Melanie Buhl

Autorin

Autor: Melanie Buhl (Seite 1 von 8)

Geheimnis gelüftet

Jetzt ist es endlich raus! Das Geheimnis, um wen oder was es in meinem neuen Roman geht, habe ich nun endlich gelüftet!

Nachdem ich ungefähr vier Jahre an der Idee gefeilt, seitenweise Notizen gemacht und wieder verworfen habe, durfte ich vor einigen Wochen sagen: das Manuskript von 200 Normseiten ist fertig!
Naja … fertig soweit, dass momentan einige Testleser damit beschäftigt sind, mir ein Feedback zu geben, sowie Schwachstellen und Plot-Fehler aufzuzeigen. Und dann geht’s selbstverständlich noch zu meiner Lektorin …

Ja, aber worum geht es?

Wie ich schon einige Male angedeutet habe, geht es um eine regionale Sagengestalt. Eigentlich um mehrere 😉

Es ist … tadadaaaa …
die Rhumenixe
Ruma.
Und in weiteren Hauptrollen: der Riese Romar und der Rüdershäuser Mahnehund mitsamt seinem Herrn.

Inspiriert wurde ich bei einem der unzähligen Spaziergänge an der Rhumequelle. Dort hängt eine kleine Tafel, auf der mit wenigen Sätzen die Geschichte der traurigen Nixe, die der Quelle den Namen gab, zu lesen ist.

Diese Geschichte ist sehr kurz und ließ mir vieeel Platz für eigene Gedanken, Fantasien und Inspirationen. Warum ist das alles so gekommen? Warum nicht anders? Was passierte danach? Alles Fragen, die mich zum Schreiben motivierten.

Immer wieder bin ich zum Ort des Geschehens, der Rhumequelle gepilgert und hab Ruma nachgespürt. Wie hat sie gelebt? Hatte sie Eltern, Geschwister, Freunde? Wie hat sie die einzelnen Geschichten und Begebenheiten erlebt?

Wenn ich an der Quelle saß und ganz still war, dann kamen die Ideen ganz von allein, als würde Ruma mir dort ihre eigene Geschichte erzählen … es ist ein sehr mystischer Ort. Voller Magie …

Wer die Rhumequelle noch nicht kennt, sollte einmal dort hin wandern. Es lohnt sich, wie man auf dem Bild oben sieht!

Ja ­ und vor ein paar Tagen habe ich dann bei einer Lesung in Rhumspringe, den Landfrauen vom Rhumetal aus meiner Ruma vorgelesen. Sie, die die Originalgeschichte der Ruma in und auswendig kennen, haben aufmerksam meiner Geschichte gelauscht. Sie sind sehr gespannt wie es weiter geht und möchten informiert werden, sobald das Buch erscheint.

Das wird aber leider noch ein bisschen dauern.
Wenn meine Lektorin fertig ist, dann geht das Exposé an einige Verlage. Ich hoffe, dass ein größerer Verlag Gefallen an Ruma findet und ihr damit den Weg öffnet von vielen Menschen gelesen zu werden.
Und wer weiß … vielleicht kommen diese Leser dann in unsere schöne Heimat, ins Eichsfeld, um selber auf den Spuren von Ruma zu wandeln …

Ich würde mich sehr darüber freuen, und Ruma auch!

Wer gern informiert werden möchte, wenn Ruma erscheint,
kann mir hier, ganz unverbindlich, eine Nachricht schreiben.
Ich melde mich dann, wenn ich Preis und Erscheinungsdatum kenne …

Die Zeit – wie sie uns in Geschichten begegnet und welche Möglichkeiten sich uns als Autoren auftun

Hier zum Nachlesen mein Beitrag zur Creativo Herbstlesung
in der Stadtbibliothek Duderstadt am 5. Oktober 2018:

Zeit – sie kann quälend langsam vergehen, bis zum gefühlten Stillstand und in einer anderen Situation rasend schnell an uns vorbeirauschen. Jeder kennt das!

Aber was genau ist denn nun die Zeit? Albert Einstein, der große Experte für Zeit und Raum, sagte ganz pragmatisch: Zeit ist das, was man an der Uhr abliest.
Aber ist es so einfach? Ich hab mal versucht, dem Phänomen Zeit auf den Grund zu gehen.

Bei Wikipedia steht: Die Zeit ist eine physikalische Größenart…. Die Zeit beschreibt die Abfolge von Ereignissen, hat also im Gegensatz zu anderen physikalischen Größen eine eindeutige, unumkehrbare Richtung.

Wenn man der Relativitätstheorie folgt, dann ist auch das zu kurz gegriffen, denn Zeit ist nicht nur eine Abfolge, sondern bildet mit dem Raum eine vierdimensionale Raumzeit.

Albert Einstein erklärte die Relativität so: Wenn man zwei Stunden lang mit einem Mädchen zusammensitzt, meint man, es wäre eine Minute. Sitzt man jedoch eine Minute auf einem heißen Ofen, meint man, es wären zwei Stunden. Das ist Relativität

Zeit definiert sich also darüber, was man macht und wie man sein Tun gerade empfindet. Zeit vergeht für jeden und in jeder Situation anders.

Steigt man noch tiefer in die moderne Physik ein und beschäftigt sich mit der Quantenmechanik, dann wird es noch verwirrender. In diese Bereiche möchte ich jetzt aber nicht eintauchen, da ich es selbst, wenn auch sehr interessant finde, nicht völlig verstehe.

Ich möchte mich bei der Betrachtung der Zeit auf die Ebenen beschränken, die uns Autorinnen und Autoren zur Verfügung stehen. Denn Francis Bacon, ein englischer Philosoph, sagte: Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.

Oder um es mit Thomas Carlyles (schottischer Essayist und Historiker) Worten zu sagen: In Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit.

Wir haben in unseren Geschichten, Gedichten und Romanen eine schier unendliche Fülle an Möglichkeiten mit der Zeit zu spielen.
Wir können unsere Leser in vergangene und zukünftige Welten entführen, wir können mühelos hin und her springen und je nach Erzählperspektive von Geschehnissen, die an vielen verschiedenen Orten gleichzeitig ablaufen, berichten.

Die Protagonisten, die wir erschaffen und die Welten in denen sie leben, können nahezu unsterblich werden. Zumindest so lange sie von Menschen gelesen werden. Für sie spielt Zeit keine Rolle.
Nehmen wir als Beispiel Karl Mays Winnetou. Ihn kennt fast jeder, auch wer die Bücher nie gelesen hat. Ich hab so manche Träne vergossen, als er im letzten Band starb! Aber – ich kann seine Zeit zurückdrehen und seine Geschichte wieder und wieder von vorn lesen. Er stirbt nicht wirklich, denn in meinem Kopf bleibt er stets lebendig und somit zeitlos.
Auch seine Welt geht nie unter, mögen die Weißen in den Büchern noch so hart mit den Indianern umgehen.
Ebenso ist Tolkiens Welt Ea, in der auch Mittelerde liegt und in der wiederum Der Herr der Ringe, Der kleine Hobbit oder Das Silmarillion spielen, für Leser und Fans unvergänglich. Hogwarts, Avalon, Tatooine, phantastische Welten aller erdenklichen Arten, die Liste der Beispiele könnte jeder für sich endlos fortsetzen.
Die Zeiten, in denen diese Geschichten spielen, empfinden wir, wenn wir in die Geschichten eintauchen, für eine Weile auch als unsere Zeiten. Selbst wenn die betreffende Zeit nicht näher definiert ist. Bei Star Wars heißt er nur: Vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis. Obwohl lediglich der Ort fremd ist, empfinden wir auch die Zeit als fremd. Und auch wenn es heißt: vor langer Zeit, meinen doch die meisten, das Sci-Fi-Weltraummärchen würde in der Zukunft spielen.

Gerade in der Science-Fiction haben wir grandiose Möglichkeiten mit der Zeit zu spielen. Wir können nicht nur unsere Leser in verschiedene Zeiten und an ferne Orte führen, sondern auch unsere Protagonisten auf Zeitreisen schicken. In die Zukunft, in die Vergangenheit und auch immer wieder hin und her. Die sich hier ergebenden Verwirrungen und wie vielfältig Autoren sie lösen, finde ich sehr spannend. Zum Beispiel: was könnte passieren, wenn jemand in die Vergangenheit reist, seine eigene Großmutter heiratet oder seinen Urgroßvater umbringt?
Oder anders herum, wenn jemand in die Zukunft reist und die Lottozahlen von der nächsten Woche erfährt? Ganz knifflig wird es, wenn jemand in die Zukunft nach seinem eigenen Tod reist, seine Todesursache erfährt, dann wieder ein Stück zurückreist und seinen Tod verhindert?
Ich muss aber manchmal auch Star Treks Captain Janeway vom Raumschiff Voyager recht geben: Solche Zeitparadoxien können zu Kopfschmerzen führen.

Was bedeutet das für uns Autorinnen und Autoren?
Wir haben eine gewisse Verantwortung gegenüber unseren erschaffenen Figuren und Welten. Wir müssen sehr darauf achten, dass sie und ihre Handlungen im Rahmen ihrer eigenen Zeit und physikalischen Gesetze logisch sind. Unrealistische bzw. unlogische Handlungsstränge machen beim Lesen keinen Spaß.
Nehmen wir als Beispiel Harry Potter. Die Zauberer in seiner Welt, die ja eigentlich nur eine Welt innerhalb unserer Welt ist, sind trotz Magie nicht allmächtig. Alle Zauber, die sie verwenden, folgen ihren eigenen, ich nenne sie mal: Rowling’schen Gesetzen. Tote können nicht wieder lebendig werden und manche Dinge, wie Rons Zauberstab, lassen sich einfach nicht reparieren.

Logische und realistische Figuren und Welten bleiben den Lesern in deutlicherer Erinnerung und können auch reale Zeiten überdauern.
Dabei ist es unerheblich, ob der Protagonist leidet, stirbt oder sogar seine Welt untergeht. Ja, es führt mitunter zu einem sehr viel bleibenderen Eindruck, wenn die Geschichten kein Happy-End haben!

Einige Protagonisten spekulieren selbst über das Wesen der Zeit. Als Abschluss möchte ich hier erneut aus Star Trek zitieren. Captain Jean-Luc Picard von der Enterprise D und E sagte: Jemand hat mir mal gesagt, die Zeit würde uns wie ein Raubtier ein Leben lang verfolgen. Ich möchte viel lieber glauben, dass die Zeit unser Gefährte ist, der uns auf unserer Reise begleitet und uns daran erinnert, jeden Moment zu genießen, denn er wird nicht wiederkommen. Was wir hinterlassen ist nicht so wichtig wie die Art, wie wir gelebt haben. Denn letztlich … sind wir alle nur sterblich.

 Melanie Buhl, zur Herbstlesung der Creativo 2018

Weil wir in diesem Jahr eine Anthologiepause eingelegt haben,
haben wir die Texte der Herbstlesung in einer kleinen Broschüre zusammengefasst.
Sie konnte nach der Lesung für 2,-€ erworben werden.

Es gibt noch ein paar Restexemplare!
Wer alle Beiträge, Geschichten und Gedichte noch einmal lesen möchte,
der kann die Hefte zzg. Versand bei mir bestellen.
Nur solange der Vorrat reicht!

Pseudonyme für Autoren

Jeder von uns kennt Bücher, die nicht unter dem echten Namen des jeweiligen Autors oder der Autorin veröffentlich wurden. Mark Twain zum Beispiel hieß in Wahrheit Samuel Langhorne Clemens. Habt ihr das gewusst?
Manchmal lassen die Namen nicht gleich erkennen, ob die Bücher von einer Frau oder einem Mann geschrieben wurden. Bekanntes Beispiel ist J.K. Rowling.
Warum nutzen manche also ein Pseudonym? Ist es sinnvoll und welche Dinge muss man dabei beachten, wenn man selber unter Pseudonym schreiben möchte?

Die Gründe für ein Pseudonym

Die Gründe um ein Pseudonym zu nutzen sind sehr vielfältig. Vielleicht klingt der Realname nicht besonders gut, ist langweilig oder passt nicht zum Genre. Wer kauft denn Thriller von Gretchen Müller?
Oder der Autor möchte sich und sein Umfeld schützen. Wer möchte schon mit blutigen Metzeleien in Horrorgeschichten in Verbindung gebracht werden, wenn man im wahren Leben eine sanfte Krankenschwester ist?
Oder die erotikschreibende Erzieherin? Auch sie passt oft nicht in die Vorstellung der Menschen.
Manchmal sind Namen einfach zu lang oder schwer zu merken.
Auch gezieltes Marketing ist oft ein Grund für ein Pseudonym oder zu mindestens für eine Abwandlung des Namens. Mit dem Pseudonym J.K. Rowling wurde versucht, die Zielgruppe nicht einzuschränken. Der Bloomsbury-Verlag wollte damals verhindern, dass nur Mädchen die Harry Potter Bücher lesen würden.
Dann gibt es noch die Autoren die Ausflüge in andere Genres machen und nicht mit ihren anderen Werken verwechselt werden möchten. Zum Beispiel die Kinderbuchautorin, die auch Horrorgeschichten schreibt. Oder der seriöse Sachbuchschreiber, der neben der trockenen Physik auch fantastisches Sci-Fi verfasst. Beide schützen mit dem Pseudonym ihre ursprüngliche Arbeit.
Die Liste der Gründe ließe sich noch lang fortsetzen.

Was für Arten von Pseudonymen gibt es?

Es gibt geschlossene und offene Pseudonyme.
Bei einem geschlossenen Pseudonym weiß niemand, wer sich dahinter verbirgt. Mit Ausnahme vom Verlag, dem Finanzamt usw. Diese Personenkreise sind meistens zu strengem Stillschweigen verpflichtet. Es gibt Promis die gerichtlich gegen die Nennung ihres wahren Namens vorgehen – Atze Schröder ist ein bekanntes Beispiel.
Es ist jedoch sehr schwer ein geschlossenes Pseudonym für immer geschlossen zu halten. Irgendwann findet immer jemand heraus, wer sich dahinter verbirgt.

Bei offenen Pseudonymen, ist der reale Mensch dahinter bekannt. Auch wenn man mit dieser Information sparsam umgeht, können Interessierte den Namen und die Identität erfahren. Die meisten wissen heute, unter welchem Pseudonym Norma Jean Baker bekannt wurde.

Das Pseudonym kann man sich prinzipiell einfach ausdenken und etwas wählen, dass einem gefällt oder zum Genre passt. Aufpassen sollten man allerdings, dass es den Namen, auch in einer ähnlichen Schreibweise, nicht schon gibt. Als „Astrid Lundgren“ oder „K.J. Rowling“ sollte man es lieber nicht versuchen. Das könnte Probleme geben.

Die rechtliche Sache

Ein anderes Problem mit Pseudonymen ist, dass in Deutschland eine Impressumspflicht besteht. In einem Buch, auf einer Website oder in Sozialen Medien muss eine „ladungsfähige Adresse“ angegeben sein. Wenn man über einen Verlag veröffentlicht, kann das der Name des Verlages sein. Denn dort muss man ja die wahre Identität des Autors ohnehin kennen. Beim Selfpublishing ist das schon schwieriger. Es gibt aber Pseudonym-Services die in diesem Fall weiterhelfen können.

Neueste Änderung: Im Februar 2018 entschied ein deutsches Gericht, dass Facebook auch die Nutzung eines Pseudonyms zulassen muss. Es soll damit die Privatsphäre der Menschen geschützt werden. Facebook gibt nämlich die Daten seiner Nutzer an andere Institutionen in den USA weiter, und das ist nicht im Sinne der deutschen Datenschützer. Hoffen wir, dass Facebook in diesem Punkt keinen Widerspruch einlegt und womöglich noch recht bekommt.

Nicht verwechseln sollte man das Pseudonym mit einem Künstlernamen, der steht nämlich auch im Personalausweis. Mit einem eingetragenen Künstlernamen kann man auch Verträge unterzeichnen oder ein Konto eröffnen.

Fazit

So, nun schreibt unter eurem realen Namen oder unter eurem Pseudonym; Hauptsache ihr schreibt!
Ich selber nutze seit einiger Zeit auch ein Pseudonym, weil ich nebenbei noch in einem gänzlich anderen Genre schreibe. Ich habe allerdings noch nichts davon veröffentlicht und überlege noch, ob ich es offen oder geschlossen handhaben werde.

Lesung im „Theater der Nacht“ in Northeim

Am 9. Februar 2018 waren meine liebe Kollegin Michaela Schreier und ich eingeladen, um im „Theater der Nacht“ in Northeim aus unserer Fachwerkanthologie „Fachwerkgeflüster aus dem Eichsfeld und anderswo“ zu lesen.
Nachdem unsere Lesung aus den „Mordsgeschichten“ im vergangenen Jahr so gut bei den Northeimern angekommen ist, waren wir nur allzugern bereit, uns wieder auf die Reise ins nahegelegene Northeim zu machen.

Was soll ich euch sagen? Es war eine fantastische Lesung!

Volles Haus und stimmiges Ambiente umrahmten unsere Fachwerkgeflüster-Geschichten.

Einige der Zuhörerinnen und Zuhörer kannten wir bereits vom letzen Mal.
Und es waren auch einige liebe Freunde gekommen, die ich zum Teil schon sehr lange nicht gesehen hatte.

 

Zum Auftakt habe ich das Fachwerkgedicht „Jahrhundertleben“ von Barbara Merten gelesen.

Dann las Michaela ihre Geschichte „Wächter der Nacht“, die ihren Ursprung im Theater der Nacht hat.

Dann kam ich wieder an die Reihe und las meine „Göttliche Vergesslichkeit“.

Weil wir danach noch ein paar Minuten Zeit hatten, und unsere Gäste nach mehr verlangten, haben wir uns spontan entschlossen, noch einen Beitrag aus dem „Fachwerkgeflüster“ zu lesen.

Die Wahl fiel auf die Geschichte unseres lieben Kollegen Claus Ludwikowsi alias Scharfrichter Hans Zinke, „Brücken“.

Alle unsere Geschichten kamen sehr gut an, der Applaus war berauschend!!!

Frau Gottschalk bemerkte noch einmal anerkennend, dass wir nicht nur unsere Geschichten gelesen hätten, sondern auch eine kleine Auswahl unserer Creativo-Kollegen. Das würde für die gute Gemeinschaft innerhalb unserer Autorengruppe sprechen. Für uns war es eine Ehrensache auch andere „zu Wort kommen“ zu lassen. Aber wir haben uns über ihr Lob gefreut!

Danke an Frau Gottschalk und das Team des Literaturcafés und natürlich an unsere Zuhörerinnen und Zuhörern.
Es hat uns viel Spaß gemacht und wir kommen gern wieder

Rezension „Verhängnisvolle Gnade“ von Maria Göthling

Dieses Buch habe ich bei einer Lesung mit Widmung der Autorin gekauft. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich es dann endlich gelesen habe, denn ich hatte noch einige andere, zum Teil geliehene Bücher, zu lesen die Vorrang hatten.

Klappentext:

Die Fee Alana hat ihre Schwester Relindis im Kampf besiegt. Doch sie kann sie nicht töten, sondern schenkt ihr das Leben. Fortan versucht Relindis sowohl in die Feen-, wie auch in die Menschenwelt Kummer und Leid zu bringen. Alana will das Böse abwenden, aber kann das gelingen?

„Verhängnisvolle Gnade“, ein Buch voller Mystik, ist für Leser(innen) ab dem zehnten Lebensjahr gedacht. Obwohl es märchenhafte Züge besitzt, ist es doch kein Märchenbuch. Es will sowohl jugendliche wie auch erwachsene Leser erreichen. Schlagen Sie es auf und sehen Sie selbst …

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Es enthält zehn Geschichten, die unterschiedlich lang, zum Teil noch in mehrere Kapitel aufgeteilt sind. Das liebevoll gemachte Buch wird aufgelockert durch einige sehr schöne Bilder des Malers und Autors Paul Anides.

Die Geschichten selbst sind mystisch und märchenhaft geschrieben. Manche mit einem Schuss Lebensweisheiten garniert. Magie spielt in allen Geschichten eine Rolle. Eingefasst sind sie in die Rahmenhandlung um die beiden Feenschwestern Relindis und Alana und deren klassischem Kampf zwischen Gut und Böse. Die Geschichten selbst sind aber trotzdem sehr unterschiedlich, sodass keine Langeweile aufkommt.

Am besten hat mir „Heimreise im November“ gefallen. Diese Geschichte ist ziemlich spannend und auch etwas gruselig.

Auch wenn das Buch ab 10 Jahren empfohlen wird, denke ich, dass es besonders Erwachsene anspricht, die gern märchenhaft, mystisches lesen.

„Verhängnisvolle Gnade“ von Maria Göthling
Fabuloso Verlag, ISBN: 978-3945346464
Taschenbuch: 303 Seiten, Preis: 12,80€

Adventskalender 2017 – Buch- und Filmzitate

Gelegentlich saust mir, wie ein Gedankenblitz, ein Satz aus einem Buch oder Film durch den Kopf. Ich frage mich dann oft warum?
Meistens sind es Teile aus Büchern oder Filmen die mich in irgendeiner Weise bewegt oder inspiriert haben. Häufig sind es Zitate die etwas mit meiner momentanen Situation zu tun haben, als wenn der betreffende Charakter mir etwas mitteilen will.
Und manchmal habe ich einfach das Gefühl, das betreffende Buch möchte noch einmal gelesen werden.
Eine Auswahl solcher Zitate und Sätze habe ich als Adventskalender zusammenstellt.
Jeden Tag, bis Weihnachten werde ich einen für euch posten.

Für eine größere Ansicht, einfach auf das Bild klicken!

 

Babylon 2017

Inspiriert vom Song „Bible“ von der Band „Ghost“

Babylon 2017

Wir sprechen und verstehen meist mehr als nur unsere Muttersprache. In der Grundschule und im Kindergarten lernen die Jüngsten bereits Englisch. Später kommen oft Französisch, Spanisch, Latein oder andere Sprachen hinzu.

 Aber wir verstehen unsere Mitmenschen nicht!

Wir nutzen E-Mail, WhatsApp, Facebook, Instagram, Snapchat und Twitter und Co.
Wir vernetzen uns mit der ganzen Welt.

 Aber wir kennen unseren Nächsten nicht!

Wir haben Autos, Motorräder, Züge, Flugzeuge und sogar Weltraumbehörden mit Raumschiffen.

 Aber wir erreichen unsere Nachbarn nicht!

Wir haben die besten Wissenschaftler. Wir hören wie sie uns mahnen, Mutter Erde nicht zu zerstören und achtsam mit dem Erbe kommender Generationen umzugehen.

Aber wir handeln nicht!

Wir leben in unserem Land in relativem Wohlstand. Die meisten haben genug Geld zum Leben und ein Dach über dem Kopf. Nicht jeder im Überfluss, aber mehr als manch armer Mensch auf der Welt und viel mehr, als jemand der im Kriegsgebiet lebt.

Aber wir schließen die Grenzen!

Wir haben so viel Freizeit wie nie zuvor in der Geschichte.

Aber wir haben oft keine Zeit für die Menschen um uns herum!

Wir bauen die höchsten Gebäude, Wolkenkratzer mit schwindelerregender Höhe.

Aber wir kommen unserem Schöpfer nicht näher!

Babylon fiel, als die Herzen der Menschen sich nicht mehr verstanden – als sie sich immer weiter voneinander entfernten!

Lassen wir es nicht so weit kommen!
Nutzen wir die Adventszeit um unsere Augen und Ohren zu öffnen:
Für die Menschen, für Mutter Erde und für unsere eigene Zukunft.

Lasst nicht zu, dass wir wie Babylon untergehen!

Melanie Buhl, November 2017

Mystisches und Schauriges im Gewölbekeller

Am Freitag den 6. Oktober 2017 haben Michaela Schreier und ich im Gewölbekeller des Rathauses Duderstadt aus der 7. Creativo-Anthologie „Fachwerkgeflüster aus dem Eichsfeld und anderswo“ und aus weiteren, eigenen Texten gelesen.

Der Gewölbekeller war überraschend gut besucht. Der Hausmeister war zum Glück anwesend und konnte noch ein paar Stühle heranholen. 20 Besucher, viel mehr als bei den meisten anderen Fachwerk5Eck-Veranstaltungen, lauschten unseren mystischen und schaurigen Geschichten.

Petra Böning von der Stadtbibliothek empfing uns mit herzlichen Worten. Gemeinsam haben wir schon so einiges auf die Beine gestellt. Danke dafür!

Besonders gefreut haben wir uns über den Besuch der „Ponypiraten“, Mitglieder eines besonderen Reitvereins aus Breitenworbis, die mit Tanja Schneppe schön gruselig geschminkt das schaurige Ambiente unterstützten.

Michaela las ihre Geschichte „Mein ist dein ganzes Herz“. Sie las aber nicht ganz bis zum Ende und erntete dafür gespannten und angespannten Applaus. Nun wollte natürlich jeder wissen, wie es weitergeht…
Und sie las aus ihrem „Nimm dich vor den Muurspöök in Acht“ die Geschichte „Zwischen den Welten“.

Ich habe meinen „Lavendel im Mühlengarten“ gelesen. Die Rüdershäuser Mühle war einigen der Besucher bekannt und so konnten sie sich gut in die Geschichte hineinversetzen.
Als zweiten Beitrag las ich meine mystische Traumreise „Imzadiah“ aus der 5. Creativo-Anthologie „Wohin dich die Sehnsucht treibt“.

Am Ende las dann noch Barbara Merten, die eigentlich nur als Besucherin da war, ganz spontan ihr Gedicht „Jahrhundertleben“.

Es war eine rundum gelungene Lesung und hat uns viel Spaß gemacht!

Fachwerkgeflüster aus dem Eichsfeld und anderswo

Anthologie
Herausgeber: Creativo – Initiativgruppe für Literatur, Wissenschaft und Kunst

Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 2017
250 Seiten
Preis: 9,80 €
ISBN: 978-3-945346-63-1

Verlag: Fabuloso Verlag, Bilshausen

Die 7. Creativo-Anthologie „Fachwerkgeflüster aus dem Eichsfeld und anderswo“ ist die zweite Anthologie die ich mit meiner lieben Kollegin Michaela Schreier ins Leben gerufen und bis zur Erscheinung und darüberhinaus betreut habe. Natürlich wurden wir von weiteren Creativos bei der Auswahl der Texte, der Gestaltung und dem Lektorat unterstützt, aber irgendwie ist auch dieses Buch „unser Projekt“ geblieben.

Die Geschichten, die Fachwerkhäuser erzählen könnten, und die wir für diese Anthologie verfasst haben, sind sehr vielfältig. Mystisches, Spannendes, Lustiges und Trauriges wechseln sich ab in Form von Kurzgeschichten, Erzählungen und Lyrik.
Die Fachwerkgeschichten sind bei den Eichsfeldern, ehemaligen Eichsfeldern, Freunden und Besuchern unserer schönen Heimat sowie auch in anderswo sehr beliebt. Sie eignen sich übrigens sehr gut als Geschenk!

Hier geht´s zur Leseprobe

Lavendel im Mühlengarten
von Melanie Buhl

Das lilafarbene Blütenmeer schwang im Wind sanft hin und her und ließ Lilian die Welt um sich herum vergessen. Die junge Frau mit dem frechen blonden Kurzhaarschnitt lag mitten zwischen den abertausenden Lavendelblüten. Dieser intensive, einschläfernde Duft nahm sie mit auf eine Reise, die sie nie vergessen würde. Sie schloss die schweren Lider und als Lilian sie kurz darauf wieder öffnete und sich aufsetzte, hatt e sich die Welt um sie herum verändert.
Die alte Mühle stand noch an ihrem Platz, aber sie schien nicht mehr baufällig zu sein, nein – sie erstrahlte in herrschaftlicher Pracht, als hätten ihre Besitzer stets ein Auge darauf, sie liebevoll zu restaurieren und ihrem Fachwerk alle nur erdenkliche Pflege zukommen zulassen. Die Holzbalken waren frisch gestrichen und das Gefach dazwischen mit weißer Farbe verputzt. Die kleinen gardinenverhangenen Fenster sorgsam geputzt und mit Blumen geschmückt.
Auf der Bank vor der Mühle schlief eine schwarz-braune Katze. Eine Biene summte um ihren Kopf herum und ließ sie nicht zur Ruhe kommen, immer wieder zuckte die Katze abwehrend mit den Ohren, bis sie schließlich den Störenfried mit einem energischen Tatzenhieb verjagte. Die Biene verzog sich in Richtung Garten. Dieser war nicht mehr verwildert und lavendelüberwuchert, so wie Lilian ihn kannte, er war sorgsam angelegt. In seinen Beeten standen Möhren, Kartoffeln, Grünkohl und so mancherlei anderes kurz vor der Ernte.
Das Kurioseste, was Lilian bemerkte, war, dass die vormals stillgelegte Mühle wieder in Betrieb war. Das Mühlrad drehte sich langsam und kraftvoll und auch der eigentlich längst zugeschüttete Mühlbach führte sein klares Wasser munter von der Eller zur Mühle.
Lilian vernahm nun Summen und Geräusche von arbeitenden Männern. Das Geklapper der Mühle rückte in den Hintergrund. Neben der Mühle, wo sonst die alte Sankt Andreaskirche stand, befand sich eine große Baustelle. Das Sandstein-Mauerwerk, das im Entstehen war, war bereits als Kirche zu erkennen. Alle Seiten standen schon und die Zimmermänner legten gerade die Holzbalken für das Dach auf.
An der westlichen Seite war auch der mächtige Turm über die Hälfte fertig. Maurer standen auf den Gerüsten und wuchteten die riesigen Sandsteine aufeinander. Ein grandioser Anblick!
Lilian stand auf und wollte sich den Bau genauer betrachten. Sie verließ den Mühlgarten und bemerkte, dass sie fremde, etwas altbackene Kleidung trug. Auch ihre Hände sahen anders aus. Rau von harter Arbeit und von der Sonne braun gegerbt. Als sie die kleine Brücke über den Mühlbach betrat, erblickte sie ihr Spiegelbild im Wasser. Sie erschrak! Das war nicht sie, Lilian. Es war eine unbekannte junge Frau mit langen dunklen Haaren, die ihr aus traurigen Augen entgegenblickte. Sie war ihr fremd und doch irgendwie vertraut. Lilian blickte sich um, suchte nach Antworten darauf, was passiert war? War hier niemand der ihr das erklären konnte? Aber der Mühlgarten und die Gärten, die von der Eller am Mühlbach entlang lagen, waren menschenleer.
Ihr Blick schweifte erneut hinüber zu der anderen Seite der Mühle, zu den Männern, die an der Kirche arbeiteten. Sie erstarrte. Dort, den Mann kannte sie. Oder etwa doch nicht? Er stand auf dem Dach der Kirche. Seine kräftigen Zimmermannshände hielten den schweren Hammer in der rechten Hand und ließen ihn in einem stetigen Rhythmus auf die langen Nägel herabsausen. Er war ihr auf eine merkwürdige Art vertraut und doch wusste sie, dass sie ihn noch nie zuvor gesehen hatte. Langes dunkles Haar umrahmte das Gesicht mit den stahlblauen Augen. Etwas in ihr erinnerte sich an seine Stimme, die dunkel und geheimnisvoll wie schwarzer Samt war und die ihr Herz schneller schlagen ließ.
Lilian schritt unsicher weiter über die Brücke, und als sie diese endgültig überquert hatte, war die Erinnerung an Lilian wie weggeblasen.
Sie war Greta, Magd beim kinderlosen Müller Jakob und seiner Frau Maria. Und dort auf dem Dach …

Rezension „Die Entscheidung des Seins“
von Andreas März

Zu diesem Buch hat Michaela Schreier vor einiger Zeit eine Rezension auf Facebook veröffentlicht, die mich sofort angesprochen hat. Netterweise hat sie mir das Buch ausgeliehen, sodass ich es selber lesen konnte.
Ach was lesen….verschlungen habe ich es. Es ist spannend und flüssig zu lesen, innerhalb von einem Abend und einer längeren Autofahrt hatte ich es durch!

Klappentext:

Wenn du die Wahl hättest, noch einmal von vorn zu beginnen, wie würdest du dich entscheiden? John ist Alkoholiker. Ihm bleibt nichts weiter, als den Frust über sein Leben jeden Tag in billigem Fusel zu ertränken. Er ist geschieden und hat nur noch mit seiner Exfrau zu tun, wenn sie etwas von ihm will. Als er eines Tages wieder zu ihrer Anwältin marschieren soll, wird er wenig später auf dem Weg nach Hause von einem führerlosen LKW erfasst und auf die Straßenbahngleise geschleudert. Ein Schienenschleifwagen erfasst und tötet ihn. »Oben« angekommen, wird er freundlich von Luzifer und Gott begrüßt. Entgegen seiner Annahme verstehen sich die beiden blendend und stellen John vor eine unglaubliche Wahl. Die Skandal-Satire des Kindle Storyteller Awards 2017!

Obwohl Satire vorn draufsteht und es auch einige satirische Aspekte hat, enthält dieses Buch doch auch eine Tiefgründigkeit, die durch die lockere Schreibweise nicht sofort ins Auge springt. Aber sie ist definitiv da. An manchen Stellen hätte ich mir mehr davon gewünscht, aber es passte auch so alles gut zusammen!

John begegnet also nach seinem Tod luzifer und GOTT im Jenseits. Und nicht, dass ihr glaubt ich hätte mich vertippt: Im Buch ist alles was GOTT spricht in GROßBUCHSTABEN und alles was luzifer spricht in kleinbuchstaben geschrieben. Was mich als Lektorin und Rechtschreibfanatikerin zuerst kirre machte, stellte sich aber als tolle Art und Weise dar, die Wichtigkeit der beiden Personen zu betonen und in ihre jeweiligen Positionen zu stellen.
GOTT und luzifer, erscheinen John zuerst mit dem Aussehen von George Clooney und Bud Spencer. Wer hier wen darstellt, kann man sich ja denken 😉 . Die beiden sind, entgegen Johns Erwartungen, beste Freunde. John ist zuerst verwirrt und stellt allerhand Fragen, die von den hohen Herren auf eine sehr witzige Art beantwortet werden.
Dann wird es ernster und sie stellen John vor eine Wahl.
Während die verschiedenen Möglichkeiten für John aufgezeigt werden, überlegt man selber immer wieder, wie man sich im Fall der Fälle selber entscheiden würde. Ich hätte einige der Möglichkeiten in Erwägung gezogen, aber wie sich John am Ende entscheidet ist sehr unvorhersehbar. Dadurch regt es aber an, auch nach dem Ende des Buches weiter darüber nachzudenken was richtig ist und welche Entscheidung man selber getroffen hätte. So etwas mag ich!
Ob John aus dem Kelch des Vergessens trinken wird und zurückkehrt oder ob er bleibt, müsst ihr schon selber lesen.

Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Es liest sich locker und leicht. Das Thema Tod und was danach kommt, wird mal auf eine unverkrampfte Weise betrachtet.
Es hätten allerdings gern ein paar Seiten mehr sein können.

 

„Die Entscheidung des Seins“ von Andreas März
CreateSpace Independent Publishing Platform, ISBN: 978-1973930082
Taschenbuch: 148 Seiten, Preis: 7,99€

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