Melanie Buhl

Autorin

Kategorie: Allgemein (Seite 1 von 7)

Adventskalender 2017 – Buch- und Filmzitate

Gelegentlich saust mir, wie ein Gedankenblitz, ein Satz aus einem Buch oder Film durch den Kopf. Ich frage mich dann oft warum?
Meistens sind es Teile aus Büchern oder Filmen die mich in irgendeiner Weise bewegt oder inspiriert haben. Häufig sind es Zitate die etwas mit meiner momentanen Situation zu tun haben, als wenn der betreffende Charakter mir etwas mitteilen will.
Und manchmal habe ich einfach das Gefühl, das betreffende Buch möchte noch einmal gelesen werden.
Eine Auswahl solcher Zitate und Sätze habe ich als Adventskalender zusammenstellt.
Jeden Tag, bis Weihnachten werde ich einen für euch posten.

Für eine größere Ansicht, einfach auf das Bild klicken!

 

Babylon 2017

Inspiriert vom Song „Bible“ von der Band „Ghost“

Babylon 2017

Wir sprechen und verstehen meist mehr als nur unsere Muttersprache. In der Grundschule und im Kindergarten lernen die Jüngsten bereits Englisch. Später kommen oft Französisch, Spanisch, Latein oder andere Sprachen hinzu.

 Aber wir verstehen unsere Mitmenschen nicht!

Wir nutzen E-Mail, WhatsApp, Facebook, Instagram, Snapchat und Twitter und Co.
Wir vernetzen uns mit der ganzen Welt.

 Aber wir kennen unseren Nächsten nicht!

Wir haben Autos, Motorräder, Züge, Flugzeuge und sogar Weltraumbehörden mit Raumschiffen.

 Aber wir erreichen unsere Nachbarn nicht!

Wir haben die besten Wissenschaftler. Wir hören wie sie uns mahnen, Mutter Erde nicht zu zerstören und achtsam mit dem Erbe kommender Generationen umzugehen.

Aber wir handeln nicht!

Wir leben in unserem Land in relativem Wohlstand. Die meisten haben genug Geld zum Leben und ein Dach über dem Kopf. Nicht jeder im Überfluss, aber mehr als manch armer Mensch auf der Welt und viel mehr, als jemand der im Kriegsgebiet lebt.

Aber wir schließen die Grenzen!

Wir haben so viel Freizeit wie nie zuvor in der Geschichte.

Aber wir haben oft keine Zeit für die Menschen um uns herum!

Wir bauen die höchsten Gebäude, Wolkenkratzer mit schwindelerregender Höhe.

Aber wir kommen unserem Schöpfer nicht näher!

Babylon fiel, als die Herzen der Menschen sich nicht mehr verstanden – als sie sich immer weiter voneinander entfernten!

Lassen wir es nicht so weit kommen!
Nutzen wir die Adventszeit um unsere Augen und Ohren zu öffnen:
Für die Menschen, für Mutter Erde und für unsere eigene Zukunft.

Lasst nicht zu, dass wir wie Babylon untergehen!

Melanie Buhl, November 2017

Fachwerkgeflüster aus dem Eichsfeld und anderswo

Anthologie
Herausgeber: Creativo – Initiativgruppe für Literatur, Wissenschaft und Kunst

Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 2017
250 Seiten
Preis: 9,80 €
ISBN: 978-3-945346-63-1

Verlag: Fabuloso Verlag, Bilshausen

Die 7. Creativo-Anthologie „Fachwerkgeflüster aus dem Eichsfeld und anderswo“ ist die zweite Anthologie die ich mit meiner lieben Kollegin Michaela Schreier ins Leben gerufen und bis zur Erscheinung und darüberhinaus betreut habe. Natürlich wurden wir von weiteren Creativos bei der Auswahl der Texte, der Gestaltung und dem Lektorat unterstützt, aber irgendwie ist auch dieses Buch „unser Projekt“ geblieben.

Die Geschichten, die Fachwerkhäuser erzählen könnten, und die wir für diese Anthologie verfasst haben, sind sehr vielfältig. Mystisches, Spannendes, Lustiges und Trauriges wechseln sich ab in Form von Kurzgeschichten, Erzählungen und Lyrik.
Die Fachwerkgeschichten sind bei den Eichsfeldern, ehemaligen Eichsfeldern, Freunden und Besuchern unserer schönen Heimat sowie auch in anderswo sehr beliebt. Sie eignen sich übrigens sehr gut als Geschenk!

Hier geht´s zur Leseprobe

Lavendel im Mühlengarten
von Melanie Buhl

Das lilafarbene Blütenmeer schwang im Wind sanft hin und her und ließ Lilian die Welt um sich herum vergessen. Die junge Frau mit dem frechen blonden Kurzhaarschnitt lag mitten zwischen den abertausenden Lavendelblüten. Dieser intensive, einschläfernde Duft nahm sie mit auf eine Reise, die sie nie vergessen würde. Sie schloss die schweren Lider und als Lilian sie kurz darauf wieder öffnete und sich aufsetzte, hatt e sich die Welt um sie herum verändert.
Die alte Mühle stand noch an ihrem Platz, aber sie schien nicht mehr baufällig zu sein, nein – sie erstrahlte in herrschaftlicher Pracht, als hätten ihre Besitzer stets ein Auge darauf, sie liebevoll zu restaurieren und ihrem Fachwerk alle nur erdenkliche Pflege zukommen zulassen. Die Holzbalken waren frisch gestrichen und das Gefach dazwischen mit weißer Farbe verputzt. Die kleinen gardinenverhangenen Fenster sorgsam geputzt und mit Blumen geschmückt.
Auf der Bank vor der Mühle schlief eine schwarz-braune Katze. Eine Biene summte um ihren Kopf herum und ließ sie nicht zur Ruhe kommen, immer wieder zuckte die Katze abwehrend mit den Ohren, bis sie schließlich den Störenfried mit einem energischen Tatzenhieb verjagte. Die Biene verzog sich in Richtung Garten. Dieser war nicht mehr verwildert und lavendelüberwuchert, so wie Lilian ihn kannte, er war sorgsam angelegt. In seinen Beeten standen Möhren, Kartoffeln, Grünkohl und so mancherlei anderes kurz vor der Ernte.
Das Kurioseste, was Lilian bemerkte, war, dass die vormals stillgelegte Mühle wieder in Betrieb war. Das Mühlrad drehte sich langsam und kraftvoll und auch der eigentlich längst zugeschüttete Mühlbach führte sein klares Wasser munter von der Eller zur Mühle.
Lilian vernahm nun Summen und Geräusche von arbeitenden Männern. Das Geklapper der Mühle rückte in den Hintergrund. Neben der Mühle, wo sonst die alte Sankt Andreaskirche stand, befand sich eine große Baustelle. Das Sandstein-Mauerwerk, das im Entstehen war, war bereits als Kirche zu erkennen. Alle Seiten standen schon und die Zimmermänner legten gerade die Holzbalken für das Dach auf.
An der westlichen Seite war auch der mächtige Turm über die Hälfte fertig. Maurer standen auf den Gerüsten und wuchteten die riesigen Sandsteine aufeinander. Ein grandioser Anblick!
Lilian stand auf und wollte sich den Bau genauer betrachten. Sie verließ den Mühlgarten und bemerkte, dass sie fremde, etwas altbackene Kleidung trug. Auch ihre Hände sahen anders aus. Rau von harter Arbeit und von der Sonne braun gegerbt. Als sie die kleine Brücke über den Mühlbach betrat, erblickte sie ihr Spiegelbild im Wasser. Sie erschrak! Das war nicht sie, Lilian. Es war eine unbekannte junge Frau mit langen dunklen Haaren, die ihr aus traurigen Augen entgegenblickte. Sie war ihr fremd und doch irgendwie vertraut. Lilian blickte sich um, suchte nach Antworten darauf, was passiert war? War hier niemand der ihr das erklären konnte? Aber der Mühlgarten und die Gärten, die von der Eller am Mühlbach entlang lagen, waren menschenleer.
Ihr Blick schweifte erneut hinüber zu der anderen Seite der Mühle, zu den Männern, die an der Kirche arbeiteten. Sie erstarrte. Dort, den Mann kannte sie. Oder etwa doch nicht? Er stand auf dem Dach der Kirche. Seine kräftigen Zimmermannshände hielten den schweren Hammer in der rechten Hand und ließen ihn in einem stetigen Rhythmus auf die langen Nägel herabsausen. Er war ihr auf eine merkwürdige Art vertraut und doch wusste sie, dass sie ihn noch nie zuvor gesehen hatte. Langes dunkles Haar umrahmte das Gesicht mit den stahlblauen Augen. Etwas in ihr erinnerte sich an seine Stimme, die dunkel und geheimnisvoll wie schwarzer Samt war und die ihr Herz schneller schlagen ließ.
Lilian schritt unsicher weiter über die Brücke, und als sie diese endgültig überquert hatte, war die Erinnerung an Lilian wie weggeblasen.
Sie war Greta, Magd beim kinderlosen Müller Jakob und seiner Frau Maria. Und dort auf dem Dach …

Rezension „Die Entscheidung des Seins“
von Andreas März

Zu diesem Buch hat Michaela Schreier vor einiger Zeit eine Rezension auf Facebook veröffentlicht, die mich sofort angesprochen hat. Netterweise hat sie mir das Buch ausgeliehen, sodass ich es selber lesen konnte.
Ach was lesen….verschlungen habe ich es. Es ist spannend und flüssig zu lesen, innerhalb von einem Abend und einer längeren Autofahrt hatte ich es durch!

Klappentext:

Wenn du die Wahl hättest, noch einmal von vorn zu beginnen, wie würdest du dich entscheiden? John ist Alkoholiker. Ihm bleibt nichts weiter, als den Frust über sein Leben jeden Tag in billigem Fusel zu ertränken. Er ist geschieden und hat nur noch mit seiner Exfrau zu tun, wenn sie etwas von ihm will. Als er eines Tages wieder zu ihrer Anwältin marschieren soll, wird er wenig später auf dem Weg nach Hause von einem führerlosen LKW erfasst und auf die Straßenbahngleise geschleudert. Ein Schienenschleifwagen erfasst und tötet ihn. »Oben« angekommen, wird er freundlich von Luzifer und Gott begrüßt. Entgegen seiner Annahme verstehen sich die beiden blendend und stellen John vor eine unglaubliche Wahl. Die Skandal-Satire des Kindle Storyteller Awards 2017!

Obwohl Satire vorn draufsteht und es auch einige satirische Aspekte hat, enthält dieses Buch doch auch eine Tiefgründigkeit, die durch die lockere Schreibweise nicht sofort ins Auge springt. Aber sie ist definitiv da. An manchen Stellen hätte ich mir mehr davon gewünscht, aber es passte auch so alles gut zusammen!

John begegnet also nach seinem Tod luzifer und GOTT im Jenseits. Und nicht, dass ihr glaubt ich hätte mich vertippt: Im Buch ist alles was GOTT spricht in GROßBUCHSTABEN und alles was luzifer spricht in kleinbuchstaben geschrieben. Was mich als Lektorin und Rechtschreibfanatikerin zuerst kirre machte, stellte sich aber als tolle Art und Weise dar, die Wichtigkeit der beiden Personen zu betonen und in ihre jeweiligen Positionen zu stellen.
GOTT und luzifer, erscheinen John zuerst mit dem Aussehen von George Clooney und Bud Spencer. Wer hier wen darstellt, kann man sich ja denken 😉 . Die beiden sind, entgegen Johns Erwartungen, beste Freunde. John ist zuerst verwirrt und stellt allerhand Fragen, die von den hohen Herren auf eine sehr witzige Art beantwortet werden.
Dann wird es ernster und sie stellen John vor eine Wahl.
Während die verschiedenen Möglichkeiten für John aufgezeigt werden, überlegt man selber immer wieder, wie man sich im Fall der Fälle selber entscheiden würde. Ich hätte einige der Möglichkeiten in Erwägung gezogen, aber wie sich John am Ende entscheidet ist sehr unvorhersehbar. Dadurch regt es aber an, auch nach dem Ende des Buches weiter darüber nachzudenken was richtig ist und welche Entscheidung man selber getroffen hätte. So etwas mag ich!
Ob John aus dem Kelch des Vergessens trinken wird und zurückkehrt oder ob er bleibt, müsst ihr schon selber lesen.

Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Es liest sich locker und leicht. Das Thema Tod und was danach kommt, wird mal auf eine unverkrampfte Weise betrachtet.
Es hätten allerdings gern ein paar Seiten mehr sein können.

 

„Die Entscheidung des Seins“ von Andreas März
CreateSpace Independent Publishing Platform, ISBN: 978-1973930082
Taschenbuch: 148 Seiten, Preis: 7,99€

Rezension „Und dann ist alles anders“
von Nelly Fehrenbach

Ich muss zugegeben, dieses Buch hätte ich wohl nicht gelesen, wenn ich nur das Cover gesehen hätte. Das ist zwar hübsch anzusehen, aber es hätte mich nicht neugierig aufs Buch gemacht.
Aber wie es der „Zufall“ wollte, bin ich bei Facebook über einen Gewinn-Post der Autorin mit dem Klappentext gestolpert.
Eine Frau die seit Jahren unter Migräne leidet und bei der dann eine schlimme Diagnose gestellt wird. Das hat mich angesprochen. Wer selber Migräne hat, kennt vielleicht auch die Angst, dass etwas Ernsthaftes dahinterstecken könnte. Nelly Fehrenbach hat einige Exemplare über Facebook verlost und ich gehörte tatsächlich zu den glücklichen Gewinnern.

Klappentext:

Was machst du, wenn dir das Leben eine schwere Diagnose stellt?

Die Migräneattacken schiebt Charlotte auf ihre anstrengenden Hochzeitsvorbereitungen – bis sie aus heiterem Himmel einen schweren Krampfanfall erleidet. Sie, die sonst als Krankenschwester immer anderen hilft, muss nun selbst umsorgt werden, und eine verstörende Diagnose stürzt sie in eine tiefe Krise. Die Hochzeit mit ihrem Verlobten Jörg wird abgesagt, seine liebevolle Hilfe stürzt sie nur noch tiefer in ihre Verzweiflung. Doch als ihre Kraft nur noch zum Sterben reicht, begegnet ihr ein anderer Mann. Auch er ist gezeichnet von einer Krankheit, aber er hat eine ganz andere Art damit umzugehen als sie. Aufgeben ist keine Lösung! Auf einmal scheint Weiterleben möglich, wenn Charlotte lernt, ihre Krankheit zu akzeptieren.

 

Ich habe gleich nachdem das Buchpaket kam, voller Vorfreude und noch im Stehen, die ersten 4 Seiten gelesen. Bis Seite 20 ging es dann weiter auf dem Küchenstuhl. Dieses Buch hat mich sofort gepackt. Die Autorin schreibt flüssig und fesselnd. Mit eindringlichen Worten schildert sie, wie die Diagnose Hirntumor die Krankenschwester Charlotte aus ihren gewohnten Bahnen wirft. Es verändern sich ihre Sichtweisen auf ihre Krankheit und auf ihre Perspektiven. Was sie ganz sicher nicht will, wird zusehends klarer. Bei all dem verdrängt sie aber, dass sie auch Chancen hat, die sie nutzen könnte und dass viele Menschen es gut mit ihr meinen, auch wenn diese nicht immer alles richtig machen. Denn auch das Umfeld, Kollegen, Freunde und Familie von Charlotte ändern sich, haben Mitleid, wollen helfen. Aber all das will Charlotte nicht.
Charlottes Beziehung zu ihrem Verlobten Jörg wird auf manch harte Probe gestellt. Und dann, als alles im Chaos versinkt, als sie glaubt keinen Ausweg mehr zu sehen, trifft sie auf Paul. Durch ihn lernt sie wieder Mut zu fassen und sich für die Dinge zu entscheiden die sie selber will. Sie geht einen schweren, aber selbstbestimmten Weg durch ihre Krankheit, erfährt was es heißt hilflos zu sein und Hilfe annehmen zu müssen. Sie kämpft sich tapfer wieder zurück ins Leben. Bis sie zu einem Kontrolltermin ihres Arztes muss…

Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Es liest sich trotz aller Dramatik locker und leicht. Die Ängste und Rektionen von Charlotte sind nicht immer meins gewesen, aber ich konnte oft trotzdem verstehen, warum sie so handelte. Die meisten Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, bei einigen hätte ich mir etwas mehr Tiefgang gewünscht.

Eine sehr emotionale Geschichte die dazu anregt, sich über das kostbare und nicht selbstverständliche Gut „Gesundheit“ Gedanken zu machen. Wer sich nicht scheut, sich mit so schweren Themen wie Krankheit und Tod auseinanderzusetzen, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

„Und dann ist alles anders“ von Nelly Fehrenbach
Tinte & Feder Verlag, ISBN“: 978-1542045940
Taschenbuch: 252 Seiten, Preis: 9,99€

Rezension „His Dark Materials“
von Philip Pullman

Es ist eine sehr beeindruckende Trilogie, die Philip Pullman hier geschaffen hat. Oft wird sie erwähnt, wenn es um den Harry Potter-Hype geht und dass sie ein paar Jahre vor J.K. Rowlings Bestseller erschienen ist. Ich liebe die Harry Potter Reihe aber sie mit His Dark Materials zu vergleichen, passt meiner Meinung nach nicht. Gut – beide spielen in England. Beide spielen in Parallelwelten, aber dann hört die Ähnlichkeit schon auf.

Ich habe 2007 den ersten Teil Der goldene Kompass im Kino gesehen. Trotz des merkwürdig offenen Endes hat mir der Film gefallen. Vermutlich habe ich damals schon geahnt, was in dieser Geschichte für ein brisanter Inhalt steckt. Als ich erfuhr, dass es nur der erste von drei Teilen ist, habe ich lange auf die restlichen Filme gewartet. Heute bin ich froh, dass es nicht in der gleichen Weise fortgesetzt wurde, wie es in der Verfilmung mit Nicole Kidman und Dakota Blue Richards begann. Ich mag den Film nach wie vor, aber dem Buch wird er absolut nicht gerecht!

Die Trilogie ist sehr komplex, enthält mehrere Handlungsstränge, die besonders im dritten Teil erst auseinanderdriften, um dann in spannender Weise wieder zusammengeführt werden.

Es geht in His Dark Materials um Lyra Belacqua, die als Waisenkind im Oxforder Jordan-College aufwächst. Sie ist ein wildes und draufgängerisches Mädchen. Als ständigen Begleiter lernen wir gleich auf den ersten Seiten ihr Seelentier, ihren tierischen Berater Pantalaimon kennen. Jeder Mensch in dieser Welt hat solch einen Dֹæmon. Bei Kindern kann er seine Gestalt wechseln, bei Erwachsenen sind die Dæmonen nicht mehr wandelfähig. Mit den Dæmonen wird klar, dass Lyra nicht in unserer Welt lebt, sondern, dass es sich um eine fremde Welt handelt, die der unseren ähnlich, aber doch in einigen Dingen anders ist.
Als einzigen Verwandten hat Lyra ihren Onkel, Lord Asriel, der sie gelegentlich besucht und vom College bei seinen Forschungen unterstützt werden möchte. Bei diesen Forschungen geht es um Staub. Damit ist nicht der Hausstaub gemeint, sondern eine geheimnisvolle kosmische Substanz, die die Menschen umgibt und erst nach der Pubertät so richtig intensiv in Erscheinung tritt. Sie scheint irgendetwas mit der Erbsünde zu tun zu haben und wird von der sehr konservativen Kirche in Lyras Welt verteufelt.

Man kann leider keine Rezension schreiben ohne Details zu verraten. Bei der Komplexität der Trilogie wäre eine sehr kurze Fassung kaum verständlich. Daher habe ich mich entschlossen, so kurz wie möglich, aber doch hoffentlich verständlich zu schreiben, was in den einzelnen Bänden passiert. Viele Nebenhandlungen habe ich weggelassen und einiges nur kurz angerissen. Daher erhebt diese Inhaltsangabe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wer sich die Spannung aber komplett erhalten möchte, sollte ab hier nicht weiterlesen, sondern meinem Urteil vertrauen und sich schnellstens auf die Reise mit Lyra zu begeben. Es lohnt sich!

 

Zum Inhalt

Im ersten Teil Der Goldene Kompass (Northern Lights, 1995) wird Lyras Freund, der Küchenjunge Roger, von den geheimnisvollen Gobblern entführt. Sie macht sich auf die Suche nach ihm und anderen verschwundenen Kindern. Der Rektor des Jordan Colleges gibt Lyra heimlich ein Alethiometer, ein einem Kompass ähnliches geheimnisvolles Gerät.
Zuerst reist Lyra mit der scheinbar freundlichen aber im Inneren eiskalten Mrs Coulter nach London. Dort bemerkt Lyra, dass Mrs Coulter selbst etwas mit den Gobblern zu tun hat und flieht von ihr zu den Gyptern, dem Volk von Billy Costa, einem ebenfalls entführten Freund Lyras. Diese leben auf Hausbooten und ihre Anführer John Faa und Farder Coram versprechen Lyra, ihr bei ihrer Suche behilflich zu sein. Bei ihnen erfährt Lyra auch, dass ihre Eltern nicht tot, sondern Lord Asriel und Marisa Coulter sind.
Lyra lernt das Alethiometer zu lesen, welches ihr Antworten auf all ihre Fragen gibt.

Auf der Reise in den Norden trifft Lyra auf den Panzerbären Iorek Byrnison und den Aeronauten Lee Scoresby. Diese beiden stehen ihr durch alle drei Bände hindurch immer wieder bei, selbst als Lee tot ist hilft er ihr. Nachdem sie Iorek wieder zu seinem rechtmäßigem Platz unter seinesgleichen verholfen hat, begeben sich die Freunde nach Bolvangar. Dort sollen die Gobbler die gefangenen Kinder eingesperrt haben. Unterstützt werden die Abenteurer von den Hexen und einer ihrer Anführerinnen, Serafina Pekkala.
In Bolvangar angekommen findet Lyra Roger und die anderen entführten Kinder. Sie sollen alle durch Intercision, einer Art Guillotine, von ihren Dæmonen getrennt werden, damit sich der kosmische Staub nicht an ihnen festsetzen kann. Die Kirche hat dieses Verfahren in Auftrag gegeben, um den Staub und seine Wirkung einzudämmen Allerdings sterben alle Dæmonen und einige der Kinder bei der Prozedur. Lyra wird kurz vor ihrer Intercision von Mrs Coulter gerettet. Lyra traut ihr trotzdem nicht und flieht mit den anderen Kindern.

Mit Roger und Iorek begibt sich Lyra nun auf die Suche nach ihrem Vater Lord Asriel. Sie will ihm das Alethiometer bringen. Sie finden ihn auch in einer Festung nahe des Nordpols. Zu ihrem Entsetzen stellt Lyra fest, dass Asriel nicht das Alethiometer haben möchte, sondern das Leben eines Kindes braucht, um einen Zugang in eine andere Welt zu erschaffen. Seine Tochter will er nicht dafür opfern, aber Roger scheint ihm geeignet. Lyra kann Roger nicht retten, folgt aber ihrem Vater heimlich in die fremde Welt.

 

Im zweiten Teil Das magische Messer (The Subtle Knife 1997) lernen wir zuerst Will Parry kennen. Er lebt mit seiner kranken Mutter in unserer Welt und entdeckt durch Zufall ein Fenster in eine Parallelwelt. Dort, in der Stadt Cittàgazze, trifft er Lyra. Die Stadt ist fast menschenleer nur einige verstörte Kinder leben dort. Die Erwachsenen wurden von Gespenstern angegriffen und sind erstarrt oder tot. Gemeinsam gehen Lyra und Will durch das Fenster zurück in Wills Welt und versuchen etwas über Staub und Wills verschwundenen Vater, John Parry herauszufinden. Das Alethiometer führt sie zu Mary Malone einer Wissenschaftlerin die an Staub oder wie es in ihrer Welt heißt, Dunkler Materie forscht.
Will und Lyra treffen auf den geheimnisvollen Lord Boreal, den Lyra noch von früher aus ihrer Welt kennt. Er stiehlt das Alethiometer und will es nur gegen ein Magisches Messer aus Cittàgazze herausgeben. Unter abenteuerlichen Bedingungen ergattern Will und Lyra das Magische Messer mit dem man Fenster in fremde Welten schneiden kann und erobern auch das Alethiometer zurück. Will verliert dabei zwei Finger, wird dadurch aber zum rechtmäßigen Besitzer des Magischen Messers. Obwohl Will nun schwer verletzt ist, machen sich die beiden Kinder auf die Suche nach Wills Vater. Will findet ihn auch, aber sein Vater stirbt kurz darauf. Als Will wieder zum Treffpunkt mit Lyra zurückkommt, ist diese verschwunden. Nur ihr Rucksack mit dem Alethiometer ist noch dort.

 

Der dritte Teil Das Bernstein-Teleskop (The Amber Spyglass 2000) beginnt damit, dass Lyra von ihrer Mutter, Mrs Coulter, in einer Höhle gefangen gehalten wird. Sie hat Lyra mit einem Gift in einen tiefen Schlaf versetzt, weil sie weiß, das Lyra nicht freiwillig bei ihr bleiben würde. Die Vertreter der Kirche aus Lyras Welt wollen Lyra finden, da es eine Prophezeiung über sie gibt. Sie soll verantwortlich für einen erneuten Sündenfall werden, deshalb will die Kirche sie umbringen lassen.

Will trifft unterdessen auf die beiden Engel Balthamos und Baruch sowie den Panzerbären Iorek Byrnison, die ihm helfen Lyra zu finden. Er befreit sie mithilfe des Magischen Messers. Die beiden fliehen in eine weitere Parallelwelt. Begleitet werden sie dabei von den beiden Gallivespier-Spionen Chevalier Tialys und Lady Salmakia. Das sind Wesen, die auf Libellen reiten und nur eine Handbreit groß sind. Sie haben Giftstachel zu ihrer Verteidigung und stehen auf der Seite Lord Asriels. Sie sollen die Kinder zu ihm bringen. Tialys und Salmakia begleiten Lyra und Will vorher, auf deren Wunsch hin, jedoch noch in die Welt der Toten. Lyra will dort ihren Freund Roger um Verzeihung bitten, da sie sich für seinen Tod verantwortlich fühlt. Will möchte seinen Vater treffen.
Um in die Welt der Toten Einlass zu finden, müssen sich Lyra und Will, nach einigen anderen Schwierigkeiten, von ihren Dæmonen trennen. Auch wenn Will keinen sichtbaren Dæmon hat, spürt er den Schmerz, als er einen Teil von sich in der Welt der Lebenden zurücklassen muss. Die beiden finden Roger und John Parry und öffnen, nach langer und nervenaufreibender Reise, für die Toten ein Fenster in eine weitere Parallelwelt. Dorthin können diese hinübergehen, zu Staub werden und sich so wieder mit ihren Dæmonen vereinigen. Auch Will und Lyra verlassen die Totenwelt und suchen nun nach ihren verlassenen Dæmonen.

Pantalaimon und Wills inzwischen sichtbarer Dæmon befinden sich in der Nähe der Schlacht von Lord Asriel, der eine Republik des Himmels gründen will. Er hat dazu Krieger aus vielen Welt zu sich gerufen. Er muss als erstes den Engel Metatron besiegen, den Regenten des Allmächtigen. Der Allmächtige ist auch ein Engel. Nur eben schon sehr alt und nicht mehr in der Lage sein Reich zu regieren. Diese beiden leben im Wolkenberg. Es kommt zum Showdown zwischen Asriel und Metatron. Auch Marisa Coulter ist dabei und gemeinsam stürzen sie Metatron in einen Abgrund. Sie bezahlen dafür mit ihren Leben. All das in dem Glauben ihrer Tochter damit Zeit zu verschaffen, um zu überleben und vor der Kirche zu fliehen.

Zwischen diesen ganzen Geschehnissen erlebt man mit Mary Malone, der Forscherin, eine ganz andere, friedlichere Welt. Diese Welt, mit dem Fenster durch welches die Toten kommen und zu Staub aufgehen, ist bevölkert von den Mulefa. Dort heißt der Staub Sraf und es ist klar, dass er aus ihrer und auch aus allen Welten allmählich verschwindet. Mary baut sich ein Bernstein-Teleskop mit dem sie das Sraf sehen kann. Die Mulefa können das ohne Hilfsmittel. Sie forscht mit ihren primitiven Mitteln immer weiter. Eines Tages stehen Lyra und Will auf der Suche nach ihren Dæmonen vor ihr. Sie erklärt ihnen, was sie herausgefunden hat und dass alle Lebewesen untergehen werden, wenn der Staub gänzlich verschwunden sein wird. Die Kinder wandern auf ihrer Suche weiter, finden ihre Dæmonen und kommen zurück zu Mary und den Mulefa.

Lyra und Will hören von Mary noch eine weitere Geschichte aus deren Leben. Diese Liebesgeschichte bewegt die beiden so, dass sie sich bei einem Picknick am Meer ebenfalls ineinander verlieben.
Sie müssen nun von Mary erfahren, dass der Staub durch die unzähligen Fenster verschwindet, die im Laufe der Zeiten nicht wieder geschlossen wurden. Und, das jedes Mal beim Öffnen eines Fensters, ein neues Gespenst in Cittàgazze entsteht. Ebenso erfahren sie, dass die Menschen nur in ihrer eigenen Welt länger leben können. Das bedeutet, dass die beiden frisch verliebten ihr Leben nicht gemeinsam verbringen können, oder dass einer von beiden in der Welt des anderen nur wenige Jahre hat. Die Fenster müssen alle geschlossen werden, damit der Staub in der Welt bleibt, somit können sie nicht mehr hin- und herwandern. Nun stehen sie vor der schweren Entscheidung für eine kurze Zeit ihre Liebe zu leben, allerdings auf Kosten aller anderen Welten oder auf ihre Liebe zu verzichten und alle Welten zu retten!

Sie widerstehen der Versuchung, anders als Eva damals im Paradies und entgegen der Prophezeiung, und trennen sich schweren Herzens. Nachdem Will das letzte Fenster geschlossen hat, zerstört er das Magische Messer, damit niemals wieder ein Fenster geöffnet werden kann.

Lyra wird in ihrem Oxford wieder zur Schule gehen und Will macht sich in seiner Welt auf die Suche nach seiner Mutter. Mary wird ihn unterstützen und Serafina Pekkala ist für Lyra da.

 

Nach dem traurigen Ende musste ich lange über dieses Buch und seine Bedeutungen, die nicht immer sofort zu erkennen waren, nachdenken. Es hat auch etwas gedauert bis diese Rezension so war, wie sie nun ist und ich zufrieden war. Es ist eines der Bücher/Reihen, die ich in ansehbarer Zeit noch einmal lesen muss und ich vermute, dass ich noch ganz andere Aspekte darin finden werde.
Die Geschichte ist spannend, erfordert aber eine gewisse Portion an Aufmerksamkeit beim Lesen. Die verschiedenen Welten, die zahlreichen Personen und Namen müssen sich erst einmal einprägen. Aber die Charaktere sind sehr gut beschrieben, die Entwicklung von Lyra und Will von Kindern zu Erwachsenen verläuft schlüssig. Die Spannung wurde für mich dadurch immer erhalten, dass man bei einigen Personen nie wusste, sind sie gut oder böse. Auch welche Seite gut oder böse ist, war mir nicht immer klar. Vordergründig schon, aber ich hatte an einigen Zweifel. Manche haben sich bestätigt, andere nicht.
Es bleiben leider nach dem dritten Band noch einige Fragen offen. Zum Beispiel der Name des Magischen Messers, Æsahættr. Es bedeutet Gottesvernichter. Aber es wurde kein Gott damit vernichtet. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?
Einige Handlungsstränge wurden recht schnell zum Ende gebracht und haben dadurch etwas an Glaubwürdigkeit verloren. Was ist zum Beispiel aus Asrieles Republik des Himmels geworden? Wer übernimmt die Regentschaft nach dem Tod des Allmächtigen? Ist er wirklich Gott gewesen und wenn ja, wie kann seine Schöpfung nun weiterbestehen? Der Titel His Dark Materials, bedeutet ja eigentlich Seine dunkle Materie. Wessen Materie? Gottes Materie?
Nach mehr als 1400 Seiten hätte es sicher nichts geschadet, noch weitere Seiten für eine schlüssigere Auflösung zu verwenden.

Aber nun gut, so bleibt der eigenen Fantasie noch Raum.

Als Kinderbuch würde ich His Dark Materials nicht empfehlen, als Jugendbuch schon. Das liegt aber nicht an der vielzitierten Kirchenkritik, sondern an der Komplexität der Geschichte. Ich meine, ab 13 Jahren kann man das Buch getrost lesen. Auch die blutigen und gruseligen Stellen sind ab diesem Alter sicher kein Problem mehr.

Die Kirchenkritik finde ich nicht schlimm, schließlich ist auch die Kirche unserer Realität nicht ohne Kritik anzusehen. An einigen Stellen gab es aber Kritik am Glauben und Christentum an sich. Das war dann nicht so meins, aber es ist ja auch nur Fantasy, spielt in einer Parallelwelt und muss daher nicht so ernst genommen werden.

Heute denke ich, wenn Der Goldene Kompass von den Wachowski Geschwistern (Matrix, Cloud Atlas, Jupiter Ascending) verfilmt worden wäre, hätte es ein grandioser Erfolg werden können. Sie können sehr gut mit solch komplexen Geschichten und verwirrenden Handlungssträngen umgehen.

Von mir also 5 Sterne für eine außergewöhnliche Trilogie!

Nachtrag: Nach neuesten Informationen soll es eine weitere Trilogie über Lyra geben, der erste Band erscheint im Herbst 2017 auf Englisch.
Titel: The Book of Dust
Ich hoffe, dass darin einige der noch offenen Fragen geklärt werden. Ich bin sehr gespannt!

 

„His Dark Materials“ von Philip Pullman
Schuber vom Carlsen-Verlag, ISBN: 978-3551357205
1456 Seiten in drei Bänden, 19,99€

Interview am Sonntag – mit Melanie Buhl

Auf dem Bücher-Blog von Ann-Bettina Schmitz „ABS Lese Ecke“ kann man seit dem 11. Juni ein Interview nachlesen, das die liebe Ann-Bettina mit mir geführt hat. Ich habe sie über die #Autorinnenzeit und Twitter kennengelernt.

Schaut doch mal rein:

Interview am Sonntag mit Melanie Buhl

Rezension „Das Leben ist kein ruhiger Fluss“ von Brigitte Isensee

Zwischen Zweifel und Gottvertrauen den richtigen Weg finden

In „Das Leben ist kein ruhiger Fluss“ beschreibt die Autorin Brigitte Isensee sehr anschaulich und mit klaren Worten ihren ganz persönlichen, spirituell geprägten Lebens-Weg. Sie schildert ihre anfänglichen Ängste und Zweifel, ob das alles wohl „normal“ ist, was sie erlebt. Später spricht unbedingtes Gottvertrauen aus jeder Seite.
Engel und Geistwesen begegnen ihr, lehren sie Dinge zu sehen und zu tun, die fast unglaublich scheinen. Anhand von Beispielen schildert sie spannende, traurige und manchmal auch lustige Begebenheiten.
Man mag das Buch, einmal angefangen, nicht wieder aus der Hand legen.
Diese vielen kleinen, wundersamen Begebenheiten, die jeder von uns kennt, die unglaubwürdig oder nur wie Zufall erscheinen, sieht man nach dem Lesen dieses Buches mit anderen Augen. Dabei ist es keineswegs abgehoben oder zu esoterisch.
Besonders haben mir die Lebensnahheit der Geschichten und die Ehrlichkeit der Autorin gefallen.

 

Klappentext:

Bis zu meinem 45. Lebensjahr führte ich mit meinem Mann und meinen beiden Kindern ein ganz normales Leben, mit allen Höhen und Tiefen.
Nach dem Tod meiner Eltern, und ganz besonders nach dem Tod meines Mannes wurde ich von der geistigen Welt aufgefordert einen neuen Weg zu beschreiten.
Dieser Kontakt intensivierte sich mit der Zeit immer mehr. Ich fing an Dinge zu sehen, die für andere Augen nicht sichtbar waren. Meine Engel und mein Geistführer begleiteten mich.
Mir begegneten verstorbene Menschen, deren Seelen erdgebunden waren, und die ins Licht wollten.
Ich absolvierte in den vielen Jahren eine regelrechte „Ausbildung“ mit immer größer werdenden Anforderungen. Die Geistige Welt stand und steht mir stets lehrreich und hilfreich zur Seite.

Taschenbuch: 218 Seiten; Erschienen im Fabuloso Verlag 2011
Preis: 12,80€
ISBN: 978-3935912631

Autorinnenzeit mit Ulrike Leinemann –
Das Interview

Interview für die #Autorinnenzeit mit Ulrike Leinemann – das Interview

 Treffender könnte man die Autorin Ulrike Leinemann kaum beschreiben – deshalb mit ihrer freundlichen Erlaubnis nun ihre eigene Vorstellung von ihrer Website:

Nach dem Studium der Literaturwissenschaft, der erfolgreichen Leitung dreier renommierter Verlagshäuser und zahlreicher Jahre als Lektorin hat sich Ulrike Leinemann nun entschlossen, selbst ein Buch zu schreiben – und was für eins!

Ulrike Leinemann ist natürlich ein Pseudonym. Die promovierte Naturwissenschaftlerin arbeitet für verschiedene Regierungen – als Agentin könnte man sagen.

Es wäre zu gefährlich – man hat es ihr tatsächlich untersagt – unter ihrem richtigen Namen zu veröffentlichen.

Ulrike Leinemann lebt und arbeitet mit ihrem Mann (***, hier können Sie jeden Namen einsetzen, der Ihnen gefällt und der ihrer Meinung nach zu Ulrike passt) und ihrem Hund Jack (natürlich heißt der Hund nicht wirklich Jack!) auf einer Farm im Lake Distrikt  in der Grafschaft Cumbria und widmet sich dort dem Naturschutz. Oder sie ist gerade im französischen Viertel in Buenos Aires und besucht ihren guten Freund, den Restaurantbesitzer Carlos, mit dem sie gerne über Fußball diskutiert.

Wenn sie nicht gerade schreibt, wandert sie gerne durch die Sierra Nevada oder durch den Regenwald Ugandas. Aber am allerliebsten ist sie an einem Platz, der hier nicht verraten werden soll. Es heißt, er sei irgendwo in Südniedersachsen – wo auch immer das ist!

Liebe Ulrike, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Fragen für die #Autorinnenzeit zu beantworten.

 Was ist deine Motivation zum Schreiben?

Kann es etwas Schöneres geben als das Einem plötzlich eine neue Welt aus den Fingern rinnt und ein neuer Charakter über das Blatt spaziert, die Hände in die Hüften stemmt und sagt: „Hallo! Findest du nicht, dass es Zeit wird, etwas über mich zu schreiben?“

Für welche Zielgruppe schreibst du?

Früher gab es gar keine Zielgruppen. Da durfte jeder  lesen, was ihm gefiel. Und so halte ich es auch. Denn ich glaube, wenn ich mich zu sehr auf bestimmte Gruppen fokussiere, macht das etwas mit der Kreativität, meinen Gedanken und meinem Schreiben. Und dann bleibt die Frage: wozu soll ich mich einschränken?

Wo schreibst du besonders gerne?

Da ich fast in der Krone einer Linde wohne, schreibe ich dort auch am liebsten. Manchmal kommt eine kleine Blaumeise vorbei, schaut streng und kackt mir aufs Blatt.

Wie und wo findest du die Inspirationen zu Deinen Geschichten?

Die Inspiration gibt es einfach überall und im Überfluss. Manchmal ist es fast schon zu viel, dann bekomme ich die ganzen Gedanken gar nicht so schnell aufgeschrieben wie ich gerne würde.

Schreibst du gleich in den PC oder lieber erstmal auf Papier oder vielleicht noch ganz anders?

Ich schreibe auf Papier, ich schreibe im PC, ich kritzele auf Zettelchen, Bierdeckel, Einkaufsbons und diktiere Ideen auf mein Handy. Trotzdem geht vieles wieder verloren. Aber das macht nichts, dann schreibe ich eben etwas anderes. Mein Ideenreichtum ist unerschöpflich.

Hattest Du ein besonders Erlebnis auf einer Lesung oder einer Messe?

Ich hatte im letzten Jahr eine Lesung zum „Lamspringer September“ (eine Kulturveranstaltung in meinem Heimatort) und las aus „Sasaella Pimperlott und die Grüne Neune“. Da kam auch meine Grundschullehrerin. Sie hat einfach mitten im Kuchenbacken, ihre Schürze abgelegt und ist zu meiner Lesung gekommen. Sie meinte: ich hätte schon immer eine bunte Phantasie gehabt. Das war ganz Besonders für mich!

Wie entsteht der Kontakt zu deinen Lesern?

Das kann ich gar nicht so genau beschreiben. Ich glaube, ich bin eine sehr aufgeschlossene, bodenständige Person. Jeder kann mich alles fragen und mir alles sagen und das merken die Leute. Sowohl bei Lesungen als auch in den sozialen Netzwerken oder auf meiner Website: sasaella-pimperlott.de.

Wo liest du besonders gern? Oder wo magst du gar nicht lesen?

Ich lese gerne und ich glaube, ich mache das auch ganz schön. Meine Geschichten und meine Stimme passen gut zusammen und so kann ich überall lesen und für alle, einen schönen Augenblick entwickeln. Aber falls du meinst, ob ich selber lese, dann kann ich nur antworten: überall. Und ich lese unglaublich viel und gerne. Ich glaube, dass das unabdingbar ist, um zu schreiben. Wer nicht liest, der lernt auch nichts!

Wenn eines deiner Werke verfilmt werden würde, wer wäre dann die Top Besetzung für deine Hauptfigur? Oder wer wäre dein Wunsch-Regisseur?

Da meine Sasaella eine Bambuselfe ist, könnte vermutlich auch nur sie diese Bambuselfe spielen. Aber wenn es kein Animationsfilm werden würde, fände sich bestimmt irgendein wildes, freches Mädchen, die ihr ähnlich sieht. Und als Regisseur kämen verschiedene Leute in Frage: Chris Columbus, Alfonso Cuarón, Mike Newell und David Yates. Natürlich!

Möchtest du noch etwas sagen?

Ich möchte mich bei Melanie bedanken, die mir die Möglichkeit gegeben hat, dieses Interview zu geben und freue mich schon, euch bei einer meiner nächsten Lesungen zu treffen. Z.B. bei der Nacht der Kulturen in Göttingen am 10.6. zusammen mit Ameli Stock von Stockbuch.de. Oder auf meiner Website: Sasaella-pimperlott.de.

Vielen Dank!

 

Falls ihr mehr über Ulrike Leinemann und ihre Bücher wissen möchtet, hier könnt ihr sie kontakten:

Facebook: Ulrike Leinemann
Web: www.sasaella-pimperlott.de

Autorinnenzeit mit Michaela Schreier –
Das Interview

 Interview für die #Autorinnenzeit mit Michaela Schreier

Schon als Schulkind war das Schreiben die große Leidenschaft von Michaela Schreier. Ihre Aufsätze und Gedichte strotzten nur so vor Fantasy und Kreativität, so dass ein Weg in die literarische Berufswelt im Grunde vorprogrammiert war. Aber wie so oft im Leben, kommt man erst über Umwege an das gewünschte Ziel … Nach ihrer Ausbildung als Bürokauffrau arbeitete sie viele Jahre als Auftragssachbearbeiterin und schrieb nur in ihrer Freizeit. Erst nach der Geburt ihres Sohnes hing sie ihren Bürojob endgültig an den Nagel und begann ernsthaft mit dem Schreiben. Schnell hatte sie Erfolg: Auf verschiedenen Internetportalen konnte sie ihre Texterqualitäten unter Beweis stellen und fand sich schließlich in der Welt der „Schreiberlinge“ wieder. Die Bedenken, als so genannter „Quereinschläger“ überhaupt bestehen zu können, wurden rasch ausgeräumt. Mit der Veröffentlichung ihres ersten Buches „Das Jesusding“ erfüllte sie sich einen Traum, den sie bis heute weiterleben darf. Bis heute sind 4 eigene Kinderbücher entstanden. Darüber hinaus hat sie bei zahlreichen Anthologien mitgewirkt.

 

Liebe Michaela, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Fragen für die Autorinnenzeit zu beantworten.

 Was ist deine Motivation zum Schreiben?

Lach! Ganz klar meine blühende Fantasie, die mir der Herrgott mit in die Wiege gelegt hat! Ich liebe Bücher sehr und habe schon in der Grundschule angefangen, selbst Geschichten und Gedichte zu schreiben. Mittlerweile bin ich froh, dass ich mit meinen Geschichten viele Menschen erreiche – und dass ich endlich damit ein bisschen Geld verdiene. 😉

Für welche Zielgruppe schreibst du?

Hauptsächlich für Kinder im Grundschulalter. Aber immer häufiger auch für Erwachsene und Jugendliche.

Wo schreibst du besonders gerne?

In Hotelzimmern – irgendwo in der Fremde! Da bin ich immer sehr kreativ und produktiv! Ich mag es auch in der freien Natur zu sitzen und ganz old school per Hand in eine Kladde zu schreiben. Aber da ertappe ich mich häufig, dass ich mich von der Schönheit meiner Umgebung ablenken lasse.

Wie und wo findest du die Inspirationen zu Deinen Geschichten?

Hauptsächlich im alltäglichen Leben. Aber auch in anderen Büchern oder in Filmen, die in mir „nachschwingen“ – sprich, die mich auf irgendeine Weise besonders berührt haben. Bei meinen Kinderbüchern ist es aber auch die Arbeit in den Grundschulen. Man muss Kindern nur gut zuhören, dann bekommt man die tollsten Ideen ganz automatisch und frei Haus geliefert. 😉

Schreibst du gleich in den PC oder lieber erstmal auf Papier oder vielleicht noch ganz anders?

Meistens sitze ich vor meinem PC und haue in die Tasten. Wie aber auch schon oben beschrieben, schreibe ich gern auch mal auf Papier. Vor allem, wenn ich mal wieder unterwegs bin.

Hattest Du ein besonders Erlebnis auf einer Lesung oder einer Messe?

Oh ja! Etliche! Eins ist mir aber ganz besonders in Erinnerung geblieben: Ich war mal in einer Schule für schwer erziehbare Kinder. Da haben 6 Kinder mit 3 Aufsichtspersonen in einem Klassenraum gesessen. Die „Rabauken“ hatten am Anfang natürlich überhaupt keine Lust auf eine Lesung. Doch innerhalb von fünf Minuten hatte ich sie in meinen Bann gezogen! Letztendlich haben sie sogar ihre große Pause sausen lassen, um mir weiter zuzuhören. Ein Junge hat mir sogar eine Woche später eine Geschichte zugeschickt, die er selbst geschrieben und illustriert hat. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass ich so etwas Tolles aus ihm „heraus kitzeln“ konnte.

Wie entsteht der Kontakt zu deinen Lesern?

Facebook spielt bei mir eine sehr große Rolle! Als „kleiner“ Autor sind diese Medien meiner Meinung nach unheimlich wichtig, um bekannt zu werden. Aber auch mein recht großer persönlicher Bekanntenkreis hat mir am Anfang geholfen, meine Bücher in den Umlauf zu bringen. Drittes wichtiges Standbein ist meine Arbeit als Lesepatin und Leiterin einer Schreib- und Lese-AG in den Grundschulen.

Wo liest du besonders gern? Oder wo magst du gar nicht lesen?

Ich lese überall gern! Bei mir zu Hause liegen in jedem Raum Bücher, Berichte oder Zeitschriften, die ich irgendwie alle gleichzeitig lese. Wenn mich ein Buch richtig gepackt hat, dann halte ich es in der linken Hand, während ich mit der rechten im Kochtopf rühre … 😉

Wenn eines deiner Werke verfilmt werden würde, wer wäre dann die Top Besetzung für deine Hauptfigur? Oder wer wäre dein Wunsch-Regisseur?

Oh – das ist schwierig … Zumal ja die meisten meiner Buchfiguren Tiere sind. Mmmhh – ich könnte mir vorstellen, dass eine meiner Gruselgeschichten verfilmt werden könnte. Sie heißt „Das Waisenhaus des Schreckens“. Protagonist ist hier der Geistheiler Jake Carrington. Heath Ledger wäre meine Traumbesetzung – aber leider lebt dieser grandiose Schauspieler nicht mehr. Also würde ich mir Aviv Alsuh wünschen. Er hat mir in „Die Hütte“ außerordentlich gut gefallen!

Möchtest du noch etwas sagen?

Oh ja! Bitte, liebe Eltern, wenn ihr euren Kindern etwas Gutes tun wollt, DANN LEST IHNEN VOR! Am besten von Geburt an! Ermöglicht ihnen jederzeit den Zugang zu altersgerechten Büchern! Lasst abends mal den Fernseher aus und startet eine gemeinsame Leserunde, schön zusammengekuschelt auf dem Sofa. Das ist ganzheitliche Qualitätszeit für die ganze Familie!

Vielen Dank!

 

Falls ihr mehr über Michaela Schreier und ihre Bücher wissen möchtet, hier könnt ihr sie kontakten:

Facebook: Michaela-Schreier-Autorin

Web: www.schreibbuero-frank-schreier.de

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