rechtschreibfehler waren. Und es gibt unzählige Bücher, die annähernd (100% fehlerfrei gibt es nicht) korrekt geschrieben und professionell hergestellt wurden und mich trotzdem kalt ließen. Im Zweifel würde ich mich immer für die bessere Geschichte entscheiden.
Für mich ist ein Buch ein gutes Buch, wenn es mich fesselt, wenn ich darin in fremde Welten entführt werde. Am besten ist, wenn ich noch etwas Tiefgründigkeit und Weisheit darin finde.
Andere lieben Anderes. Gut so!

Ich finde das Leben und die momentane politische Lage sind schon ernst genug. Da mag ich, zumindest zur Entspannung und Unterhaltung, nicht auch noch etwas Ernsthaftes lesen.
Wenn ich mich über spezielle Dinge informieren will, lese ich zwar auch die entsprechenden (Sach-)Bücher, aber richtige und falsche Literatur gibt es für mich nicht.

Leben und leben lassen, das ist wahre Toleranz! Wenn es nur noch ernsthafte Literatur gäbe, und wenn die Cosplayer von der LBM verbannt würden, was wäre das für eine traurige und einseitige Bücherwelt!

Der Artikel von Carsten Otte kann hier nachgelesen werden.

Es gibt im Netz noch viele Antworten auf Herrn Ottes Bericht, hier eine kleine Auswahl:

Die Arroganz der grauhaarigen alten Männer – von Lena Falkenhagen

Auch nackte Hasen sind politisch – von Margarete Stokowski

Nachtrag:

Die Veranstalter der Leipziger Buchmesse haben inzwischen auch ein Statement dazu abgegeben.

Hier könnt ihr es nachlesen!

Dem kann ich nur beipflichten. Und es bleibt zu hoffen, dass sich an dieser Meinung der Veranstalter nichts ändert!

Lesesucht – Angeboren oder Erziehungssache?

In zwei Sorten könnte man die Menschen einordnen: Leser und Nichtleser!
(Ich weiß, es ist politisch nicht ganz korrekt ? )
Dazwischen existiert zwar eine Grauzone von Gelegenheitslesern, aber die meisten ordnen sich, wenn man sie fragt, selber schnell in die eine oder andere Kategorie ein.
Ich gehöre ganz klar in die Kategorie der Leser!

Meine Kindheit habe ich in den 70er Jahren erlebt. Es gab einen wunderbaren Wald und unglaublich viele Kinder in allen Altersstufen auf unserer Straße. Langeweile war meistens ein Fremdwort. Aber es gab auch schlechtes Wetter und Zeiten in denen niemand Zeit zum Spielen hatte. Mit drei Programmen die meiner Fantasie in keiner Weise gerecht wurden, war das Fernsehen kein großer Trost. Den Abenteuern von Winnetou, Momo, Bastian Balthasar Bux, den fünf Freunden, Tom Sawyer und unzähligen anderen Kindheitshelden konnte dieses Programm nicht annähernd das Wasser reichen. So habe ich viel gelesen, oft nächtelang mit meinen Helden gelitten, geliebt und fantastische Welten entdeckt. Die Schulbibliothek und die Bücherei im Nachbardorf waren ein beliebter Ort um Nachschub zu bekommen.

Bücher die für mein Alter geeignet waren, waren schnell ausgelesen und mich hungerte nach anspruchsvollerem. „1984“ von George Orwell las ich mit 13 Jahren und die Sachbücher über Ufos und Außerirdische von Erich von Däniken folgten. Zwischenzeitlich hatte eine Phase in der die Heftromane der John Sinclair Reihe (Grusel und Horrorgeschichten) mich faszinierten. Die Cover konnte ich mir allerdings nicht ansehen, sodass ich die Hefte zur Tarnung in eine Zeitschrift legen musste, aber die Spannung und das Gruselkribbeln mochte ich sehr.

Abgelöst wurde die Gruselphase von etwas, das gegensätzlicher fast nicht sein konnte. Rosamunde Pilcher mit ihren irisch/britischen Landschaften und ihren romantischen Liebesgeschichten packten mich mehrere Bücher lang. Dann folgten Romane über die frühen Jahre in Nord-Amerika, der Unabhängigkeitskrieg, der Sezessionskrieg, die Goldsuche in Kalifornien – Gwen Bristow hatte für mich auf dem Gebiet einiges zu bieten.
Mit „Die Nebel von Avalon“ brach wieder eine neue Lese-Ära an. Fantasy in seinen verschiedensten Ausprägungen wurde für mich zur Sucht. Science-Fiction kam dazu und mein Lesestoff beschränkte sich viele Jahre auf diese beiden Genres.

Als junge Erwachsene hatte ich noch viel Zeit zu lesen. Familie und Kinder änderten das für einige Jahre.
Ich las meinen Kindern vor und lernte dabei viele neue Bücher und Geschichten kennen. Lange Jahre war das für die ganze Familie ein fester Abend-Ritus. Mit Harry Potter wurde neben den Kindern auch mein Leseverhalten wieder erwachsen.

Es fällt mir schwer zu verstehen, dass es Menschen gibt die gar nicht lesen mögen, denen das zu anstrengend oder zu langweilig ist. Allerdings musste ich auch lernen, dass es Zeiten im Leben geben kann, in denen das Lesen zwangsweise etwas weniger wurde – aber es hat mir dann immer gefehlt.
Es scheint bei mir eine angeborene Sucht zu sein. Ich finde es nicht anstrengend sondern erholsam. Lesen ist wie Urlaub für die Seele.

Aus Büchern kann man mühelos Dinge lernen die von Unnützem bis zu Wichtigem reichen. Ich merke mir das unsinnigste Zeug selbst aus Romanen. Wer weiß schon, dass an einem alleinstehenden Baum die Himmelsichtung abgelesen werden kann? Das ist zum Beispiel beschrieben in „In den Wäldern am kalten Fluss“ von William Judson: Moos wächst immer auf der Nordseite!

Ich finde es sehr schade, dass nicht mehr Menschen dieses wunderbare Hobby teilen. Die eigene Fantasie ist um so vieles bunter, als die im Film umgesetzte Fantasie eines – wenn auch noch so begabten Filmemachers.
Auch wenn heutzutage viele Filme, wie zum Beispiel „Avatar“, sehr gut gemacht und oft fantasievoll sind: ein Buch bleibt ein Buch, bleibt ein Buch!
Ob gedruckt oder als E-Book ist für mein Lesevergnügen unerheblich.

Meine Leseleidenschaft hat irgendwann dazu geführt, dass ich mit dem Schreiben begonnen habe. In meinen Büchern habe ich genau die Geschichten erzählt, die ich selber gern gelesen hätte, aber in der Form oder Art nirgends gefunden habe.

Heute lese ich meistens mehrere Bücher gleichzeitig. Je nach Stimmung – ein Sachbuch oder einen Roman. Ich mag viele Genres, aber die Fantasy ist mir immer noch sehr nahe. Dieses Eintauchen in fremde Welten fasziniert mich auch an der Science-Fiction. Mit Detektiv-Krimis tue ich mich dagegen meistens schwer, aber wer mag schon alles? Wenn schon Krimi, dann eher die spannendere Variante: der Thriller. Von Dan Brown und Ken Follett habe ich fast alles gelesen.

Ich persönlich glaube auch, dass viele nur noch nicht das richtige Buch gefunden haben. Vielleicht würden sie dann auch zum Leser mutieren?

In der Masse der Neuerscheinungen ist es oft schwer das Richtige zu finden. Empfehlungen von Menschen die ähnliches mögen, helfen mir oft bei der Auswahl. Bestsellerlisten sind für mich immer seltener ein Auswahlkriterium. Dagegen habe ich auf dem Indie-Markt und unter weniger bekannten Autoren einiges gefunden, das mich sehr gefesselt hat!

Bliebt noch die Frage wie kann man andere, am liebsten die eigenen Kinder, Patenkinder, Nichten, Neffen oder Kinder die einem sonst am Herzen liegen zum Lesen verführen?
Leider habe auch ich hier kein Patentrezept. Vorlesen in der Kindheit, Vorbild sein und selber viel lesen, Bücherwünsche niemals abschlagen … all das habe ich getan und trotzdem ist keines meiner Kinder „Lesesüchtig“ geworden.
Sie lieben gute Geschichten, tauchen gern in fremde Welten, mögen auch das ein oder andere Buch und besitzen jeder eine ganze Reihe von Büchern die sie auch gelesen haben, aber Leseratten? So wie ich? Nein, das sind sie sicher nicht.
Aber sie sind jung, wer weiß was noch kommt! Und viele schöne Geschichten gibt es heute auch als Film erzählt. In mache Geschichten kann man sogar, innerhalb eines Computerspiels, selber eintauchen. Das ist eben eine ganz andere Art Geschichten zu erfahren.
Und wer weiß, wäre ich heute in diesem Alter, vielleicht würde auch ich weniger lesen und aufgrund des großen Alternativangebots, die eine oder andere Geschichte als MMORPG (Massively Multiplayer Online Role-Playing Game/Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel) erleben wollen!

Melanie Buhl

Was ist eigentlich ein Literaturautomat?

Da erreicht mich doch vor einigen Tagen eine E-Mail mit einer wunderbaren Überraschung! Meine Kurzgeschichte „Göttliche Vergesslichkeit?“ ist für den „Literaturautomaten“ angenommen worden. Jippiieee!

Was das ist – ein Literaturautomat? Das ist ein umfunktionierter Zigarettenautomat an dem man sich statt Zigaretten, nun kleine Büchlein mit einer Kurzgeschichte ziehen kann.
Also: Kultur statt Kippe, Lyrik statt Lucky Strike!

Vom 14. Juni bis 9. August 2016 kann man meine Kurzgeschichte „Göttliche Vergesslichkeit?“ in den Automaten erwerben.
Eine Liste der Standorte findet ihr hier:
http://www.literaturautomat.eu/

(Foto: literaturautomat.eu)

Ein besonderes Projekt – Teil 2
Gemeinsam Schreiben „Jedes Wort ein Atemzug“

Im Sommer 2014 habe ich euch von diesem ganz besonderen Projekt berichtet, an dem ich gemeinsam mit meiner lieben Creativo-Kollegin Michaela Schreier sowie 143 weiteren Autoren aus ganz Europa teilgenommen habe. Falls ihr noch einmal nachlesen möchtet, bitte hier klicken!

20160129_102826Jetzt gibt es eine Fortsetzung an der Michaela Schreier und ich wieder mit einigen unserer Geschichten beteiligt sind. Auch unsere neue Kollegin Maria Göthling hat eine schöne Geschichte beigesteuert.

Das neue Buch heißt  „Magisches und Mystisches“  und ist genau wie die anderen Anthologien dieser Reihe im Karina Verlag, Wien erschienen.
Und genau wie bei den vorhergehenden Projekten verzichten alle teilnehmenden Autorinnen und Autoren dabei auf ein Honorar. Der Erlös des Buches geht zu 100% an die Gewaltopferhilfe des AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser.

Offizieller Erscheinungstag ist der 31.01.2016, Vorbestellungen sind ab sofort möglich. Die Auslieferung erfolgt vor offiziellem Erscheinungstag.
ISBN: 978-39030565-72,  252 Seiten, 11,90€

Vorbestellungen können ab sofort hier aufgegeben werden.
In wenigen Tagen auch bei Amazon und im Buchhandel erhältlich!

Die Helden in unseren Lieblingsbüchern

Die Liste meiner Lieblingshelden ist wirklich lang.
Von Artus über Bastian Balthasar Bux, Celia Garth, Hermine Granger, Katniss Everdeen, Merlin, Scarlett O’Hara bis hin zu Winnetou und vielen anderen ist es eine stattliche Mannschaft!

Ein ganz besonderes Projekt:
Gemeinsam Schreiben „Jedes Wort ein Atemzug“

Heute möchte ich euch von einem ganz besonderen Projekt berichten, an dem ich gemeinsam mit meiner lieben Creativo-Kollegin Michaela Schreier sowie 143 weiteren Autoren aus ganz Europa teilnehme.

Es heißt: Gemeinsam Schreiben „Jedes Wort ein Atemzug“.

Wir haben jeder einige Geschichten zur Verfügung gestellt, die in einer gemeinsamen Anthologie des österreichischen Vereins „Respekt für Dich“ erscheinen werden. Alle teilnehmenden Autorinnen und Autoren verzichten dabei auf ein Honorar und der Erlös des Buches geht zu 100% an die Gewaltopferhilfe des AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser.

Das wohl größte Buchprojekt mehrerer Autoren, zugunsten einer Spendenaktion wurde von der Autorin Karin Pfolz ins Leben gerufen und steht unter der Schirmherrschaft des Vereins „Respekt für Dich“. Dieser Verein wurde von Autorinnen und Autoren gegründet mit dem Ziel, Menschen, die unter Gewalt leiden, zu unterstützen.

Mittlerweile sind so viele Beiträge zusammengekommen, dass es drei Bücher werden. Sie sind unterteilt in die verschiedenen Genres: „Kriminelle Geschichten“, „Winter- und Weihnachtsgeschichten“ und „Geschichten aus aller Welt“.

*Geschichten aus aller Welt, Cover

Im Oktober werden die Bücher fertig sein und im schönen Wien der Öffentlichkeit präsentiert.

Leider kann ich bei der offiziellen Buchvorstellung nicht dabei sein.
Aber meine Geschichte „Marleen“ hat es ja in das Buch

„Geschichten aus aller Welt“

geschafft und ist somit stellvertretend für mich dort!

 

Die offizielle Buchvorstellung findet am 25.Oktober 2014 um 18.00 Uhr in Wien statt.
Hier die Adresse:

Palais Coburg
Residenz Coburgbastei 4
1010 Wien

Der Eintritt kostet 10,-€. Um Anmeldung wird gebeten, da der Platz begrenzt ist.

Nachtrag vom 21.01.16:
Es gibt eine Fortsetzung des besonderen Projektes. Hier könnt ihr nachlesen, wie es weitergeht!

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