Melanie Buhl

Autorin

Kategorie: Aktuelles (Seite 1 von 6)

Rezension „Die Entscheidung des Seins“
von Andreas März

Zu diesem Buch hat Michaela Schreier vor einiger Zeit eine Rezension auf Facebook veröffentlicht, die mich sofort angesprochen hat. Netterweise hat sie mir das Buch ausgeliehen, sodass ich es selber lesen konnte.
Ach was lesen….verschlungen habe ich es. Es ist spannend und flüssig zu lesen, innerhalb von einem Abend und einer längeren Autofahrt hatte ich es durch!

Klappentext:

Wenn du die Wahl hättest, noch einmal von vorn zu beginnen, wie würdest du dich entscheiden? John ist Alkoholiker. Ihm bleibt nichts weiter, als den Frust über sein Leben jeden Tag in billigem Fusel zu ertränken. Er ist geschieden und hat nur noch mit seiner Exfrau zu tun, wenn sie etwas von ihm will. Als er eines Tages wieder zu ihrer Anwältin marschieren soll, wird er wenig später auf dem Weg nach Hause von einem führerlosen LKW erfasst und auf die Straßenbahngleise geschleudert. Ein Schienenschleifwagen erfasst und tötet ihn. »Oben« angekommen, wird er freundlich von Luzifer und Gott begrüßt. Entgegen seiner Annahme verstehen sich die beiden blendend und stellen John vor eine unglaubliche Wahl. Die Skandal-Satire des Kindle Storyteller Awards 2017!

Obwohl Satire vorn draufsteht und es auch einige satirische Aspekte hat, enthält dieses Buch doch auch eine Tiefgründigkeit, die durch die lockere Schreibweise nicht sofort ins Auge springt. Aber sie ist definitiv da. An manchen Stellen hätte ich mir mehr davon gewünscht, aber es passte auch so alles gut zusammen!

John begegnet also nach seinem Tod luzifer und GOTT im Jenseits. Und nicht, dass ihr glaubt ich hätte mich vertippt: Im Buch ist alles was GOTT spricht in GROßBUCHSTABEN und alles was luzifer spricht in kleinbuchstaben geschrieben. Was mich als Lektorin und Rechtschreibfanatikerin zuerst kirre machte, stellte sich aber als tolle Art und Weise dar, die Wichtigkeit der beiden Personen zu betonen und in ihre jeweiligen Positionen zu stellen.
GOTT und luzifer, erscheinen John zuerst mit dem Aussehen von George Clooney und Bud Spencer. Wer hier wen darstellt, kann man sich ja denken 😉 . Die beiden sind, entgegen Johns Erwartungen, beste Freunde. John ist zuerst verwirrt und stellt allerhand Fragen, die von den hohen Herren auf eine sehr witzige Art beantwortet werden.
Dann wird es ernster und sie stellen John vor eine Wahl.
Während die verschiedenen Möglichkeiten für John aufgezeigt werden, überlegt man selber immer wieder, wie man sich im Fall der Fälle selber entscheiden würde. Ich hätte einige der Möglichkeiten in Erwägung gezogen, aber wie sich John am Ende entscheidet ist sehr unvorhersehbar. Dadurch regt es aber an, auch nach dem Ende des Buches weiter darüber nachzudenken was richtig ist und welche Entscheidung man selber getroffen hätte. So etwas mag ich!
Ob John aus dem Kelch des Vergessens trinken wird und zurückkehrt oder ob er bleibt, müsst ihr schon selber lesen.

Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Es liest sich locker und leicht. Das Thema Tod und was danach kommt, wird mal auf eine unverkrampfte Weise betrachtet.
Es hätten allerdings gern ein paar Seiten mehr sein können.

 

„Die Entscheidung des Seins“ von Andreas März
CreateSpace Independent Publishing Platform, ISBN: 978-1973930082
Taschenbuch: 148 Seiten, Preis: 7,99€

Rezension „Und dann ist alles anders“
von Nelly Fehrenbach

Ich muss zugegeben, dieses Buch hätte ich wohl nicht gelesen, wenn ich nur das Cover gesehen hätte. Das ist zwar hübsch anzusehen, aber es hätte mich nicht neugierig aufs Buch gemacht.
Aber wie es der „Zufall“ wollte, bin ich bei Facebook über einen Gewinn-Post der Autorin mit dem Klappentext gestolpert.
Eine Frau die seit Jahren unter Migräne leidet und bei der dann eine schlimme Diagnose gestellt wird. Das hat mich angesprochen. Wer selber Migräne hat, kennt vielleicht auch die Angst, dass etwas Ernsthaftes dahinterstecken könnte. Nelly Fehrenbach hat einige Exemplare über Facebook verlost und ich gehörte tatsächlich zu den glücklichen Gewinnern.

Klappentext:

Was machst du, wenn dir das Leben eine schwere Diagnose stellt?

Die Migräneattacken schiebt Charlotte auf ihre anstrengenden Hochzeitsvorbereitungen – bis sie aus heiterem Himmel einen schweren Krampfanfall erleidet. Sie, die sonst als Krankenschwester immer anderen hilft, muss nun selbst umsorgt werden, und eine verstörende Diagnose stürzt sie in eine tiefe Krise. Die Hochzeit mit ihrem Verlobten Jörg wird abgesagt, seine liebevolle Hilfe stürzt sie nur noch tiefer in ihre Verzweiflung. Doch als ihre Kraft nur noch zum Sterben reicht, begegnet ihr ein anderer Mann. Auch er ist gezeichnet von einer Krankheit, aber er hat eine ganz andere Art damit umzugehen als sie. Aufgeben ist keine Lösung! Auf einmal scheint Weiterleben möglich, wenn Charlotte lernt, ihre Krankheit zu akzeptieren.

 

Ich habe gleich nachdem das Buchpaket kam, voller Vorfreude und noch im Stehen, die ersten 4 Seiten gelesen. Bis Seite 20 ging es dann weiter auf dem Küchenstuhl. Dieses Buch hat mich sofort gepackt. Die Autorin schreibt flüssig und fesselnd. Mit eindringlichen Worten schildert sie, wie die Diagnose Hirntumor die Krankenschwester Charlotte aus ihren gewohnten Bahnen wirft. Es verändern sich ihre Sichtweisen auf ihre Krankheit und auf ihre Perspektiven. Was sie ganz sicher nicht will, wird zusehends klarer. Bei all dem verdrängt sie aber, dass sie auch Chancen hat, die sie nutzen könnte und dass viele Menschen es gut mit ihr meinen, auch wenn diese nicht immer alles richtig machen. Denn auch das Umfeld, Kollegen, Freunde und Familie von Charlotte ändern sich, haben Mitleid, wollen helfen. Aber all das will Charlotte nicht.
Charlottes Beziehung zu ihrem Verlobten Jörg wird auf manch harte Probe gestellt. Und dann, als alles im Chaos versinkt, als sie glaubt keinen Ausweg mehr zu sehen, trifft sie auf Paul. Durch ihn lernt sie wieder Mut zu fassen und sich für die Dinge zu entscheiden die sie selber will. Sie geht einen schweren, aber selbstbestimmten Weg durch ihre Krankheit, erfährt was es heißt hilflos zu sein und Hilfe annehmen zu müssen. Sie kämpft sich tapfer wieder zurück ins Leben. Bis sie zu einem Kontrolltermin ihres Arztes muss…

Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Es liest sich trotz aller Dramatik locker und leicht. Die Ängste und Rektionen von Charlotte sind nicht immer meins gewesen, aber ich konnte oft trotzdem verstehen, warum sie so handelte. Die meisten Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, bei einigen hätte ich mir etwas mehr Tiefgang gewünscht.

Eine sehr emotionale Geschichte die dazu anregt, sich über das kostbare und nicht selbstverständliche Gut „Gesundheit“ Gedanken zu machen. Wer sich nicht scheut, sich mit so schweren Themen wie Krankheit und Tod auseinanderzusetzen, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

„Und dann ist alles anders“ von Nelly Fehrenbach
Tinte & Feder Verlag, ISBN“: 978-1542045940
Taschenbuch: 252 Seiten, Preis: 9,99€

Rezension „His Dark Materials“
von Philip Pullman

Es ist eine sehr beeindruckende Trilogie, die Philip Pullman hier geschaffen hat. Oft wird sie erwähnt, wenn es um den Harry Potter-Hype geht und dass sie ein paar Jahre vor J.K. Rowlings Bestseller erschienen ist. Ich liebe die Harry Potter Reihe aber sie mit His Dark Materials zu vergleichen, passt meiner Meinung nach nicht. Gut – beide spielen in England. Beide spielen in Parallelwelten, aber dann hört die Ähnlichkeit schon auf.

Ich habe 2007 den ersten Teil Der goldene Kompass im Kino gesehen. Trotz des merkwürdig offenen Endes hat mir der Film gefallen. Vermutlich habe ich damals schon geahnt, was in dieser Geschichte für ein brisanter Inhalt steckt. Als ich erfuhr, dass es nur der erste von drei Teilen ist, habe ich lange auf die restlichen Filme gewartet. Heute bin ich froh, dass es nicht in der gleichen Weise fortgesetzt wurde, wie es in der Verfilmung mit Nicole Kidman und Dakota Blue Richards begann. Ich mag den Film nach wie vor, aber dem Buch wird er absolut nicht gerecht!

Die Trilogie ist sehr komplex, enthält mehrere Handlungsstränge, die besonders im dritten Teil erst auseinanderdriften, um dann in spannender Weise wieder zusammengeführt werden.

Es geht in His Dark Materials um Lyra Belacqua, die als Waisenkind im Oxforder Jordan-College aufwächst. Sie ist ein wildes und draufgängerisches Mädchen. Als ständigen Begleiter lernen wir gleich auf den ersten Seiten ihr Seelentier, ihren tierischen Berater Pantalaimon kennen. Jeder Mensch in dieser Welt hat solch einen Dֹæmon. Bei Kindern kann er seine Gestalt wechseln, bei Erwachsenen sind die Dæmonen nicht mehr wandelfähig. Mit den Dæmonen wird klar, dass Lyra nicht in unserer Welt lebt, sondern, dass es sich um eine fremde Welt handelt, die der unseren ähnlich, aber doch in einigen Dingen anders ist.
Als einzigen Verwandten hat Lyra ihren Onkel, Lord Asriel, der sie gelegentlich besucht und vom College bei seinen Forschungen unterstützt werden möchte. Bei diesen Forschungen geht es um Staub. Damit ist nicht der Hausstaub gemeint, sondern eine geheimnisvolle kosmische Substanz, die die Menschen umgibt und erst nach der Pubertät so richtig intensiv in Erscheinung tritt. Sie scheint irgendetwas mit der Erbsünde zu tun zu haben und wird von der sehr konservativen Kirche in Lyras Welt verteufelt.

Man kann leider keine Rezension schreiben ohne Details zu verraten. Bei der Komplexität der Trilogie wäre eine sehr kurze Fassung kaum verständlich. Daher habe ich mich entschlossen, so kurz wie möglich, aber doch hoffentlich verständlich zu schreiben, was in den einzelnen Bänden passiert. Viele Nebenhandlungen habe ich weggelassen und einiges nur kurz angerissen. Daher erhebt diese Inhaltsangabe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wer sich die Spannung aber komplett erhalten möchte, sollte ab hier nicht weiterlesen, sondern meinem Urteil vertrauen und sich schnellstens auf die Reise mit Lyra zu begeben. Es lohnt sich!

 

Zum Inhalt

Im ersten Teil Der Goldene Kompass (Northern Lights, 1995) wird Lyras Freund, der Küchenjunge Roger, von den geheimnisvollen Gobblern entführt. Sie macht sich auf die Suche nach ihm und anderen verschwundenen Kindern. Der Rektor des Jordan Colleges gibt Lyra heimlich ein Alethiometer, ein einem Kompass ähnliches geheimnisvolles Gerät.
Zuerst reist Lyra mit der scheinbar freundlichen aber im Inneren eiskalten Mrs Coulter nach London. Dort bemerkt Lyra, dass Mrs Coulter selbst etwas mit den Gobblern zu tun hat und flieht von ihr zu den Gyptern, dem Volk von Billy Costa, einem ebenfalls entführten Freund Lyras. Diese leben auf Hausbooten und ihre Anführer John Faa und Farder Coram versprechen Lyra, ihr bei ihrer Suche behilflich zu sein. Bei ihnen erfährt Lyra auch, dass ihre Eltern nicht tot, sondern Lord Asriel und Marisa Coulter sind.
Lyra lernt das Alethiometer zu lesen, welches ihr Antworten auf all ihre Fragen gibt.

Auf der Reise in den Norden trifft Lyra auf den Panzerbären Iorek Byrnison und den Aeronauten Lee Scoresby. Diese beiden stehen ihr durch alle drei Bände hindurch immer wieder bei, selbst als Lee tot ist hilft er ihr. Nachdem sie Iorek wieder zu seinem rechtmäßigem Platz unter seinesgleichen verholfen hat, begeben sich die Freunde nach Bolvangar. Dort sollen die Gobbler die gefangenen Kinder eingesperrt haben. Unterstützt werden die Abenteurer von den Hexen und einer ihrer Anführerinnen, Serafina Pekkala.
In Bolvangar angekommen findet Lyra Roger und die anderen entführten Kinder. Sie sollen alle durch Intercision, einer Art Guillotine, von ihren Dæmonen getrennt werden, damit sich der kosmische Staub nicht an ihnen festsetzen kann. Die Kirche hat dieses Verfahren in Auftrag gegeben, um den Staub und seine Wirkung einzudämmen Allerdings sterben alle Dæmonen und einige der Kinder bei der Prozedur. Lyra wird kurz vor ihrer Intercision von Mrs Coulter gerettet. Lyra traut ihr trotzdem nicht und flieht mit den anderen Kindern.

Mit Roger und Iorek begibt sich Lyra nun auf die Suche nach ihrem Vater Lord Asriel. Sie will ihm das Alethiometer bringen. Sie finden ihn auch in einer Festung nahe des Nordpols. Zu ihrem Entsetzen stellt Lyra fest, dass Asriel nicht das Alethiometer haben möchte, sondern das Leben eines Kindes braucht, um einen Zugang in eine andere Welt zu erschaffen. Seine Tochter will er nicht dafür opfern, aber Roger scheint ihm geeignet. Lyra kann Roger nicht retten, folgt aber ihrem Vater heimlich in die fremde Welt.

 

Im zweiten Teil Das magische Messer (The Subtle Knife 1997) lernen wir zuerst Will Parry kennen. Er lebt mit seiner kranken Mutter in unserer Welt und entdeckt durch Zufall ein Fenster in eine Parallelwelt. Dort, in der Stadt Cittàgazze, trifft er Lyra. Die Stadt ist fast menschenleer nur einige verstörte Kinder leben dort. Die Erwachsenen wurden von Gespenstern angegriffen und sind erstarrt oder tot. Gemeinsam gehen Lyra und Will durch das Fenster zurück in Wills Welt und versuchen etwas über Staub und Wills verschwundenen Vater, John Parry herauszufinden. Das Alethiometer führt sie zu Mary Malone einer Wissenschaftlerin die an Staub oder wie es in ihrer Welt heißt, Dunkler Materie forscht.
Will und Lyra treffen auf den geheimnisvollen Lord Boreal, den Lyra noch von früher aus ihrer Welt kennt. Er stiehlt das Alethiometer und will es nur gegen ein Magisches Messer aus Cittàgazze herausgeben. Unter abenteuerlichen Bedingungen ergattern Will und Lyra das Magische Messer mit dem man Fenster in fremde Welten schneiden kann und erobern auch das Alethiometer zurück. Will verliert dabei zwei Finger, wird dadurch aber zum rechtmäßigen Besitzer des Magischen Messers. Obwohl Will nun schwer verletzt ist, machen sich die beiden Kinder auf die Suche nach Wills Vater. Will findet ihn auch, aber sein Vater stirbt kurz darauf. Als Will wieder zum Treffpunkt mit Lyra zurückkommt, ist diese verschwunden. Nur ihr Rucksack mit dem Alethiometer ist noch dort.

 

Der dritte Teil Das Bernstein-Teleskop (The Amber Spyglass 2000) beginnt damit, dass Lyra von ihrer Mutter, Mrs Coulter, in einer Höhle gefangen gehalten wird. Sie hat Lyra mit einem Gift in einen tiefen Schlaf versetzt, weil sie weiß, das Lyra nicht freiwillig bei ihr bleiben würde. Die Vertreter der Kirche aus Lyras Welt wollen Lyra finden, da es eine Prophezeiung über sie gibt. Sie soll verantwortlich für einen erneuten Sündenfall werden, deshalb will die Kirche sie umbringen lassen.

Will trifft unterdessen auf die beiden Engel Balthamos und Baruch sowie den Panzerbären Iorek Byrnison, die ihm helfen Lyra zu finden. Er befreit sie mithilfe des Magischen Messers. Die beiden fliehen in eine weitere Parallelwelt. Begleitet werden sie dabei von den beiden Gallivespier-Spionen Chevalier Tialys und Lady Salmakia. Das sind Wesen, die auf Libellen reiten und nur eine Handbreit groß sind. Sie haben Giftstachel zu ihrer Verteidigung und stehen auf der Seite Lord Asriels. Sie sollen die Kinder zu ihm bringen. Tialys und Salmakia begleiten Lyra und Will vorher, auf deren Wunsch hin, jedoch noch in die Welt der Toten. Lyra will dort ihren Freund Roger um Verzeihung bitten, da sie sich für seinen Tod verantwortlich fühlt. Will möchte seinen Vater treffen.
Um in die Welt der Toten Einlass zu finden, müssen sich Lyra und Will, nach einigen anderen Schwierigkeiten, von ihren Dæmonen trennen. Auch wenn Will keinen sichtbaren Dæmon hat, spürt er den Schmerz, als er einen Teil von sich in der Welt der Lebenden zurücklassen muss. Die beiden finden Roger und John Parry und öffnen, nach langer und nervenaufreibender Reise, für die Toten ein Fenster in eine weitere Parallelwelt. Dorthin können diese hinübergehen, zu Staub werden und sich so wieder mit ihren Dæmonen vereinigen. Auch Will und Lyra verlassen die Totenwelt und suchen nun nach ihren verlassenen Dæmonen.

Pantalaimon und Wills inzwischen sichtbarer Dæmon befinden sich in der Nähe der Schlacht von Lord Asriel, der eine Republik des Himmels gründen will. Er hat dazu Krieger aus vielen Welt zu sich gerufen. Er muss als erstes den Engel Metatron besiegen, den Regenten des Allmächtigen. Der Allmächtige ist auch ein Engel. Nur eben schon sehr alt und nicht mehr in der Lage sein Reich zu regieren. Diese beiden leben im Wolkenberg. Es kommt zum Showdown zwischen Asriel und Metatron. Auch Marisa Coulter ist dabei und gemeinsam stürzen sie Metatron in einen Abgrund. Sie bezahlen dafür mit ihren Leben. All das in dem Glauben ihrer Tochter damit Zeit zu verschaffen, um zu überleben und vor der Kirche zu fliehen.

Zwischen diesen ganzen Geschehnissen erlebt man mit Mary Malone, der Forscherin, eine ganz andere, friedlichere Welt. Diese Welt, mit dem Fenster durch welches die Toten kommen und zu Staub aufgehen, ist bevölkert von den Mulefa. Dort heißt der Staub Sraf und es ist klar, dass er aus ihrer und auch aus allen Welten allmählich verschwindet. Mary baut sich ein Bernstein-Teleskop mit dem sie das Sraf sehen kann. Die Mulefa können das ohne Hilfsmittel. Sie forscht mit ihren primitiven Mitteln immer weiter. Eines Tages stehen Lyra und Will auf der Suche nach ihren Dæmonen vor ihr. Sie erklärt ihnen, was sie herausgefunden hat und dass alle Lebewesen untergehen werden, wenn der Staub gänzlich verschwunden sein wird. Die Kinder wandern auf ihrer Suche weiter, finden ihre Dæmonen und kommen zurück zu Mary und den Mulefa.

Lyra und Will hören von Mary noch eine weitere Geschichte aus deren Leben. Diese Liebesgeschichte bewegt die beiden so, dass sie sich bei einem Picknick am Meer ebenfalls ineinander verlieben.
Sie müssen nun von Mary erfahren, dass der Staub durch die unzähligen Fenster verschwindet, die im Laufe der Zeiten nicht wieder geschlossen wurden. Und, das jedes Mal beim Öffnen eines Fensters, ein neues Gespenst in Cittàgazze entsteht. Ebenso erfahren sie, dass die Menschen nur in ihrer eigenen Welt länger leben können. Das bedeutet, dass die beiden frisch verliebten ihr Leben nicht gemeinsam verbringen können, oder dass einer von beiden in der Welt des anderen nur wenige Jahre hat. Die Fenster müssen alle geschlossen werden, damit der Staub in der Welt bleibt, somit können sie nicht mehr hin- und herwandern. Nun stehen sie vor der schweren Entscheidung für eine kurze Zeit ihre Liebe zu leben, allerdings auf Kosten aller anderen Welten oder auf ihre Liebe zu verzichten und alle Welten zu retten!

Sie widerstehen der Versuchung, anders als Eva damals im Paradies und entgegen der Prophezeiung, und trennen sich schweren Herzens. Nachdem Will das letzte Fenster geschlossen hat, zerstört er das Magische Messer, damit niemals wieder ein Fenster geöffnet werden kann.

Lyra wird in ihrem Oxford wieder zur Schule gehen und Will macht sich in seiner Welt auf die Suche nach seiner Mutter. Mary wird ihn unterstützen und Serafina Pekkala ist für Lyra da.

 

Nach dem traurigen Ende musste ich lange über dieses Buch und seine Bedeutungen, die nicht immer sofort zu erkennen waren, nachdenken. Es hat auch etwas gedauert bis diese Rezension so war, wie sie nun ist und ich zufrieden war. Es ist eines der Bücher/Reihen, die ich in ansehbarer Zeit noch einmal lesen muss und ich vermute, dass ich noch ganz andere Aspekte darin finden werde.
Die Geschichte ist spannend, erfordert aber eine gewisse Portion an Aufmerksamkeit beim Lesen. Die verschiedenen Welten, die zahlreichen Personen und Namen müssen sich erst einmal einprägen. Aber die Charaktere sind sehr gut beschrieben, die Entwicklung von Lyra und Will von Kindern zu Erwachsenen verläuft schlüssig. Die Spannung wurde für mich dadurch immer erhalten, dass man bei einigen Personen nie wusste, sind sie gut oder böse. Auch welche Seite gut oder böse ist, war mir nicht immer klar. Vordergründig schon, aber ich hatte an einigen Zweifel. Manche haben sich bestätigt, andere nicht.
Es bleiben leider nach dem dritten Band noch einige Fragen offen. Zum Beispiel der Name des Magischen Messers, Æsahættr. Es bedeutet Gottesvernichter. Aber es wurde kein Gott damit vernichtet. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?
Einige Handlungsstränge wurden recht schnell zum Ende gebracht und haben dadurch etwas an Glaubwürdigkeit verloren. Was ist zum Beispiel aus Asrieles Republik des Himmels geworden? Wer übernimmt die Regentschaft nach dem Tod des Allmächtigen? Ist er wirklich Gott gewesen und wenn ja, wie kann seine Schöpfung nun weiterbestehen? Der Titel His Dark Materials, bedeutet ja eigentlich Seine dunkle Materie. Wessen Materie? Gottes Materie?
Nach mehr als 1400 Seiten hätte es sicher nichts geschadet, noch weitere Seiten für eine schlüssigere Auflösung zu verwenden.

Aber nun gut, so bleibt der eigenen Fantasie noch Raum.

Als Kinderbuch würde ich His Dark Materials nicht empfehlen, als Jugendbuch schon. Das liegt aber nicht an der vielzitierten Kirchenkritik, sondern an der Komplexität der Geschichte. Ich meine, ab 13 Jahren kann man das Buch getrost lesen. Auch die blutigen und gruseligen Stellen sind ab diesem Alter sicher kein Problem mehr.

Die Kirchenkritik finde ich nicht schlimm, schließlich ist auch die Kirche unserer Realität nicht ohne Kritik anzusehen. An einigen Stellen gab es aber Kritik am Glauben und Christentum an sich. Das war dann nicht so meins, aber es ist ja auch nur Fantasy, spielt in einer Parallelwelt und muss daher nicht so ernst genommen werden.

Heute denke ich, wenn Der Goldene Kompass von den Wachowski Geschwistern (Matrix, Cloud Atlas, Jupiter Ascending) verfilmt worden wäre, hätte es ein grandioser Erfolg werden können. Sie können sehr gut mit solch komplexen Geschichten und verwirrenden Handlungssträngen umgehen.

Von mir also 5 Sterne für eine außergewöhnliche Trilogie!

Nachtrag: Nach neuesten Informationen soll es eine weitere Trilogie über Lyra geben, der erste Band erscheint im Herbst 2017 auf Englisch.
Titel: The Book of Dust
Ich hoffe, dass darin einige der noch offenen Fragen geklärt werden. Ich bin sehr gespannt!

 

„His Dark Materials“ von Philip Pullman
Schuber vom Carlsen-Verlag, ISBN: 978-3551357205
1456 Seiten in drei Bänden, 19,99€

Interview am Sonntag – mit Melanie Buhl

Auf dem Bücher-Blog von Ann-Bettina Schmitz „ABS Lese Ecke“ kann man seit dem 11. Juni ein Interview nachlesen, das die liebe Ann-Bettina mit mir geführt hat. Ich habe sie über die #Autorinnenzeit und Twitter kennengelernt.

Schaut doch mal rein:

Interview am Sonntag mit Melanie Buhl

#Autorinnenzeit – die Aktion

Tag 1
Ich beginne die Aktion #Autorinnenzeit mit meinem Lieblingszitat aus meinem Lieblingsbuch „Die Nebel von Avalon“ von der begnadeten Autorin Marion Zimmer Bradley:

„Bedenke gut, was du dir wünschst, es könnte wahr werden.“

Marion Zimmer Bradley

Habt ihr auch solche Sätze und Zitate aus Büchern die euch nicht aus dem Kopf gehen?

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Tag 2
Weiter geht’s mit der #Autorinnenzeit
Heute möchte ich euch ein tolles Buch meiner Kollegin Michaela Schreier vorstellen. Sie ist freie Autorin und hat schon so einiges im Fabuloso Verlag veröffentlicht.
Meine ausführliche Rezension findet ihr hier!

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Tag 3
Für die #Autorinnenzeit von heute habe ich mir mal angesehen, welche Autorinnen ich als Kind bevorzugt habe.

Hier also mein Kinderbücherregal von damals:
Enid Blyton, Astrid Lindgren, Christine Nöstlinger, Martha Schlinkert, Johanna Spyri und Else Ury.
Wer kennt die noch?

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Tag 4
Heute habe ich ein paar Autorinnen um eine Interview gebeten.

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Tag 5
Heute habe ich die ersten Rückmeldungen für die Interviews erhalten.

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Tag 6
Hier nun das erste Interview mit Barbara Merten!

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Tag 7
Mein meistgelesenes Buch ist „Winnetou &Tapferes Herz“ von der unvergessen Friederike Chudoba. Ich habe es ca.30x gelesen.

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Tag 8
Heute hat die Autorin sich für sich selbst Zeit genommen: auch Autorinnenzeit 😉

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Tag 9
Erbstücke von meiner Oma! Gwen Bristow mit ihren Romanen aus der frühen amerikanischenGeschichte hat mich sehr beeindruckt.

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Tag 10
Eine weitere begnadete Autorin bereichert mein Bücherregal! P.C. Cast und ihre Partholon-Saga zog mich mächtig in ihren Bann!

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Tag 11
Eine bewundernswerte Autorin ist für mich D.C.Fontana. Sie schrieb einige der besten StarTrek Folgen! Chapeau!

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Tag 12
Ich war heute zur Lesung von zwei Autorinnen und einem Autor. Schön, auch mal nur Zuhörer zu sein und einfach genießen. Sehr schöne Lesung, hat mir gut gefallen
Von links nach rechts: Maria Göthling, Werner HeinemannFrau Gottschalk vom  Theater Der Nacht und Gudrun Strüber

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Tag 13
Buch von einer Autorin gekauft! Mystische Geschichten von Maria Göthling. Die Lesung daraus hat mir gestern sehr gut gefallen. Bin nun ordentlich gespannt auf die anderen Geschichten.

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Tag 14
Da heute Muttertag ist, habe ich auf Facebook, Twitter und Google+ gefrage welche Autorinnen von euren Müttern oder Großmüttern gelesen wurden.

Meine Oma las viel von Utta Danella, Anne Golon und natürlich wie schon vorher erwähnt Gwen Bristow!

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Tag 15
Heute nun das Interview mit Michaela Schreier!

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Tag 16
Mein allererstes selbstgelesenes Buch hat noch immer einen Ehrenplatz im Regal. Es heißt: „Anni und ihr Schutzengel“ geschrieben von Sabine Boehringer 😍
Ich habe es von einer Freundin zum 7. Geburtstag bekommen. Die Freundin ist leider vor ein paar Jahren gestorben. Das Buch ist nun umso mehr kostbare Erinnerung!

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Tag 17
Zur heutigen #Autorinnenzeit möchte ich euch noch ein paar lesenswerte Klassiker aus meinem Regal zeigen. Auch alles Erbstücke meiner Oma!

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Tag 18
Und noch ein Interview – heute mit Ulrike Leinemann!

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Tag 19
Heute möchte ich euch für die #Autorinnenzeit ein Buch einer lieben Kollegin vorstellen. Sie hat es nach dem Tod ihres Mannes geschrieben. Es ist sehr ergreifend und spirituell, was sie erlebt hat, aber lest doch einfach die ausführliche Rezension von „Das Leben ist kein ruhiger Fluss“ von Brigitte Isensee.

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Tag 20

In unserer Autorengruppe „Creativo“ haben wir mit 13 Autorinnen einen leichten weiblichen Überhang. Schaut doch mal, was wir so alles machen:
Creativo – Initiativgruppe für Literatur, Wissenschaft und Kunst

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Tag 21

Heute möchte ich euch in der #Autorinnenzeit ein weiters, ganz besonderes Büchlein meiner lieben Kollegin Barbara Merten vorstellen.  Fremde werden zu Freunden der kleinen Schlange.

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Tag 22

Pause für die Autorin 😉

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Tag 23

Heute hat sich aus der „Autorinnenzeit“ das Netzwerk Nornennetz gebildet. Es ist auf Twitter und Facebook aktiv.

Hallo Welt! Hier twittert das frisch gegründete Netzwerk der deutschsprachigen Fantastik-Autorinnen.

Netzwerk der deutschsprachigen Fantastik-Autorinnen bei Facebook!

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Tag 24, 25, 26, 27, 28 und 29

Die Autorin hat eine Pause eingelegt und ein wunderbares Familienfest gefeiert!

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Tag 30 und 31

An den letzen beiden Tagen habe ich in der #Autorinnenzeit meine eigene Website und meine Amazon-Autorinnen-Seite vorgestellt.

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Nun ist die #Autorinnenzeit im Mai vorbei. Ich hatte viel Spaß dabei, viele neue Follower auf Twitter  erhalten und folge selbst neuen Twitterern aus der Bücherwelt.
Im Nornennetzwerk findet die #Autorinnenzeit eine würdige Nachfolgeorganisation. Danke, dass ihr so lange dabei gebleiben seid. *)

Autorinnenzeit Mai 2017 – Was ist das?

Der Autor Sven Hensel hat eine tolle Aktion ins Leben gerufen.

Sven Hensel:
Wirf einmal einen Blick in dein Bücherregal, bitte. 

Wie viele dieser Bücher wurden von Männern und wie viele von Frauen geschrieben? In den meisten Haushalten wird das Verhältnis stark zu Gunsten der Herren ausgehen und auch in der Schule sind es vor allem männliche Autoren, die Schüler und Schülerinnen als erste Kontakte in die literarische Welt dienen.

Hier gehts zum Weiterlesen zu Svens Hensels Website

Um das zu ändern sollen einen ganzen Monat lang Autorinnen und ihre Bücher im Fokus stehen. Mir gefällt diese Aktion, daher mache ich gern mit. Ich werde also jeden Tag etwas von Sven Hensels Vorschlags-ToDo-Liste posten. Hier auf meiner Website, auf Facebook, Google+ und Twitter und immer unter dem Hashtag #Autorinnenzeit!

Ach ja, damit ihr wisst, was euch in etwa erwartet, hier die Vorschlags-ToDo-Liste von Sven Hensel als PDF:
Autorinnenzeit Liste

 

Was könnte wichtiger sein?

Es gibt so vieles, das uns heute in unserem hektischen Alltag, so immens wichtig erscheint.
Aber ist es das auch? Was ist wirklich wichtig?

Rezension
„Spock und ich – Mein Freund Leonard Nimoy“ von William Shatner

Gerade eben habe ich dieses wunderbare Buch über eine besondere Freundschaft zu Ende gelesen und war sehr beeindruckt. Und das nicht nur weil ich ein großer Star Trek Fan bin!
Sollte es tatsächlich jemanden geben, der William Shatner und Leonard Nimoy nicht kennt – das sind die Darsteller von Captain Kirk und Mr. Spock aus der Star Trek Originalserie von 1966-1969 und den sechs Kinofilmen mit der Original Crew der USS Enterprise.

Geschrieben von William Shatner, berichtet das Buch zuerst darüber, wie sich die Karrieren der beiden Schauspieler ziemlich ähnlich entwickelten, bis sie sich dann bei den Dreharbeiten zu Star Trek kennenlernten. Nach anfänglicher Skepsis auf Seiten Shatners, er konnte es zuerst nicht verstehen, dass Nimoy als Spock mehr Aufmerksamkeit von den Zuschauern erhielt, als er selbst in der Hauptrolle des Draufgängers Kirk, wuchs eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden jungen Schauspielern.

Von da an standen sie sich, ähnlich wie Kirk und Spock, in den Abenteuern des Lebens bei. Scheidungen, Schicksalsschläge und manch andere Lebenskrise schweißten sie immer fester zusammen. Shatner bezeichnete Nimoy gern als „Brother from another mother“ und unterstrich damit, wie wichtig sein Freund stets für ihn war.

Die Jahre gingen mit gemeinsamen und einzelnen Projekten dahin. Sie traten beispielsweise gegenüber den Verantwortlichen bei Paramount gemeinsam auf und kämpften um eine höhere Gage für sich selbst und die restlichen Star Trek-Schauspieler. Leonard Nimoy hatte eine Zeitlang schwer damit zu kämpfen in der Öffentlichkeit nicht als Nimoy, sondern überwiegend als Spock erkannt zu werden. Irgendwann gestand er sich ein, wie viel Spock in Nimoy steckte und umgekehrt und dass eine strikte Trennung nicht möglich wäre. Shatner kam mit dem Ruhm besser klar. Er war nicht so nachdenklich und tiefgründig wie sein Freund Leonard.

Shatner schildert mit ehrlichen Worten die Höhen und Tiefen ihrer beider Leben. Er lässt nichts aus, auch die Alkoholprobleme seines Freundes werden thematisiert. Eines Tages erfuhr William Shatner von Leonards Krankheit. Nimoy hatte COPD, eine schwere Lungenkrankheit.
Wie die beiden und ihre Familien damit umgegangen sind, schildert Shatner sehr eindrucksvoll.
Unterstützt wurde er beim Schreiben dieses Buches von Weggefährten aus der Filmbranche aber auch von Adam Nimoy, Leonards Sohn. Am Ende berichtet Shatner, sehr traurig, über einen Zwist den die beiden nicht mehr beilegen konnten.

Wie wir ja alle 😉 wissen, starb Leonard Nimoy am 27. Februar 2015. Er hinterlässt eine große Lücke bei seiner Familie und seinen Freunden. Auch die Fans werden ihn und seine Interpretation des emotionslosen Vulkaniers Spock niemals vergessen. William Shatner schließt das Buch mit:

LLAP, mein Freund, mein lieber, lieber Freund.

Dieses Buch ist eine wunderbare Hommage an einen bemerkenswerten Menschen und eine besondere Freundschaft.
Es ist absolut lesenswert! Nein – es ist, um es mit Spocks Worten zu sagen – faszinierend!

„Spock und ich – Mein Freund Leonard Nimoy“ ist 2016 im Heyne Verlag erschienen und hat 301 Seiten.
ISBN 978-3-453-201439

Cosplayer unerwünscht?

Leider konnte ich in diesem Jahr nicht zur Leipziger Buchmesse fahren. Umso wichtiger war es mir, in den Medien und Sozialen Netzwerken zu verfolgen, was sich so tat.
Es gab interessante Videos von Preisverleihungen und Lesungen zu bestaunen, jede Menge tolle Bilder und Berichte. Sie waren zwar nur ein schwacher Trost für einen begeisterten Messebesucher wie mich, aber besser als nichts!

Und dann – nach der Messe, gab es plötzlich andere Töne. Es ging ein empörter Aufschrei durch die Cosplayer-Gemeinde! Der SWR-Literaturredakteur Carsten Otte wetterte in seinem Nachlese-Artikel darüber, dass die Cosplayer nicht zu der „neuen Ernsthaftigkeit im Literaturbetrieb“ passten und damit in Zukunft von der Messe ausgeschlossen werden sollten!
In seinem Artikel bezeichnet Herr Otte die Manga-Convention, die seit Jahren zeitgleich mit der LBM stattfindet, als „Klamauk und kulturindustriellen Hokuspokus“.

Nun kann man sich über Geschmack ja bekanntlich streiten, aber ist das reine Geschmackssache? Ich denke nicht!
Cosplayer sind Menschen die ihre Liebe zu fantastischen Geschichten dadurch ausdrücken, dass sie sich aufwendige Kostüme schneidern, faszinierende Masken basteln und mit weiteren Utensilien bestückt in die Rollen ihrer liebsten Protagonisten und Antagonisten schlüpfen. Ich meine, das ist gelebtes Fan-Sein und eine besondere Form von Kunst!

Mangas und Animes als Klamauk zu bezeichnen zeugt von Intoleranz einer anderen Kultur gegenüber. Es sind japanische Comics, bzw. Animationsfilme, die man mag oder auch nicht. In Japan gehören sie zum Kulturgut und haben sich in den letzten Jahren zum kulturellen Exportgut entwickelt. Sie haben bestimmte Stilelemente und Erzählformen und sind weit entfernt von Klamauk!

Aber es sind nicht nur Mangafiguren die von den Cosplayern dargestellt werden. Ich bin auch schon Gandalf dem Grauen aus dem „Herrn der Ringe“ auf der Messe begegnet. Dieses Werk von J.R.R. Tolkien ist zwar keine „ernsthafte Literatur“ aber dennoch ein anerkannter Klassiker. Star Trek Fans (Trekkies) sind seltener, aber auch sie habe ich schon angetroffen, genauso wie einige Aliens oder Rotkäppchen. Die Liste ist lang und bunt!

Nun stößt sich Herr Otte besonders an den „nackten Hasen“.
Ganz ehrlich? Ich finde die Verkleidungen faszinierend, manches sehr gewagt, aber nackt war noch niemand den ich gesehen habe. Im Sommer in der Fußgängerzone sieht man mindestens genau so viel Haut wie auf einer Manga-Convention. Leider nicht immer so hübsch verpackt, wie bei einem Cosplayer. Da scheint Herr Otte eine recht verklemmte Ansicht zu haben.

Herr Otte hat zudem vergessen, dass Mangas und andere Comics auch Bücher sind! Zwangsläufig müssen Cosplayer auch Leser sein!
Er scheint in einer hochtrabenden Weise zu glauben, es gäbe richtige und falsche Literatur!

Bessere und schlechtere mag es geben, aber was gefällt liegt doch im Auge des Betrachters.
Ich habe schon Bücher gelesen, die eine tolle Geschichte erzählten, aber voller Rechtschreibfehler waren. Und es gibt unzählige Bücher, die annähernd (100% fehlerfrei gibt es nicht) korrekt geschrieben und professionell hergestellt wurden und mich trotzdem kalt ließen. Im Zweifel würde ich mich immer für die bessere Geschichte entscheiden.
Für mich ist ein Buch ein gutes Buch, wenn es mich fesselt, wenn ich darin in fremde Welten entführt werde. Am besten ist, wenn ich noch etwas Tiefgründigkeit und Weisheit darin finde.
Andere lieben Anderes. Gut so!

Ich finde das Leben und die momentane politische Lage sind schon ernst genug. Da mag ich, zumindest zur Entspannung und Unterhaltung, nicht auch noch etwas Ernsthaftes lesen.
Wenn ich mich über spezielle Dinge informieren will, lese ich zwar auch die entsprechenden (Sach-)Bücher, aber richtige und falsche Literatur gibt es für mich nicht.

Leben und leben lassen, das ist wahre Toleranz! Wenn es nur noch ernsthafte Literatur gäbe, und wenn die Cosplayer von der LBM verbannt würden, was wäre das für eine traurige und einseitige Bücherwelt!

Der Artikel von Carsten Otte kann hier nachgelesen werden.

Es gibt im Netz noch viele Antworten auf Herrn Ottes Bericht, hier eine kleine Auswahl:

Die Arroganz der grauhaarigen alten Männer – von Lena Falkenhagen

Auch nackte Hasen sind politisch – von Margarete Stokowski

Nachtrag:

Die Veranstalter der Leipziger Buchmesse haben inzwischen auch ein Statement dazu abgegeben.

Hier könnt ihr es nachlesen!

Dem kann ich nur beipflichten. Und es bleibt zu hoffen, dass sich an dieser Meinung der Veranstalter nichts ändert!

Krimi-Lesung im Literaturcafé des Theaters der Nacht in Northeim

Am Freitag den 10. Februar 2017 waren Michaela Schreier und ich eingeladen im Literaturcafé des Theaters der Nacht in Northeim aus unseren „Mordsgeschichten aus dem Eichsfeld und anderswo“ zu lesen.

Wir hatten ja in den letzten Jahren schon so einige sehr gut besuchte Lesungen, aber diese war von den Besucherzahlen her (nur beim Creativo-Herbstlesefest hatten wir schon mehr) die beste!

Wir waren total überwältigt davon, wie viele Zuhörerinnen und Zuhörer wir hatten. Über 40 Personen drängten sich in das heimelige Literaturcafé. Sie saßen zum Teil auf der Treppe, weil alle Plätze belegt waren
Trotzdem herrschte, während wir gelesen haben, aufmerksame Stille. Unsere Kurzkrimis aus dem Eichsfeld kamen sehr gut an! Da kommen wir doch gern mal wieder

 

 

Michaela hat nach der Begrüßung durch Frau Gottschalk ihren Duderstädter Kurz-Krimi „Schatten der Vergangenheit“ gelesen und damit für ordentlich Gänsehaut gesorgt.

 

 

 

 

Danach habe ich meinen Rüdershäuser Kurz-Krimi „Blutmond“ zum Besten gegeben.

Auch wenn wir hier außerhalb des Eichsfelds lasen, kannten doch viele unsere schöne Heimat. Es fanden sich sogar einige ehemalige Eichsfelder unter den Zuhörern und Zuhörerinnen.

 

 

Es war wirklich ein superschöner Nachmittag! Ein dickes Dankeschön geht an Frau Gottschalk vom Theater der Nacht für die Einladung und die tolle Unterstützung.
Das Theater der Nacht ist wirklich toll. Schaut doch mal auf deren Homepage.

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